Artikel von Madhu Bhushan aus Bangalore

Madhu Bhushan von unserer Partnerorganisation SIEDS hat einen sehr lesenswerten Artikel für das Journal „Seminar“ verfasst, den wir hier gerne mit euch teilen. Darin beschreibt sie poetisch und präzise die verschiedenen Auswirkungen der Krise. Einerseits erklärt sie, wie die unzähligen WanderarbeiterInnen, die zuvor unsichtbar und ungehört im Schatten der Bevölkerung lebten und arbeiten durch die Pandemie erst ein Gesicht bekamen, und dadurch auch erst das Ausmass dieser Realitäten zu Tage trat.

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Artikel von Madhu Bhushan aus Bangalore

Madhu Bhushan von unserer Partnerorganisation SIEDS hat einen sehr lesenswerten Artikel für das Journal „Seminar“ verfasst, den wir hier gerne mit euch teilen. Darin beschreibt sie poetisch und präzise die verschiedenen Auswirkungen der Krise. Einerseits erklärt sie, wie die unzähligen WanderarbeiterInnen, die zuvor unsichtbar und ungehört im Schatten der Bevölkerung lebten und arbeiten durch die Pandemie erst ein Gesicht bekamen, und dadurch auch erst das Ausmass dieser Realitäten zu Tage trat. Madhu beschreibt weiter, wie die Corona Pandemie trotz aller Widersprüchlichkeiten zu neuen Formen der Solidarität innerhalb der Gesellschaft führte: „It was a humanitarian response to a humanitarian crisis, both equally of epic proportions“.

Der Artikel ist ein spannendes Portrait dieser aussergewöhnlichen und komplexen Zeit in Indien, das einen hoffnungsvollen Grundgedanken transportiert. Der Artikel ist auf Englisch verfasst und hier zu finden: https://bit.ly/3ozhaok

Projektbesuch in Peru

Im Oktober besuchten wir unseren Projektpartner Pukllasunchis in Peru. An den Primarschulen in Ccoñamuro und Chillihuani produziert die Organisation Radioprogramme, die in der ganzen Region ausgestrahlt werden. Parallel dazu bildet Pukllasunchis die LehrerInnen in interkultureller Pädagogik aus. Für die SchülerInnen, die aus indigenen Gemeinschaften kommen und Quechua sprechend sind, ist das von grosser Bedeutung: Bis vor kurzem war die Schule in Peru ein Ort, wo Kindern vor allem Spanisch und die westlich geprägte urbane Kultur gelehrt wurden. Dank dem Radioprojekt können die Kinder ihre Lebenswelt in den Unterricht einbringen und ihr Selbstvertrauen und ihre kommunikativen Kompetenzen stärken. Wir haben zwei der Kinder in ihrem Schulalltag begleitet – Henry, der die Schule in Ccoñamuro besucht und Ermelinda, die in Chillihuani zur Schule geht.

Projektbesuch in Peru

Im Oktober besuchten wir unseren Projektpartner Pukllasunchis in Peru. An den Primarschulen in Ccoñamuro und Chillihuani produziert die Organisation Radioprogramme, die in der ganzen Region ausgestrahlt werden. Parallel dazu bildet Pukllasunchis die LehrerInnen in interkultureller Pädagogik aus. Für die SchülerInnen, die aus indigenen Gemeinschaften kommen und Quechua sprechend sind, ist das von grosser Bedeutung: Bis vor kurzem war die Schule in Peru ein Ort, wo Kindern vor allem Spanisch und die westlich geprägte urbane Kultur gelehrt wurden. Dank dem Radioprojekt können die Kinder ihre Lebenswelt in den Unterricht einbringen und ihr Selbstvertrauen und ihre kommunikativen Kompetenzen stärken. Wir haben zwei der Kinder in ihrem Schulalltag begleitet – Henry, der die Schule in Ccoñamuro besucht und Ermelinda, die in Chillihuani zur Schule geht.

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Henry hat nicht weit zur Schule. Zu Fuss ist er in drei Minuten dort.

Die Schule von Ccoñamuro liegt auf 3’900 M.ü.M.

Für die Tonaufnahmen studieren die Schulklassen ganze Theaterstücke zu einem bestimmten Thema ein. Meistens machen sie die Aufnahmen unter freiem Himmel. Henry und ein Schulkollege transportieren den Lautsprecher, über den sie die nötige Musik für ihr «Theaterstück» abspielen werden.

Die Kinder wissen genau, wie sie besimmte Geräusche für die Tonaufnahmen immitieren können.

Alle Aufnahmen werden immer im Beisein von allen SchülerInnen gemacht. Die LehrerInnen, die am Projekt teilnehmen, sind engagiert und wissen ganz genau, für was sie ihren Einsatz leisten.

