COVID-19: Berichte aus unseren Partnerprojekten

Was bedeutet Corona für unsere ProjektpartnerInnen etwa in Indien, Kambodscha, Malawi und Peru? Wir sind sehr besorgt über die Situation in unseren Projektländern, wo die Gesundheitssysteme schlecht ausgebaut sind, das Alltagsleben der Menschen ohnehin schon von existenziellen Schwierigkeiten geprägt ist und die Hygienevoraussetzungen oft sehr schlecht sind.

COVID-19: Berichte aus unseren Partnerprojekten

Was bedeutet Corona für unsere ProjektpartnerInnen etwa in Indien, Kambodscha, Malawi und Peru? Wir sind sehr besorgt über die Situation in unseren Projektländern, wo die Gesundheitssysteme schlecht ausgebaut sind, das Alltagsleben der Menschen ohnehin schon von existenziellen Schwierigkeiten geprägt ist und die Hygienevoraussetzungen oft sehr schlecht sind. Wir stehen via Skype und Whatsapp in engem Kontakt mit unseren PartnerInnen vor Ort. Über die Gespräche mit ihnen informieren wir auf Facebook und an dieser Stelle.

Gerade in dieser Krisenzeit gilt es, die Unterstützung aufrecht zu erhalten. Dabei sind wir auf eure Mithilfe angewiesen:

  • Mit einer Spende unterstützt ihr unsere Partnerorganisationen dabei, ihre Projekte über die Corona-Krise hinweg zu retten, wichtige Informationsarbeit zu leisten sowie Hilfe beim Zugang zu Seife und Desinfektionsmittel für die Menschen in ihren Projekten. Online Spenden geht unkompliziert und sicher über unsere Website.
  • Teilt unsere Beiträge auf Facebook und erzählt euren Freunden und Bekannten von der Situation in den EcoSolidar-Projekten.

Wir danken euch herzlich für Eure Hilfe, die uns allen Mut macht!
Im Folgenden findet ihr unsere Facebookbeiträge der vergangenen Wochen gebündelt und chronologisch geordnet.


16. Oktober 2020

Gestern skypten wir mit FENAMAD (Federación Nativa del Río Madre de Dios y Afluentes (FENAMAD), unserer Partnerorganisation in Puerto Maldonado, Peru. Während bei uns die Coronavirus-Infektionen wieder ansteigen, hat sich die Lage hier endlich etwas beruhigt, wenn auch auf hohem Niveau. Woche für Woche kehren die indigenen Jugendlichen aus ihren Gemeinschaften im peruanischen Amazonasgebiet für ihr Studium in die Stadt zurück. Die meisten gingen aufgrund von COVID-19 in ihre jeweiligen Gemeinschaften zurück. 

In Puerto Maldonado leben sie zusammen im Wohnhaus von FENAMAD. Diese Woche sind es bereits wieder 14 StudentInnen, freut sich die Projektleiterin Katya Mallea. Da die Universitäten in Peru immer noch geschlossen sind, findet das Studium für alle weiterhin online von zuhause aus statt. Katya Mallea begleitet die Jugendlichen in ihrem Studium und im Alltag eng. Das Zusammenleben im Wohnhaus habe sich langsam wieder normalisiert, erzählt sie. Die lange Zeit während des Lockdowns sei für die Jugendlichen, die hier im Haus wohnen, sehr schwer auszuhalten. Sie sind sich ein sehr freies Leben gewohnt in ihren Gemeinschaften auf dem Land.

Katya Mallea steht in engem Kontakt mit weiteren Jugendlichen, die auch wieder in die Stadt zurückkommen wollen, um ihr Studium fortzusetzen. Auf dem Land haben sie kaum Internetempfang und vielen fehlen die technischen Mittel, um am Online-Studium teilzunehmen. Ein paar Jugendliche sahen sich deshalb auch gezwungen, das Studium zu unterbrechen. Katya Mallea erzählt, dass sie nun gemeinsam nach Lösungen suchen, damit sie ihr Studium in der Stadt sobald wie möglich wieder aufnehmen können. 

Unsere Partnerorganisation FENAMAD unterstützt indigene Jugendliche bei ihrem Studium in der Stadt Puerto Maldonado in Peru: https://bit.ly/34WTJwI


6. Oktober 2020

Gestern haben wir mit Tabita Lozano geskyped, unserer Projektpartnerin in Lima, Peru. Unsere Partnerorganisation IDEMNNA arbeitet hier in einem Aussenviertel der Hauptstadt mit einer Gruppe von Frauen, die sich „Las Pioneras“ nennen – die Pionierinnen.Durch Corona ist die Situation für viele Familien hier absolut prekär geworden. Tabita Lozano erzählt, dass es kaum mehr Arbeit gibt. Die finanziellen Sorgen der Familien seien gross und ebenso die Angst vor einer Ansteckung mit Covid-19. Die Gesundheitsversorgung ist schlecht, zuhause bleiben könne man sich nicht leisten. In der Gruppe unterstützen sich die Frauen so gut sie können gegenseitig. Sie erzählen sich von ihrem Alltag, wie es ihnen ergeht und wie sie Schwierigkeiten meistern. Sie tauschen sich aus über gesunde Ernährung und über Schutzmassnahmen zu COVID-19. Die Gruppe sei ein ganz wichtiger Halt, gerade jetzt, sagt Tabita Lozano.

Und die Gruppe bleibt im Viertel nicht unbemerkt! 💪💃Eine der Pioneras kennt Frauen aus einem anderen Quartier, die sich sehr für die Aktivitäten der Pioneras interessieren. Auf ihre Initiative hin nahm IDEMNNA Kontakt mit ihnen auf. Tabita Lozano hat uns Fotos von einem Treffen mit ihnen geschickt und erzählt: “Die Fotos stammen vom letzten Treffen mit den Frauen, die sich den Pioneras anschliessen wollen. Bei diesem Treffen haben wir uns gegenseitig vorgestellt und uns über Werte unterhalten wie zum Beispiel Solidarität und Respekt. Wir haben ihnen erzählt, dass unsere Arbeit auf Vertrauen aufbaut und auf horizontalen Beziehungen. Lorena, eine der Pioneras, berichtete über die Geschichte der Pioneras, wozu die Gruppe da ist und wie sie entstanden ist. Wir erzählten von unseren Aktivitäten: Den Workshops, die wir mit den Müttern und den Kindern und Jugendlichen durchführen sowie über den Aufbau von kleinen Unternehmen.“

In diesem Fotobericht erfahrt ihr mehr über die Pioneras: https://bit.ly/3iCogo4 Wir sind weiterhin auf eure Mithilfe angewiesen, um unsere Partnerinnen und Partner zu unterstützen. Jede Spende ist wichtig und ganz herzlich willkommen! ❤️https://ecosolidar.ch/de/spenden


25. September 2020

Anfang dieser Woche haben wir mit Neth und Than von unserer Partnerorganisation The Bunong Indigenous People Association (BIPA) in Kambodscha geskyped. Eine erfreuliche Botschaft vorab: 🐝 Diese Woche erhielt BIPA unverhofft einen Anruf von UNESCO, der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Sie lädt unsere Partnerorganisation an eine Konferenz nächstes Jahr am Hauptsitz in Paris ein, um ihr Bienenprojekt über nachhaltige traditionelle Honiggewinnung vorzustellen.🐝👏 Der Ansatz des Projektes sei bemerkenswert und habe Vorbildcharakter, weil er sich am Nutzen für die Gemeinschaft und am nachhaltigen Umgang mit der Umwelt orientiert. Die Konferenz dient auch der Vernetzung mit anderen Organisationen und Experten, die weltweit auf diesem Gebiet arbeiten und es wird Trainings für die Teilnehmenden geben. Wir freuen uns mit BIPA über diese Anerkennung für ihre Arbeit und drücken die Daumen, dass diese Reise nächstes Jahr möglich sein wird.🎊
Die Situation um COVID-19 in Kambodscha sei besser geworden, erzählt Neth. Offiziell werden weniger Ansteckungen gemeldet, doch Corona beeinflusst den Alltag vieler Menschen immer noch stark. Die Wirtschaft wurde hart getroffen. Viele Fabriken etwa mussten vorübergehend schliessen und viele Menschen verloren ihre Arbeit. Auf dem Land in Bousra, wo BIPA arbeitet, sei die Situation dagegen relativ entspannt. Die Bauern und Bäuerinnen können auf ihre Felder, haben ihren Alltag und bleiben auf ihren Farmen. Auch die Nahrungsmittelpreise seien wieder auf ein normales Niveau gesunken. Die Trainings finden nicht in grossen Gruppen statt, sondern bei den Bauern und Bäuerinnen zu Hause. Unsere Partnerorganisation BIPA arbeitet in Kambodscha mit der von Land-Grabbing betroffenen indigenen Gemeinschaft der Bunong. Im Biolandbau finden sie eine Alternative für ihre Existenzsicherung sowie Zuversicht und Hoffnung für ihre Gemeinschaft. Unsere Fotoreportage zum Projekt gibt einen spannenden Einblick in den Alltag und in die Arbeit von BIPA: https://ecosolidar.ch/…/die-bunong-kaempfen-um-ihre…/