Henry übernimmt auch die Rolle des Kommentators.

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Zwischen den einzelnen Tonaufnahmen gibt es oft Zeit für Spiel, Spass und Tanz.

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Zuhause erledigt Henry verschiedene Aufgaben. Neben jenen für die Schule hilft er auch im Haushalt mit. Wenn seine Eltern nicht zu Hause sind, ist er auch für Anliegen der Nachbarn zuständig.

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Die Meerschweinchen, die seine Eltern züchten und an Restaurants verkaufen, füttert er besonders gern.

Im Unterricht verbindet der Lehrer das Thema des Radioprogramms mit Schulstoff, oft auch mit Mathematik. Rechenaufgaben machen Henry dann besonders Spass, wenn sie mit einer Geschichte verbunden werden können.

Fürs Mittagessen sorgen die Mütter der SchülerInnen, die sich in dieser Aufgabe regelmässig abwechseln.

Im Nachbarsdorf befindet sich das Studio des «Radio Ausangate». Hier werden die Radioprogramme der Landschulen regelmässig ausgestrahlt. Radio Ausangate ist ein Radiosender unter vielen, die diese Radioprogramme ausstrahlen.

Ermelinda und ihre Kolleginnen auf dem Weg zur Schule in Chillihuani. Das Dorf liegt etwa eine dreistündige Autofahrt von Ccoñamuro entfernt.

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Die Mädchen versuchen immer, in einer möglichst grossen Gruppe zur Schule zu gehen. Das macht viel mehr Spass.

Um noch rechtzeitig zum Unterricht zu kommen, müssen die letzten Meter dann jeweils sehr schnell zurückgelegt werden. Heute erst recht, denn Pukllasunchis kommt für die Tonaufnahmen.

Die letzten Vorbereitungen dafür werden noch im Klassenzimmer getroffen. Die LehrerInnen Delia Espinoza sagt: «Für mich als Lehrerin gibt es eine Zeit vor und eine nach dem Radioprojekt. Das Projekt gibt den indigenen Kindern und ihrer Kultur Anerkennung. Sie öffnen sich und fühlen sich Teil des Unterrichts und der Gruppe. Dies fördert ihre Bereitschaft zum Lernen und das zählt unglaublich viel hier.»

Das Thema für die Radiosendung, für das sich die Klasse entschieden hat, ist die «Heirat». Sie wollen aufnehmen, wie in ihrer Dorfgemeinschaft geheiratet wird. Vor den Aufnahmen noch stehen die Buben auf einer Seite…

… und die Mädchen auf der anderen Seite.

Als die Aufnahmen dann beginnen, mischt sich die Gruppe allmählich.

Jetzt treten verschiedene Akteure auf: hier zum Beispiel der Ritualführer …

… die Erzählerin, …

… eine Köchin, …

… die Chicha (Maisbier), das an keinem Fest fehlen darf, …

… die tanzenden Gäste, …

… und immer wieder Ermelinda, die bei diesen Tonaufnahmen, die aber in Tat und Wahrheit ein phantastisches Theaterstück sind, voll aus sich herauskommt.

Die Lehrerin Delia geht auch voll mit und freut sich, als ob sie Teil der Klasse wäre.

Nach dem eigentlichen Stück stellen sich alle Kinder noch vor. Das Wichtigste dabei sind für die Kinder die Grüsse an ihre Eltern, Geschwister und Verwandten, die in ein paar Wochen diese Sendung über das Radio hören werden.

Zum Schluss dann noch ein Gruppenbild. Die Kinder sind stolz darauf, dass sie ein äusserst gutes Feedback von Pukllasunchis erhalten haben.

Delia, die Lehrerin, besucht regelmässig die Eltern ihrer SchülerInnen. Ermelinda spielt in ihrer Freizeit mit ihren Cousinnen und Freundinnen, und sie hilft zu Hause im Haushalt. Zum Beispiel unterstützt sie ihre Mutter beim Kochen.

An Besuch fehlt es nie bei Ermelinda, denn sie und ihre Mutter sind  bekannt als gute Gastgeberinnen. Wenn alle gerade Zeit haben, zeigt Ermelindas Mutter den Mädchen ein paar Tricks in der Textilkunst.

Und wenn es kühler wird, unterhalten sie sich im etwas wärmeren Esszimmer.

Das war eine fantazztische Premiere, Circo!