16. September 2020

Christina und Alex von unserer Partnerorganisation Pukllasunchis Cusco erzählen uns, wie schwierig und angespannt die Situation vor Ort nach wie vor ist. In Cusco herrscht zwischen 20 Uhr und 4 Uhr morgens, genauso wie jeden Sonntag eine Ausgangssperre, tagsüber können einzelne Branchen zwar wieder arbeiten, aber die Kinder gehen weiterhin nicht zur Schule. Die Bildungssituation ist aufgrund des mangelnden Zugangs zu Internet verheerend. Mindestens ein weiteres halbes Jahr werden die Schulen geschlossen bleiben. Die Strategie des Lehrplans wurde darum angepasst, und die Lehrerinnen und Lehrer von Pukllasunchis werden speziell dafür geschult, virtuelle Workshops anzubieten. Obwohl dies den Nachteil bringt, dass der Kontakt zu den Kindern fehlt, sind sie sehr motiviert, den Kindern auf diese Weise Inhalte zu vermitteln. 🙏🌿

Das bilinguale Radioprogramm ist seit der Krise aber besonders gefragt und die Bedeutung des Ansatzes wird noch deutlicher: Lokal, bikulturell und partizipativ – die Kinder können anhand von Alltagserfahrungen lernen und das Radioprogramm erreicht auch Haushalte ohne Internetgeräte. Auch weiterhin können diejenigen Kinder, die Zugang zur Technik haben, das Programm so gut es geht mitgestalten: Sie können ihre Stimmen oder Videos schicken, die dann wiederum anderen Kindern zur Verfügung gestellt werden. So zirkuliert das Wissen und das Material. ✨🌺

Die grosse Frage für unsere Partnerorganisation bleibt: Wie kann man das Unterrichtsmaterial so aufbereiten, dass es für möglichst viele Kinder zugänglich wird?Der sogenannte „Digital Gap“ wird beim virtuellen Schulunterricht extrem deutlich. Pukllasunchis versucht mit allen Mitteln und kreativen Lösungen, diesen ein wenig zu mindern. Es wird beispielsweise zusätzlich versucht, gedruckte Lernkarten und Unterrichtsmaterialien zu verteilen, da viele Kinder gar keinen Zugang zu Internet oder auch Radio haben. Diese werden den Kindern jeweils bei der Übergabe von Nahrungsmittelpaketen überreicht.Das Engagement unserer ProjektparterInnen berührt und motiviert uns: Mit einer Spende helft ihr mit, dass sie auch während dieser Krise ihre Arbeit fortsetzen können: https://bit.ly/3bWCjDq Vielen Dank!🙏✨


4 September 2020

Katya von unserer Partnerorganisation Federación Nativa del Río Madre de Dios y Afluentes (FENAMAD) erzählt uns im Skypegespräch, dass der lokale Lockdown in der Region Madre de Dios nochmals verlängert wurde. Die vier indigenen Jugendlichen im Studierendenhaus, die positiv auf Corona getestet wurden, sind mittlerweile wieder gesund und es gibt keine weiteren Personen mit Symptomen im Haus.

Letzten Samstag startete in der Casa Miraflores der Kurs zur integralen Persönlichkeitsentwicklung. Bis Ende Jahr sollen noch acht weitere Workshops durchgeführt werden, in denen die indigenen Jugendlichen ihre persönlichen Lebensprojekte entwickeln, Zielsetzungen erarbeiten, ihre Identität und sozialen Fähigkeiten stärken und sich in konstruktiver Konfliktlösung üben. Das Bild oben zeigt einen virtuellen Workshop der Studierenden mit Katya von FENAMAD. 🌿

Die schlechte Internetverbindung in den Gemeinschaften hatte leider einige Studienabbrüche zur Folge, da die Jugendlichen dadurch dem Online-Unterricht nicht folgen konnten. Die Kommunikation ist insgesamt erschwert, weshalb teilweise die Prüfungstermine nicht wahrgenommen werden konnten. FENAMAD ist im Moment dabei, mit der technischen Hochschule eine Vereinbarung zu finden, sodass zusätzliche Prüfungstermine für diese Jugendlichen erlaubt werden. Da die Schule den Jugendlichen nicht glaubt, ist Katyas Vermittlung gefragt. Und sie zeigt Erfolg: Einer von ihnen konnte den Wiederholungstest nun bereits nachholen und hat bestanden! 🙏✨

Durch den Lockdown können die geplanten Ausflüge aufs Land erneut nicht durchgeführt werden. Katya und die Jugendlichen hoffen sehr, dass sie in naher Zukunft wieder auf das Feld können, das sie im Projekt gemeinsam bepflanzen. Dort steht bald die Bananenernte an, und danach muss der Acker neu bestellt werden.

EcoSolidar unterstützte FENAMAD auch mit Nothilfepaketen für die abgelegensten und besonders gefährdeten Gemeinschaften. Diese konnten letzten Monat erfolgreich überreicht werden, wie ihr auf den Fotos sehen könnt! 💚


27. August 2020

Peru Lima Pioneras

Eine starke Gruppe! Neuigkeiten von den Pioneras in Lima 👉Die „Pioneras“ sind 32 Frauen, Mütter, die in den Hügeln von Jicamarca leben, am Rande der peruanischen Hauptstadt Lima. Sie haben sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen und sich den Namen „Las Pioneras – die Pionierinnen“ gegeben. Denn zusammen wollen sie neue Wege gehen und die Lebenssituationen ihrer Familien verbessern.💪😍

Das Leben hier war schon vor Corona nicht einfach und durch den Lockdown ist die Situation für die Familien absolut prekär geworden. Doch die Pioneras wären nicht die Pioneras, würden sie nicht auch jetzt zusammenhalten und ihre Ideen weiterverfolgen.

Unsere Partnerorganisation IDEMNNA arbeitet in Peru in einem Aussenviertel der Hauptstadt Lima, wo Migrantenfamilien aus verschiedenen Teilen des Landes leben.


14. August 2020

Unsere Partnerorganisation KODO in Malawi will weitere 800 Stoffmasken nähen, 100 Händewaschstationen aufbauen sowie 4 Infrarot-Thermometer kaufen. Dazu brauchen wir eure Unterstützung! Jeder Betrag zählt! Schon mit 30 Franken kann KODO z.Bsp. 50 Schutzmasken nähen! Mit 20 Franken ist eine Händewasch-Station finanziert! Wir freuen uns über jede Unterstützung und danken für euer Vertrauen.

Bild: KODO besucht ehemalige ProjektteilnehmerInnen der Ausbildung in Biolandbau und Schneiderei regelmässig zuhause. Auch Kiney Fason näht zurzeit Schutzmasken. Sie pflanzt zudem Gemüse an und erntet genug, um etwas davon verkaufen zu können. Sie hat mittlerweile 6 Ziegen, 12 Hühner und ein paar Fruchtbäume.

KODO arbeitet mit gehbehinderten Bauern und Bäuerinnen in den Dörfern um Salima. Die Gesundheitsversorgung in den Dörfern ist prekär und zu den nächsten Spitälern ist der Weg weit. Die Menschen seien sehr verunsichert und es gibt eine steigende Nachfrage nach Masken, Schutzmassnahmen wie Masken, Händewasch-Stationen, Seife und Thermometer. In einem ersten Schritt haben ehemalige Projektteilnehmer begonnen, Stoffmasken zu nähen. Bisher konnten 950 an die Familien verteilt werden. Dank den Masken sind kleinere Treffen wieder möglich und die Bauern und Bäuerinnen können ihre Ausbildung in Biolandbau fortsetzen, wie auf den Fotos zu sehen ist, die uns George Chimpiko geschickt hat. In einem zweiten Schritt sollen weitere Familien 800 Stoffmasken und 100 Händewasch-Stationen erhalten!

Bild: Teresa zeigt die Ernte aus ihrem Gemüsegarten. Durch einen diversifizierten Anbau kann sie nicht nur genug ernten, sondern auch eine ausgewogene Ernährung für ihre Familie sicherstellen. Denn nicht nur Hunger, sondern auch Mangelernährung hat fatale Folgen.


10. August 2020

Indien ist nach den USA und Brasilien das Land mit den meisten Covid-19 Fällen: Diese haben die Millionengrenze bereits gesprengt. Wir haben erneut mit unserem Partnerkollektiv SIEDS in Bangalore geskyped. Sie sind alle zusammengekommen, um darüber zu diskutieren, wie ihre Arbeit in Zukunft gestaltet werden kann.
Bisher wurde versucht, so viel wie möglich ins Internet zu verlegen. Doch wie man die communities online erreichen kann, muss sich erst noch herauskristallisieren. Während des Lockdowns wurden Zoommeetings abgehalten, SIEDS entwickelte verschiedene Onlineprogramme und verfolgt nun die Idee, auch Webinare anzubieten. 🙏

Covid-19 Berichte

Neben den grossen finanziellen Unsicherheiten sowie der Nahrungsmittelunsicherheit durch die Lockdowns, ist nun die extreme Verbreitung des Virus zur Hauptsorge der Menschen geworden. Die Situation wird immer schlimmer. Auch viele Bekannte des Kollektivs haben sich angesteckt, berichten sie uns.

Da die staatlichen Gesundheitsinstitutionen völlig überfüllt sind, versucht SIEDS, die Gesundheitsversorgung auf lokaler Ebene zu fördern. Man versucht, kleinere Gruppen zu motivieren, sich mit lokalen ÄrtzInnen und Gesundheitspersonal zusammenzuschliessen und so die Versorgung zu dezentralisieren. Ausserdem versucht SIEDS, die Angst vor der Stigmatisierung zu mindern. Zusätzlich hat das Kollektiv in Zusammenarbeit mit der lokalen Gesundheitsbehörde zwei „Health Check up Camps“ eingerichtet, wo über den Coronavirus aufgeklärt wird und wo sich unter anderem auch Bauarbeiter und WanderarbeiterInnen untersuchen lassen können. 💚

SIEDS corona Indien

Angesichts der äusserst prekären Situation hat sich SIEDS seit Beginn der Coronakrise der Unterstützung der WanderarbeiterInnen angenommen. Viele von ihnen haben ihre Jobs und ihr Zuhause verloren, leben in grosser Unsicherheit und haben keinen Zugang zu Nahrungsmitteln. Sie steckten unter dem Lockdown in Bangalore fest und konnten nicht weiterreisen. SIEDS organisierte Transporte und Nahrungsmittel für die Betroffenen.

Im Rahmen eines breiten Netzwerkes konnte SIEDS sehr stark mobilisieren, und das Resultat war grossartig! Es kam extrem viel Solidarität und Unterstützung aus der Bevölkerung. Die Leute spendeten Geld und Essen für die WanderarbeiterInnen. „There is no other choice but work together.”, sagt Madhu.

Dank dem Protest dieses Netzwerkes konnte ausserdem erreicht werden, dass die Transporte für die ArbeiterInnen von der Regierung unentgeltlich durchgeführt wurden. ✨🙏

Wir sind beeindruckt vom Engagement unserer ProjektpartnerInnen! Unterstützen könnt ihr SIEDS ganz einfach hier: https://bit.ly/39Bkqc2
Danke! 🌷


28. Juli 2020

Normalerweise können wir auf unseren Projektbesuchen die Jugendlichen persönlich treffen, die bei Buddhism for Social Development Action (BSDA) eine Ausbildung machen oder ein Schulstipendium erhalten. Diese Gespräche geben einen Einblick in ihren Lebensalltag und zeigen anders als jeder formelle Projektbericht, welche Wirkung die Projekte haben. Besuche sind leider zurzeit nicht möglich. Umso mehr freuen wir uns über die beiden Portraits, die uns BSDA geschickt hat.

Sarann Khena ist 15 Jahre alt und geht in die High School. Von BSDA wird sie mit einem Stipendium unterstützt, denn ihre Familie kann sich ihren Schulbesuch nicht leisten. Aufgrund des Lockdown verloren ihr Vater und ihre Brüder die Arbeit. Als die Schule Mitte März schliesst, entschliesst sie sich, in einem Restaurant als Kellnerin auszuhelfen, um die Familie zu unterstützen. Die Schule und das Lernen will Sarann Khena aber auf keinen Fall aufgeben: Nach der Arbeit lernt sie zuhause im Selbststudium weiter und pflegt den Kontakt zu BSDA und anderen SchülerInnen. Sie sieht das Positive darin: Durch Covid-19 habe sie eine neue Art zu lernen kennengelernt, online und im Selbststudium. Sie ist motiviert und zuversichtlich, dass sie die High School so trotz Covid-19 erfolgreich abschliessen wird.

Keo Pich ist 21 Jahre alt und absolviert bei BSDA eine Lehre als Mechaniker. Er wuchs bei seiner Grossmutter auf. Mit 12 Jahren verliess er die Schule, um ihr in der Landwirtschaft zu helfen und sie finanziell zu entlasten und um seinen Geschwistern eine Schulbildung zu ermöglichen. Seit letztem Jahr lebt er im Smile Institute, wo er als fleissiger und wissbegieriger Schüler auffällt. Er nimmt an vielen Aktivitäten im Smile Institute teil, wie z.B. Landwirtschaft, Putzen und einmal in der Woche ist er mit dem Kochen dran.

Keo Pich entschied sich für eine Mechanik-Lehre. Sein Lehrer sagt, er habe grosses Durchhaltevermögen und sei sehr motiviert und freundlich zu den KundInnen. Er will sich weiterentwickeln und für die Zukunft hat er den Plan, in seinem Heimatdorf eine eigene Autowerkstatt zu eröffnen.

Wir sind laufend auf Unterstützung von euch angewiesen! Jede Spende ist herzlich willkommen und trägt dazu bei, dass diese Projekte durchgeführt werden können https://bit.ly/3jLfo1q


23. Juli 2020

Update aus Peru: Gestern telefonierten wir mit Katya von Federación Nativa del Río Madre de Dios y Afluentes (FENAMAD), unsere Partnerorganisation im peruanischen Amazonas.

Die Situation ist dramatisch. Die Fallzahlen in Peru und in Madre de Dios sind am Steigen. Es gelten weiterhin besonders strenge Massnahmen. Laut einer offiziellen Studie sind 4 426 Personen in Madre de Dios positiv getestet worden, 220 sind hier bisher an Covid-19 gestorben. Gemäss FENAMAD sind aktuell 350 Personen aus 12 Gemeinschaften positiv getestet worden. 290 Personen in 14 Gemeinschaften weisen Symptome auf. Mittlerweile gibt es auch im Umfeld von FENAMAD immer mehr Fälle von Infizierten, auch Tote. Das schlägt auf die Moral. Die Arbeitsbelastung ist extrem hoch, aber Katya erzählt, dass sich alle so gut sie können unterstützen und einander helfen.