Es ist einer der letzten heissen Sommertage des Jahres und im Zelt des Station Circus in Basel sitzen die ZuschauerInnen Knie an Knie. Die Tribüne ist bis auf den letzten Platz besetzt und die Stimmung aufgeheizt: Kaum betritt in der ersten Szene der lustige Postbote die Bühne, klatscht das Publikum begeistert mit. Was darauf folgt, ist ein fantastischer Zirkusabend, an dem nicht nur Jonglierkeulen spektakulär durch die Luft fliegen sondern auch ArtistInnen.

Das war eine fantazztische Premiere, Circo!

Es ist einer der letzten heissen Sommertage des Jahres und im Zelt des Station Circus in Basel sitzen die ZuschauerInnen Knie an Knie. Die Tribüne ist bis auf den letzten Platz besetzt und die Stimmung aufgeheizt: Kaum betritt in der ersten Szene der lustige Postbote die Bühne, klatscht das Publikum begeistert mit. Was darauf folgt, ist ein fantastischer Zirkusabend, an dem nicht nur Jonglierkeulen spektakulär durch die Luft fliegen sondern auch ArtistInnen.

Mit der Premiere am 31. August in Basel hat für den Jugendzirkus Circo Fantazztico die zweimonatige Europatournee 2019 gestartet. Dreizehn ArtistInnen und vier MusikerInnen sind Teil des diesjährigen Tournee-Ensembles. Zuhause in San Isidro, Costa Rica, hatten sie monatelang für das aktuelle Stück «Rondoland» trainiert. Für die meisten von ihnen ist es die erste Gelegenheit, ihr artistisches Können im Ausland zu zeigen. Nach den Schweizer Auftritten in Basel, Bern und Uster (Zirkus filacro) ist die Gruppe in Frankreich, Deutschland und Österreich unterwegs. Wir wünschen dem Circo Fantazztico eine grossartige weitere Europatournee!

Uns bleibt jetzt nur noch der Blick zurück mit den Bildern von Christian Jaeggi und dem Film von Julian Gresenz – euch beiden ein herzliches Dankeschön!

Für einen Auftakt mit vielen Lachern sorgt der charmante Postbote mit seinen geheimnisvollen Paketen.

Valeria Elizondo (hier als Schriftstellerin) ist seit sechs Jahren Teil des Circo Fantazztico.

Stürmige Zeiten im Pariser Cabaret Odeon, wo im Mai 1968 ArtistInnen, AktivistInnen und zwielichtige Gestalten aufeinander treffen.

Kevin Benavides (rechts im Bild) spielt Rodo, ein Idealist und unermüdlicher Kämpfer, der 1968 beschliesst, sein kleines Dorf zu verlassen und eine abenteuerliche Reise in ein fernes Land zu unternehmen.

Der Kampf um soziale Gerechtigkeit und Freiheit in Lateinamerika ist das zentrale Thema im Stück «Rondoland».

Neben sozialkritischen Themen bringt der Jugendzirkus immer auch beeindruckende Artistik auf die Bühne.

Gerade einmal 10 Jahre jung ist Axel Picado, der entweder durch die Luft fliegt…

…oder in schwindelerregender Höhe getragen wird. Der Träger Jeudy Estrada (unten) ist seit 13 Jahren Teil des Circo Fantazztico.

Dasselbe gilt für Byron Marin. Heute trainieren er und Jeudy selbst die jüngeren TeilnehmerInnen.

Manche Akrobatikszenen des Circo Fantazztico sind definitiv nichts für schwache Nerven.

Das Ensemble für die Europatournee setzt sich aus neuen und erfahrenen ArtistInnen zusammen. Dabei zählen aber nicht nur die artistischen Fähigkeiten, sondern auch, ob sich jemand gut in die Gemeinschaft des Circo Fantazztico einbringt und regelmässig die Schule besucht.

Die familiären Hintergründe der teilnehmenden Jugendlichen sind sehr unterschiedlich. Eine Geschichte ist jene von Adriana Bermudez – sie hat dem Uster Anzeiger ein Interview gegeben, welches ihr unter diesem Link lesen könnt.

Adriana (links) sammelt am Schluss der Aufführung die Kollekte ein. Diese fliesst direkt in das sozialpädagogische Zirkusprojekt des Circo Fantazztico in Costa Rica. An dieser Stelle Danke an alle UnterstützerInnen!

Das Zelt des Station Circus in Basel sorgt an diesem Abend für die perfekte Zirkusatmosphäre.

Adiós und bis zum nächsten Mal, Circo Fantazztico!

Weiterbildung für die Malawi-Projekte

Für unsere Projektpartner in Malawi war der August ein besonderer Monat: Sie trafen sich zum ersten Mal und fuhren gemeinsam nach Tansania ans SAT-Ausbildungszentrum für ökologische Landwirtschaft (Sustainable Agriculture Tanzania).