FENAMAD arbeitet zurzeit relativ eng mit dem Gesundheitsministerium zusammen. Die Behörden vertrauen in dieser Situation auf das Wissen, die Kontakte und die Infrastruktur von FENAMAD. FENAMAD kennt die schwierige Situation der indigenen Bevölkerung besser als jeder andere und ist quasi Türöffner für Regierungsstellen, um die Indigenen in der südperuanischen Amazonasregion mit Not- und Präventionsmassnahmen zu erreichen. FENAMAD alarmiert die Behörden frühzeitig mit Berichten, die sie auf der Grundlage ihrer Kontakte und Gespräche mit den indigenen Gemeinden zur aktuellen Situation verfassen und bieten den Behörden Service und Infrastruktur an, wie etwa Boote. Im Gegenzug reagieren die Behörden aber extrem verhalten, was für FENAMAD sehr schwierig zu verstehen ist. FENAMAD steht unter finanziellem und zeitlichem Druck und ist auf Unterstützung angewiesen, um den Gemeinschaften zu helfen.

In Puerto Maldonado leben momentan 10 Studierende im Wohnheim von FENAMAD (Casa Miraflores). Einer davon ist positiv getestet worden und vier weisen Symptome auf. Glücklicherweise geht es aber allen schon wieder besser. Zurzeit verlassen sie alle die Casa Miraflores nicht und lernen hier online.  Sie halten zusammen, haben sich untereinander organisiert und den Haushalt und die Gartenarbeit aufgeteilt. Neben dem Gemüse aus dem Garten können sich die Studierenden auch bereits vom eigenen Reis ernähren, den sie auf einem Landstück ausserhalb der Stadt angepflanzt haben.

Ein grosses Problem haben diejenigen Studierenden, die Zuhause in ihrer Gemeinschaft sind und keine Handys und/oder keinen Netzempfang haben. Es geht jetzt darum, sie alle so gut es geht im Online Unterricht zu unterstützen und zu motivieren, damit sie nicht den Mut verlieren und ihr Studium abbrechen.

EcoSolidar unterstützt FENAMAD in dieser schwierigen Situation. Ihr könnt mithelfen! Wir sind froh um jede einzelne Spende! https://bit.ly/3hukVHy  Herzlichen Dank!!


16. Juli 2020

Unsere Projekte waren und sind seit COVID-19 besonders vielen Schwierigkeiten ausgesetzt. Allesamt haben sie aber aktiv, schnell und flexibel auf die neuen Umstände reagiert und verschiedene Massnahmen ergriffen. 🙏✨

So zum Beispiel unsere Partnerorganisation FENAMAD, die sich in Puerto Maldonado, Peru, für die Bildung indigener Kinder und Jugendlicher einsetzt. Schon in normalen Zeiten sind sie im Bildungssystem diskriminiert. Während der Corona-Krise sind sie komplett ausgeschlossen, denn für Fernunterricht brauchen die Familien Internetzugang und elektronische Geräte

Dies ist in den abgelegenen indigenen Gebieten nicht vorhanden. Darum gehen nun Lehrer und Lehrerinnen direkt zu den Familien nach Hause und unterrichten die Kinder vor Ort, unter Einhaltung der Massnahmen. 💚

Unterstützt das aussergewöhnliche Engagement unserer Partnerorganisationen direkt mit einer Spende!

Herzlichen Dank! 🌻


30. Juni 2020

🔥Wir sind überwältigt! 🔥

Vor zwei Wochen haben wir den Spendenaufruf für die Nothilfepakete für die Pioneras von Idemnna Idemnna Idemnna gestartet, und bereits ist fast der gesamte Betrag gedeckt. Tausend Dank allen, die mitgemacht haben! 🙏✨🌷

Die Pioneras haben mit der Herstellung und Verteilung der Pakete begonnen. So konnten die Masken bereits produziert werden und sind schon in Benutzung. 
Leider ist es aber teilweise schwierig, die Produkte zu beschaffen. Aufgrund der riesigen Nachfrage herrscht ein Mangel und beispielsweise Desinfektionsmittel ist an manchen Orten extrem teuer. Die Pioneras bleiben aber dran und werden uns weiter auf dem Laufenden halten! ✨

Insgesamt bleibt die Situation vor Ort weiterhin sehr schwierig und belastend. In einigen Familien kommt es vermehrt zu Konflikten, und besonders auch die Kinder leiden psychisch unter dem Stress, der Angst und der Unsicherheit.
Es gibt aber auch positive Beispiele, bei denen die Familien durch die Krise mehr zusammengeschweisst wurden. Die Frauen unterstützen sich gegenseitig über die Pioneras-Chatgruppe und es konnte nun auch wieder ein Treffpunkt für die Frauen eingerichtet werden. Dort finden wieder Aktivitäten statt, die den Frauen guttun und sie auch mal auf andere Gedanken bringen. 🌻

Weiterhin könnt ihr die Pioneras mit einer Spende unterstützen: https://bit.ly/3eHSlSk 🙏 Danke!


23. Juni 2020

Am Freitag skypten wir mit unserer Projektpartnerin Bee in Kampong Cham, Kambodscha. Die Situation habe sich etwas entspannt, weitere Lockerungen im Bildungswesen wurden beschlossen. Die Erleichterung darüber ist ihr anzusehen. Freudig berichtete sie, dass 10 neue Studierende soeben ins Smile Institute von unserer Partnerorganisation Buddhism for Social Development Action gezogen sind und nach einer 10-tägigen Quarantäne ihre Ausbildungen beginnen können.👏 Eine von ihnen, die Koch-Studentin Chey Troib, schaute spontan ins Skype Treffen hinein und erzählte von ihrer ersten Zeit im Smile Institute. In ihrer Freizeit gärtnert sie besonders gern mit den anderen Studierenden am Zentrum. Bee hat während dem Lockdown zahlreiche Aktivitäten organisiert, damit es den Studierenden nicht langweilig wird und sie motiviert bleiben.🌸🌱
Bee war übrigens früher selber eine Projektteilnehmerin, leitet seit diesem Jahr das Bildungsprogramm und ist Vize-Direktorin von BSDA. Unsere Fotoreportage aus dem Projekt.


16. Juni 2020

Spendenaufruf Lima

In Peru erreicht der Corona-Notstand dramatische Ausmasse, es ist mit über 200’000 Corona-Fällen nach Brasilien das am zweitstärksten betroffene Land in Südamerika. Die Situation ist für die „Pioneras“ in Lima’s Aussenbezirk Jicamarca besonders prekär. Sie haben keinen Zugang zu Wasser und Strom, durch den Lockdown fällt ihr Einkommen komplett weg, und sie können ihr Überleben nicht mehr finanzieren.

Tabita von unserer Partnerorganisation IDEMNNA hat nun einen Plan ausgearbeitet, um die Frauen und deren Familien ganz konkret mit einer Nothilfe zu unterstützen. Dazu brauchen wir euch alle!
Hier seht ihr, was ihr mit eurer Spende genau erreichen könnt:

Masken:
✨ 30.- 👉 Anfertigung von 12 Masken.
✨ 250.- 👉 gesamte Produktion von 100 Masken.
Hygieneset mit Desinfektionsmittel, Seifen, Waschmittel, Spül- und Reinigungsmittel usw.
✨ 60.- 👉 komplettes Hygieneset für eine Familie.
Handtücher: Damit die Familienmitglieder persönliche Handtücher verwenden können, müssen 90 Handtücher angefertigt werden.
✨ 30.- 👉 10 Tücher
Grundnahrungsmittel: 15 Familien benötigen Unterstützung bei der Beschaffung von Grundnahrungsmitteln.
✨ 100.- 👉 Nahrungsmittel-Nothilfe für eine Familie
✨ 180.- 👉 Nahrungsmittel-Nothilfe für drei Monate

Zusammen können wir viel bewegen und zur Sicherheit der „Pioneras“ beitragen. Jetzt mitmachen und spenden! Wichtig: Im Spendenformular unter „Bemerkung“ bitte „Nothilfe für Pioneras“ vermerken. 🙏🌿✨
Danke für eure Unterstützung! 💜


9. Juni 2020

Update aus Indien von unserer Partnerorganisation SIEDS in Bangalore: Obwohl sich das Virus im ganzen Land weiterhin stark ausbreitet, wurde die Ausgangssperre am 8. Juni aufgehoben. Eine Entspannung der Situation im Land wird jedoch erst ab September erwartet. Die Menschen bewegen sich sehr vorsichtig. Social Distancing sei zwar vorgeschrieben, werde aber nicht mit der nötigen Disziplin eingehalten.

SIEDS engagierte sich bisher insbesondere für die WanderarbeiterInnen. Shanthama und ihre KollegInnen verteilten unzählige Essenspakete und unterstützten die Menschen dabei, in ihre Heimatdörfer zurückzukehren. Millionen von WanderarbeiterInnen in Indien waren durch den Lockdown in eine absolut fatale Lage geraten. Nur vier Stunden nach Ankündigung war der Lockdown in Kraft getreten. Wer gerade unterwegs war, kam nicht mehr vorwärts und wurde seinem Schicksal überlassen.

SIEDS schreibt, dass die meisten von ihnen wohl zurückkommen werden, da sie in den Dörfern keine Arbeit haben. Diese massiven Migrationsbewegungen zwischen Stadt und Land werden Indien noch lange beschäftigen, ebenso die enorme Arbeitslosigkeit und Armut. Wir müssen abwarten, wie sich die Dinge entwickeln, schreibt SIEDS. Es wird Zeit brauchen, bis wir uns an die neuen Realitäten angepasst haben.

Für ihren schnellen und existentiellen Einsatz hat SIEDS übrigens kürzlich einen Rotary-Preis enthalten.

Mehr zum Projekt: https://bit.ly/3dOiEFE

Es bewegt uns sehr, wie engagiert sich unsere PartnerInnen in ihren Projekten einsetzen! Wir sind weiterhin auf eure Mithilfe angewiesen und freuen uns über jede Spende von euch 🙏🌿✨https://bit.ly/2ZzHC7H


2. Juni 2020

Die Lage in Peru bleibt heikel, die Covid-19-Infektionszahlen steigen nach wie vor an und der Lockdown dauert ebenfalls noch länger. Alle Schulen sind weiterhin geschlossen und der Unterricht findet online statt. Dies ist aber nicht für alle gleich einfach zu bewerkstelligen: Im peruanischen Hochland gibt es kein Internet, und Smartphones sind ebenso wenig verbreitet. Die SchülerInnen sind daher angewiesen auf das Radio, und einige BewohnerInnen der Region müssen dafür weit gehen. 📻

Dieser kurze Beitrag von ntv macht deutlich, wie wichtig die Arbeit unserer Partnerorganisation Pukllasunchis Cusco ist. Sie produziert zusammen mit indigenen Frauengruppen und Schulen zweisprachige Radioprogramme, mittels denen auf interaktive und kreative Weise unterrichtet wird und eine Auseinandersetzung mit indigenen Weltanschauungen stattfinden kann. So können die Kinder kontextbezogen lernen, und ihre Sprache und Kultur bekommen Raum im Bildungssystem und in den Medien. ✨🌿 Mit einer Spende könnt ihr dieses Projekt direkt unterstützen https://bit.ly/2XWc6OA 💙

Herzlichen Dank! 🙏
Mehr Informationen zum Projekt: https://bit.ly/2Xr5qJn

Biolandbau: Von der Schule in die Dorfgemeinschaften

Malawi-Permakultur-Schulgarten

Biolandbau: Von der Schule in die Dorfgemeinschaften

In Ng’ongo, einem abgelegenen Dorf im Norden Malawis, hat die Dorfgemeinde, unterstützt von ASUD (Action for Sustainable Development), vor vier Jahren begonnen, bei der Schule einen Permakulturgarten aufzubauen. Die Schulabstinenz hat dank ihm stark ab- und die Leistungsfähigkeit der SchülerInnen zugenommen. Mit dem Dung von Schweinen produziert die Schule den benötigten Kompost selbst. Auch die Mütter der Schulkinder wurden einbezogen, sie organisieren sich in Clubs und erlernen durch ihre Mitarbeit im Schulgarten ebenfalls die Biolandbautechniken. Heute haben diese Frauen auch einen Permakulturgarten bei sich zu Hause, aus dem sie Gemüse für eine ausgeglichene Ernährung ernten können. Sie unterstützen sich gegenseitig und geben ihr Wissen an andere Familien in ihren Dörfern weiter. In weniger als drei Jahren entstand ein ganzheitliches Projekt, das nun Modellcharakter für andere Gemeinden hat.

Fotoreportage aus dem Projekt in Malawi

Malawi Permakultur Schulgarten

Ellen Magawa, Lehrerin an der Primarschule in Ng’ongo im Norden Malawis, unterrichtet ihre SchülerInnen in der Kompostherstellung. Dafür werden Gruben ausgehoben, die mit dem Kompostmaterial befüllt, zugedeckt und ruhen gelassen werden. Den Kompost werden sie später im Schulgarten einsetzen und die biologischen Produkte daraus für das gemeinsame Mittagessen verwenden.

Malawi Permakultur Schulgarten

Dieses Projekt nahm mit einem kleinen Schulgarten seinen Anfang, der zum Ziel hatte, dass die SchülerInnen in der Schule eine ausgewogene Mahlzeit erhalten und so besser lernen können. Heute ist der Garten mit Gemüse, Medizinalpflanzen und schädlingsabweisenden Pflanzen gleichzeitig Nahrungsquelle und Schulungsort.

Malawi Permakultur Schulgarten

Auf dem Schulgelände werden Schweine gehalten, deren Dung für die Herstellung von Kompost ein wichtiger Bestandteil ist. Diese Stallungen sind Teil der Demonstrationsfarm bei der Schule in Ng’ongo und werden hier gerade vom Landwirtschaftsministerium und Rektoren anderer Schulen besichtigt wird. Sie tauschen Wissen über die Schweinehaltung aus.

Malawi Permakultur Schulgarten Schweine

Die Mütter der Schulkinder kümmern sich auch um die Schweine und lernen so alles Wichtige für die eigene Schweinehaltung. Zurück in ihren Gemeinschaften setzen sie das Erlernte selbstständig  um. Dies ist nicht einfach, der Stall muss gut gebaut und unterhalten sein und die Schweine gepflegt werden. In Ng’ongo gab es schon mehrmals gab es Nachwuchs!

Malawi Permakultur Schulgarten

Ellen Magawa war von Anfang an dabei und betont: „Dieses Projekt war von Anfang an unser Projekt. Wir wurden danach gefragt, was wir umsetzen wollten und wie wir das tun möchten. Es wurde uns eine Weiterbildung in Permakultur ermöglicht, sodass wir das nötige Wissen erlangen konnten. So wurde der Schulgarten zum Herzen des Projektgeschehens und alle Beteiligten erkannten, dass sie mit ihrem Einsatz ganz konkret etwas für ihre Familie und für die ganze Gemeinschaft bewirken können.“

Malawi Permakultur Schulgarten

Etwa 400 Kinder aus der Umgebung besuchen die Grundschule von Ng’ongo. Am Tag der offenen Tür herrscht Betrieb auf dem Areal: Alles soll gezeigt werden, die Schule und der Schulgarten genauso wie die Schweinestallungen.

Malawi Permakultur Schulgarten

Die Schule hatte lange Zeit keinen Brunnen und die Kinder mussten Wasser von weit herholen. Das Wasser mussten sie zum Trinken, Händewaschen und für die Pflanzen nutzen. 2018 hat EcoSolidar den Bau eines Schulbrunnens unterstützt, so dass die Wasserbeschaffung für die Schule und Gemeinde nun um einiges einfacher geworden ist. Gerade in der aktuellen Corona-Krise ist es sehr wichtig, dass genügend sauberes Wasser zum Trinken und für die Hygiene vorhanden ist.

Malawi Permakultur Schulgarten

Im Schulgarten wird Gemüse angepflanzt, um den Kindern täglich eine ausgewogene Mahlzeit zu ermöglichen. Dies soll Mangelernährung bekämpfen und Schulabsenz vorbeugen, denn hungrige Kinder kommen oft gar nicht zur Schule oder können sich kaum konzentrieren. Das Wissen über Techniken im Biolandbau steigert auch die Kenntnisse der Kinder und ihrer Mütter über gesunde Ernährung. Da die Frauen nun auch zu Hause solche Gärten haben, können sie ihre Familien besser ernähren und das gewonnen Wissen untereinander austauschen.

Malawi Permakultur Schulgarten

Beim Besuch der Clubs aus Lead- und FollowfarmerInnen, welche in den Dörfern rund um Ng’ongo ihre eigenen, biologischen Permakulturgärten bewirtschaften, wird man stets mit Tanz und Gesang empfangen. Auch Thomas Ngwira, unser Projektpartner und Geschäftsleiter bei ASUD sowie der Projectofficer tanzen mit!

Malawi Permakultur Schulgarten

Die Mütter, die regelmässig im Schulgarten mitarbeiten und dort auch Kurse zu Biolandbautechniken und Permakultur besuchen, nehmen das neue Wissen mit nach Hause und geben es dort an andere Bäuerinnen weiter. Towera Chawula, Leadfarmerin, unterstützt in ihrer Dorfgemeinschaft eine Gruppe Bäuerinnen beim Aufbau eines eigenen Permakulturgartens. Sie unterstützt die anderen, hier Witness Ngwira, bei Fragen und Problemen in deren Gärten. 

Malawi Permakultur Schulgarten

In den Dörfern stellen die Familien nun auch ihren eigenen Biokompost her und haben damit gute Erfolge. Sie sind zudem weniger abhängig von Kunstdünger, der teuer ist und langfristig dem Boden schadet. Die Permakulturtechniken helfen ihnen auch dabei, Wasser zu sparen. Die verschiedenen Methoden sind für die Bauernfamilien ausschlaggebend für den guten Ertrag bei der Ernte und die Unabhängigkeit in der Nahrungssicherung.

Malawi Permakultur Schulgarten

Diese Frauen haben sich zu einem Club zusammengeschlossen, in dem die Leadfarmerinnen ihr erlerntes Wissen zu Ernährung, Schweinehaltung, Kompostherstellung und biologischem Anbau jeweils an die Followfarmerinnen weitergeben. Neben den zahlreichen Vorteilen für die Ernährungssituation und die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Familien sowie für die schulische Leistung der Kinder, bereitet das gemeinsame Lernen in den Gemeinschaften auch Freude!

Malawi Permakultur Schulgarten

Die beiden Followfarmerinnen mahlen in ihrem Familienweiler den selbstangebauten, biologischen Mais. Der weisse Mais wird nach der Mahlung zu N’sima, einer Art dickeren Polenta, verarbeitet. Diese wird jeweils mit einer Sosse verspiesen und bildet das wichtigste Grundnahrungsmittel der Familien.

Artikel von Madhu Bhushan aus Bangalore

Wir haben schon viel über das Engagement unseres Partnerkollektivs SIEDS berichtet: Seit der Corona Pandemie haben sie sich in Bangalore der Unterstützung von WanderarbeiterInnen angenommen, die von dieser Krise ganz besonders betroffen waren.

Artikel von Madhu Bhushan aus Bangalore

Wir haben schon viel über das Engagement unseres Partnerkollektivs SIEDS berichtet: Seit der Corona Pandemie haben sie sich in Bangalore der Unterstützung von WanderarbeiterInnen angenommen, die von dieser Krise ganz besonders betroffen waren. 

Madhu Bhushan von SIEDS hat einen sehr lesenswerten Artikel für das Journal „Seminar“ verfasst, den wir hier gerne mit euch teilen. Darin beschreibt sie poetisch und präzise die verschiedenen Auswirkungen der Krise. Einerseits erklärt sie, wie die unzähligen WanderarbeiterInnen, die zuvor unsichtbar und ungehört im Schatten der Bevölkerung lebten und arbeiten durch die Pandemie erst ein Gesicht bekamen, und dadurch auch erst das Ausmass dieser Realitäten zu Tage trat. Madhu beschreibt weiter, wie die Corona Pandemie trotz aller Widersprüchlichkeiten zu neuen Formen der Solidarität innerhalb der Gesellschaft führte: „It was a humanitarian response to a humanitarian crisis, both equally of epic proportions“.

Der Artikel ist ein spannendes Portrait dieser aussergewöhnlichen und komplexen Zeit in Indien, das einen hoffnungsvollen Grundgedanken transportiert. Unbedingt lesen! Der Artikel ist auf Englisch verfasst.

Mit biologischem Landbau in eine unabhängige Zukunft

Die Farm von LOMADEF (Lipangwe Organic Manure Demonstration Farm) wurde von 40 Bauernfamilien gemeinsam aufgebaut. Im Laufe der Jahre ist ein Schulungszentrum mit 69 Clubs entstanden. Diese Clubs bestehen aus Frauen und Männern aus verschiedenen Dörfern der Region.

Mit biologischem Landbau in eine unabhängige Zukunft

In Matale, Malawi, führt unsere Partnerorganisation LOMADEF ein Schulungszentrum für biologischen Landbau mit einer Demonstrationsfarm.

Die Farm von LOMADEF (Lipangwe Organic Manure Demonstration Farm) wurde von 40 Bauernfamilien gemeinsam aufgebaut. Im Laufe der Jahre ist ein Schulungszentrum mit 69 Clubs entstanden. Diese Clubs bestehen aus Frauen und Männern aus verschiedenen Dörfern der Region. Sie kommen ins Schulungszentrum, um Kurse im lokal angepassten biologischen Landbau zu besuchen; oder Fachpersonen der Farm besuchen die Clubmitglieder in ihren Dörfern und geben dort Workshops.

Das Ziel, Einkommen und Nahrungsmittelproduktion der Bauernfamilien zu steigern, wird konsequent verfolgt. Nicht nur um Einkommen zu generieren, sondern auch um den Nahrungsmittelmangel in der ganzen Region zu bekämpfen.Es werden nachhaltige Anbaumethoden erforscht, eigene Samen angebaut und Kompostierungs- und Bewässerungsmethoden vermittelt. Dadurch sind die beteiligten Menschen nicht mehr von Nahrungsmittelhilfe oder teuren Hybridsamen, Kunstdünger und Pestiziden abhängig, sondern leben vom Ertrag ihrer nachhaltig bewirtschafteten Böden und können Überschüsse verkaufen.

Henderson Chiliza

Geschäftsleiter LOMADEF, Malawi

„Wir fördern die organische Landwirtschaft, damit arme Bauernfamilien kostengünstige Methoden kennen lernen und ihren Lebensunterhalt verbessern können.“

Nahrungssicherheit für Gehbehinderte

Nahrungssicherheit für Gehbehinderte

KODO unterstützt in Salima, Malawi, Bäuerinnen und Bauern mit einer Gehbehinderung im Bereich der Mobilität, der Einkommensgenerierung und der Nahrungssicherheit.

Das Ziel von KODO ist, dass Menschen mit einer Gehbehinderung mobiler werden, eine grössere finanzielle Unabhängigkeit erreichen, selbst für ihre Nahrung aufkommen können und im öffentlichen Raum einen Platz finden. EcoSolidar unterstützt die Organisation im Bereich der biologischen Landwirtschaft. Seither lernen gehbehinderte Bäuerinnen und Bauern Techniken des Kompostierens und der Agroforstwirtschaft und werden bei der Anwendung dieser Techniken von KODO unterstützt.

Die biologische Landwirtschaft ist für die gehbehinderten Bäuerinnen und Bauern — die meist über wenig finanzielle Mittel verfügen — eine Möglichkeit, trotz geringen finanziellen Ressourcen Landwirtschaft zu betreiben und nicht viel Geld für teures Hybridsaatgut und chemische Düngemittel auszugeben. Für Menschen mit einer Gehbehinderung und deren Angehörigen ist dies ein grosser Schritt in Richtung Unabhängigkeit. KODO unterstützt im Bereich der biologischen Landwirtschaft jährlich insgesamt 150 Familien in 5 Gemeinden in der Region Salima.

Im Ausbildungszentrum in Salima finden zudem 6-monatige Ausbildungen in Schneiderei und Korbstuhlflechten statt. Die Auszubildenden werden ausserdem in Techniken des biologischen Landbaus geschult. Sie vermitteln das Erlernte in ihren Gemeinden weiter und stärken so ihre eigene soziale Integration.

George Chimpiko - KODO Partnerprojekt

George Chimpiko

Geschäftsleiter KODO, Malawi

„Ich bin mit einem Klumpfuss zur Welt gekommen und kann die Schwierigkeiten von Menschen mit einer Gehbehinderung sehr gut verstehen. Deshalb konzentriere ich mich als Geschäftsleiter von KODO auf diese Zielgruppe. Ich bin sehr glücklich, dass wir zu ihrer Ernährungssicherheit beitragen können. Das erfüllt meinen Traum, Menschen mit einer Gehbehinderung zu unterstützen.“

Trainingszentrum für biologische Landwirtschaft

Kleinbäuerinnen werden von ACAT darin geschult, mit geringen und lokal verfügbaren Mitteln die Ernährungssituation ihrer Familie zu verbessern und zu diversifizieren. ACAT vermittelt u.a. Kenntnisse zu Wassersammlungssystemen, konservierender Bodenbearbeitung, Lagerung von Saatgut, natürlicher Schädlingsbekämpfung und Geflügelhaltung. Durch das erlangte Wissen können sich die Haushalte mit kostenniedrigen Investitionen

TRAININGSZENTRUM FÜR BIOLOGISCHE LANDWIRTSCHAFT

ACAT setzt auf die Förderung organischer Landwirtschaft, um die ärmsten Haushalte in Eswatini (ehemals Swasiland) bei der Verbesserung ihrer Lebensgrundlage zu stärken.

Kleinbäuerinnen werden von ACAT darin geschult, mit geringen und lokal verfügbaren Mitteln die Ernährungssituation ihrer Familie zu verbessern und zu diversifizieren. ACAT vermittelt u.a. Kenntnisse zu Wassersammlungssystemen, konservierender Bodenbearbeitung, Lagerung von Saatgut, natürlicher Schädlingsbekämpfung und Geflügelhaltung. Durch das erlangte Wissen können sich die Haushalte mit kostenniedrigen Investitionen auf diversifizierte Lebensmittelquellen stützen, um ihre Lebensgrundlagen zu sichern. Die ausgebildeten Frauen verbreiten das erlangte Wissen in ihren Dörfern langfristig weiter.

In Mbuluzi betreibt ACAT ein Forschungs- und Trainingszentrum in organischer Landwirtschaft mit einem 0.2 ha grossen Permakultur- und Demonstrationsgarten: Hier werden verschiedene Methoden, Anbauweisen und Saatgut untersucht. An diesem Zentrum organisiert ACAT ausserdem Ausbildungen für Kleinbäuerinnen und Organisationen, die sich für organische Landwirtschaft einsetzen. Die organische Landwirtschaft soll in der Region gefördert und verbreitet und die Unabhängigkeit der Bäuerinnen gestärkt werden. 2018 wurden die Schlafmöglichkeiten im Trainingszentrum ausgebaut.

ACAT fördert die Verbreitung lokaler Maissorten als Alternative zu Gentech- und Hybridpflanzen. Die Maissorten werden am Trainingszentrum gepflanzt, untersucht, auf dem Buseleni-Bauernhof vervielfacht und schliesslich günstig an die Kleinbäuerinnen weiterverkauft. Die Abhängigkeit von teurem Hybridsaatgut wird somit unterbunden.

Enock Dlamini – Acat Partnerprojekt

Enock Dlamini

Geschäftsleiter ACAT, Eswatini

„ACAT setzt sich für eine grünere und gesündere Lebensgrundlage der Kleinbäuerinnen und Kleinbauern in Eswatini ein.“

Permakultur-Schulgarten gegen Hunger

In der ländlichen Gegend um Ng’ongo sind Hunger und Mangelernährung weit verbreitet. Unsere Partnerorganisation ASUD (Action for Sustainable Development) bewirtschaftet einen Permakultur-Garten an der Schule in Ng’ongo mit ca. 450 Schülerinnen und Schüler. Durch die Erträge aus dem Schulgarten erhalten die Kinder ausgewogene Mahlzeiten, was ein Anreiz für den Schulbesuch ist.

Permakultur Schulgarten Malawi

Permakultur-Schulgarten gegen Hunger

Unsere Partnerorganisation ASUD bewirtschaftet einen Permakultur-Schulgarten in Ngongo, Mzimba, im Norden Malawis. Durch die Förderung von organischen Anbaumethoden will ASUD Hunger und Mangelernährung bekämpfen.

In der ländlichen Gegend um Ng’ongo sind Hunger und Mangelernährung weit verbreitet. Unsere Partnerorganisation ASUD (Action for Sustainable Development) bewirtschaftet einen Permakultur-Garten an der Schule in Ng’ongo mit ca. 450 Schülerinnen und Schüler. Durch die Erträge aus dem Schulgarten erhalten die Kinder ausgewogene Mahlzeiten, was ein Anreiz für den Schulbesuch ist.

Gleichzeitig dient der Garten als Demonstrationsfeld und Trainingsort: Die lokale Bevölkerung lernt hier, wie Hunger und Mangelernährung mit lokal verfügbaren Mitteln und wenig Geld bekämpft werden können. Dabei steht der Anbau von einheimischen Gemüsesorten und Früchten mit hohem Nährwert im Fokus. Diese Sorten sind nicht zuletzt resistenter gegen die Auswirkungen des Klimawandels. ASUD zeigt zudem, wie organischer Dünger als Alternative zu teurem Kunstdünger selbst produziert werden kann. Als Quelle für den Dünger dient ein Schweinestall.

2018 baute die Organisation neben der Schule einen Tiefbohrbrunnen, durch den die Pflege des Gartens nun deutlich erleichtert wurde. Das Wasser wird ausserdem zum Trinken, Kochen, Putzen und für die tägliche Hygiene wie Händewaschen genutzt.

In der Gemeinschaft um Ng’ongo initiierte die Organisation 15 Permakultur-Clubs. In diesen Clubs unterstützen sich die Mitglieder gegenseitig dabei, die gelernten Methoden anzuwenden und eigene Permakultur-Gärten zu bewirtschaften.

THOMAS NGWIRA

Geschäftsleiter von ASUD, Malawi

„Ich liebe es, mit ländlichen Gemeinschaften zusammenzuarbeiten und Lösungen zu suchen im Bereich Ernährungssicherheit, Ernährungsweise und Umwelt. Insbesondere die Arbeit mit Frauen und Kindern liegt mir am Herzen. Ich habe gelernt, dass von der Förderung der Frauen der gesamte Haushalt profitiert, da sie direkt für das Wohl der Familie verantwortlich sind. Ebenso profitiert die Gemeinschaft langfristig von der Förderung der Kinder.“ines der Grundprinzipien unserer Arbeit in den Gemeinden ist die Überzeugung, dass jede Frau das Recht und die Fähigkeit hat, selbst über ihr Leben zu bestimmen; unsere Rolle ist es, diesen Entscheidungsprozess zu erleichtern.“

Stärkung von gewaltbetroffenen Frauen

Stärkung von gewaltbetroffenen Frauen

Unsere Partnerorganisation SIEDS kämpft in der Region um Bangalore für eine gewaltfreie Gesellschaft und setzt sich für die Stärkung von Frauen ein. Das Kollektiv bietet Beratungen an, leistet Kriseninterventionen und wichtige Sensibilisierungsarbeit.

Für gewaltbetroffene Frauen in den Gemeinden Kolar und Anekal ist SIEDS eine verlässliche Anlaufstelle, von der sie eine fundierte und ganzheitliche Beratung erhalten. Die Frauen werden gestärkt und dazu befähigt, die verschiedenen Formen der Gewalt in der Gesellschaft zurückzuweisen. Ausserdem leistet das Kollektiv unmittelbare Kriseninterventionen, auch bei weiteren marginalisierten Gruppen wie Sexarbeiterinnen und Transgender-Personen.

In öffentlichen Sensibilisierungsanlässen schliesst SIEDS die Zivilbevölkerung in die Diskussion über Gewalt und Gleichberechtigung mit ein. Die Sprecherinnen haben gewichtige Stimmen und erreichen ein grosses, auch junges, Publikum. Mit der Sensibilisierungsarbeit soll die Veränderung hin zu einer Gleichberechtigung der Frauen auf gesellschaftlicher, behördlicher und juristischer Ebene angestossen werden. Um das zu erreichen, bringt SIEDS verschiedene AkteurInnen zusammen, die sich für diese Anliegen einsetzen.

SIEDS unterstützt zudem die Selbstorganisation von Frauengruppen in den Gemeinden und engagiert sich in verschiedenen Solidaritätsnetzwerken. Durch den Anstoss jüngerer Teammitglieder wurde die Arbeit um neue Themen erweitert: Menschenhandel und die durch Armut hervorgerufene Gewalt unter jungen Menschen.

Mamatha Yajamman

Beraterin des SIEDS Kollektivs, Indien

„Eines der Grundprinzipien unserer Arbeit in den Gemeinden ist die Überzeugung, dass jede Frau das Recht und die Fähigkeit hat, selbst über ihr Leben zu bestimmen; unsere Rolle ist es, diesen Entscheidungsprozess zu erleichtern.“

Bildung und eine bessere Zukunft für Kinder in der Not

In der Region um Kampong Cham werden Ausbildungsplätze dringend benötigt. BSDA (Buddhism for Social Development Action) betreibt eigene Sozialunternehmen und ermöglicht Berufslehren in den Bereichen Mechanik, Elektronik, Hotellerie, Gastronomie und Schönheitspflege.

BILDUNG UND EINE BESSERE ZUKUNFT FÜR KINDER IN NOT

Unsere Partnerorganisation BSDA arbeitet in Kampong Cham mit Kindern und Jugendlichen aus extrem armen und zerrütteten Familien. Die verschiedenen Bildungsprogramme ermöglichen den jungen Menschen Chancen und positive Zukunftsperspektiven.

In der Region um Kampong Cham werden Ausbildungsplätze dringend benötigt. BSDA (Buddhism for Social Development Action) betreibt eigene Sozialunternehmen und ermöglicht Berufslehren in den Bereichen Mechanik, Elektronik, Hotellerie, Gastronomie und Schönheitspflege.

Im „Smile Institute“ leben gegen 100 sozial gefährdete Kinder und Jugendliche. 11 von ihnen sind HIV- und Aidsbetroffene und besuchen die nahe gelegene Primar- und Sekundarschule. Die anderen weisen keine ausreichende Grundschulbildung auf und haben die Schule abgebrochen, weil sie in extrem armen und zerrütteten Familienverhältnissen aufgewachsen sind. Rund die Hälfte von ihnen sind Mädchen. Im ersten halben Jahr besuchen sie die „preperatory school“, wo sie eine Grundbildung nachholen. Während eines Jahres absolvieren sie anschliessend eine Berufslehre.

Das „Smile Restaurant“ ist ein solches Sozialunternehmen, das als Ausbildungsbetrieb für angehende Köche und Köchinnen sowie Service-Mitarbeitende dient. Da sich dieses Konzept bewährt hat, wurde 2018 der „Hanchey Bamboo Resort“ eröffnet, ein ökologisches Retraitenzentrum für Gäste aus dem In- und Ausland. Hier können Jugendliche eine Berufslehre in Gastronomie und Hotellerie absolvieren. Der Bau erfolgte ökologisch und sozial nachhaltig und förderte direkt die Entwicklung der umliegenden Dörfer. Durch die Einnahmen aus den Sozialunternehmen werden die BSDA-Bildungsprogramme mitfinanziert.

Besonders arme Familien erhalten Stipendien, damit ihre Kinder die Schule besuchen können. In zwei Drop-In-Zentren bietet die Organisation Nachhilfeunterricht und eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung an. Die Tanz- und Musikkurse sind sehr erfolgreich und tragen massgebend zur Stärkung des Selbstbewusstseins der Kinder bei. An einer lokalen Schule werden zudem Englisch- und Chinesischkurse angeboten und in zwei Kindergärten erhalten Kinder im Vorschulalter Betreuung.

Vandong Thorn

Geschäftsleiter BSDA, Kambodscha

„BSDA hat in den Gemeinden, in welchen wir arbeiten, starke und positive Partnerschaften entwickelt. Unsere Mission ist es, benachteiligte Menschen zu stärken, Mitgefühl zu fördern und insbesondere für Frauen, Kinder und Jugendliche die Lebensqualität durch Bildung, Gesundheit und durch die Entwicklung der Lebensgrundlagen zu erhöhen.“

Eine neue Perspektive für indigene durch Biolandbau

Die Gemeinschaft der Bunong in Mondulkiri ist betroffen von Land-Grabbing durch internationale Kautschukfirmen. Der Verlust des Landes verbreitet Hoffnungslosigkeit und entfacht soziale Probleme. Im Biolandbau finden die Indigenen eine Alternative für ihre Existenzsicherung und Zuversicht und Hoffnung für ihre Gemeinschaft.

EINE NEUE PERSPEKTIVE FÜR INDIGENE DURCH BIOLANDBAU

Unser lokaler Projektpartner BIPA (Bunong Indigenous People Association) lehrt in Mondulkiri, Kambodscha, die indigene Gemeinschaft der Bunong in Biolandbau. Dies gibt den von Land-Grabbing betroffenen Kleinbauern und Kleinbäuerinnen eine neue Perspektive.

Die Gemeinschaft der Bunong in Mondulkiri ist betroffen von Land-Grabbing durch internationale Kautschukfirmen. Der Verlust des Landes verbreitet Hoffnungslosigkeit und entfacht soziale Probleme. Im Biolandbau finden die Indigenen eine Alternative für ihre Existenzsicherung und Zuversicht und Hoffnung für ihre Gemeinschaft.

Unsere Partnerorganisation BIPA unterstützt die Bunong, indem sie ihnen technisches Know-how in organischem Landbau vermittelt. BIPA berät die Kleinbauern und Kleinbäuerinnen bei der Produktion und der Vermarktung von Cash Crops wie Pfeffer, Sacha Inchi (Inka-Erdnuss) und Kaffee sowie bei der Herstellung von Kompost und natürlichen Pestiziden. Sie lernen, wie sie das wenige Land, das ihnen bleibt, erfolgreich bewirtschaften können und werden in ihrer Unabhängigkeit von teuren, chemischen Produkten gestärkt. In Bousra baute BIPA eine Demonstrationsfarm auf, wo Setzlinge produziert und neue Anbaumethoden erforscht werden.
Die Mitarbeitenden von BIPA sind alle Bunong. Durch ihre Arbeit wird die Gemeinschaft zusätzlich gestärkt und es wird eine neue Zukunftsaussicht für die Bauernfamilien geschaffen.

Neth Prak

Geschäftsleiter von BIPA, Kambodscha

„BIPA ist eine zivilgesellschaftliche Organisation, die von den Bunong selbst gegründet wurde. Unser Ziel ist es, die Selbsthilfekapazitäten der Bunong zu stärken, um die drängenden Konflikte durch das Land-Grabbing zu lösen, die Nachhaltigkeit ihrer Lebensgrundlagen zu fördern und um den Zugang zu Bildung für die Jugendlichen zu verbessern. Es ist eine unserer Stärken, dass wir alle im Team selbst Bunong sind und das Alltagsleben mit den betroffenen Gemeinschaften teilen.“