Weiterbildung für die Malawi-Projekte 

Für unsere Projektpartner in Malawi war der August ein besonderer Monat: Sie trafen sich zum ersten Mal und fuhren gemeinsam nach Tansania ans SAT-Ausbildungszentrum für ökologische Landwirtschaft (Sustainable Agriculture Tanzania).

ASUDKODO und LOMADEF vermitteln Methoden des biologischen Landbaus an Kleinbauernfamilien mittels Schulgärten, mit einer Demonstrationsfarm und durch die Ausbildung von gehbehinderten Bauern und Bäuerinnen zu Leadfarmers. Der Wunsch nach neuem Wissen war von allen Projektpartnern während den letzten Jahren geäussert worden. Neues Wissen ist für diese Arbeit zwingend notwendig und der Austausch von Erfahrungen enorm wertvoll.

Die Rückmeldungen sind sehr positiv und der Enthusiasmus der Teilnehmenden deutlich spürbar. Wir sind überzeugt, dass diese Weiterbildung, die durch EcoSolidar ermöglicht wurde, starke Impulse für die Projekte bringen wird. Die Reise war eine wichtige Lebenserfahrung für alle und hat die Organisationen einander näher gebracht.

Die Reise begann in Mzuzu, wo sich die insgesamt elf Mitarbeitenden unserer drei Partnerorganisationen trafen. Hier besuchten sie zunächst alle das Schulgarten-Projekt von ASUD und tauschten sich über die Projektarbeit und über Permakultur aus.

Thomas Ngwira, Geschäftsleiter von ASUD, führte durch den Permakultur-Schulgarten. Durch die Erträge aus dem Garten erhalten die Kinder ausgewogene Mahlzeiten, was ein Anreiz für den Schulbesuch ist. Gleichzeitig dient der Garten als Demonstrationsfeld und Trainingsort für die lokale Bevölkerung.

Danach reiste die Gruppe weiter nach Morogoro, Tansania, ans Biolandbau-Trainingszentrum SAT (Sustainable Agriculture Tanzania). 10 Tage lang besuchten sie Kurse, betätigten sich aktiv auf den Demonstrationsfeldern und bildeten sich weiter in der Verarbeitung landwirtschaftlicher Produkte.

Sie lernten neue Methoden kennen wie etwa Sackgärtnerei: Unabhängig vom Boden kann auf einfache Weise zuhause ein Küchengarten angelegt werden.

Projektbesuch in Indien

Frischer Wind in Bangalore: Unermüdlich kämpft unsere Partnerorganisation SIEDS in Bangalore, Indien, gegen die Gewalt an Frauen. Auf unserem Besuch vor Ort im Juli 2019 wurden wir positiv überrascht vom frischen Wind, der durch die Organisation weht. Wir trafen auf eine neue Generation junger Mitarbeiterinnen, die eine lebendige Gesprächskultur prägen und wichtige Aufgaben in den Projekten und in der Organisation übernehmen. In der Gemeindearbeit werden neue Akzente gesetzt, um die Nachhaltigkeit zu garantieren und für die Frauenarbeit hat SIEDS sich einen neuen Namen gegeben: „Gamana“ bedeutet „zielgerichtet auf dem Weg sein“.

Projektbesuch in Indien

Frischer Wind in Bangalore: Unermüdlich kämpft unsere Partnerorganisation SIEDS in Bangalore, Indien, gegen die Gewalt an Frauen. Auf unserem Besuch vor Ort im Juli 2019 wurden wir positiv überrascht vom frischen Wind, der durch die Organisation weht. Wir trafen auf eine neue Generation junger Mitarbeiterinnen, die eine lebendige Gesprächskultur prägen und wichtige Aufgaben in den Projekten und in der Organisation übernehmen. In der Gemeindearbeit werden neue Akzente gesetzt, um die Nachhaltigkeit zu garantieren und für die Frauenarbeit hat SIEDS sich einen neuen Namen gegeben: „Gamana“ bedeutet „zielgerichtet auf dem Weg sein“. 

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Mamtha arbeitet in Anekal, einem Vorort von Bangalore. Gewaltbetroffene Frauen haben hier mit ihrer Unterstützung eine Gruppe gegründet, in der sie sich gegenseitig austauschen, beraten und unterstützen. Mamtha ermutigt die Frauen, ihre Geschichten zu erzählen. Wir nahmen an einem Treffen dieser Frauengruppe teil.

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Einzelne Frauen erzählten von ihren schweren Erfahrungen mit Gewalt. In der Gruppe können sie offen und angstfrei ihre Geschichte erzählen. Hier erleben sie Solidarität, finden Trost, Mut und nicht zuletzt eine gemeinsame Stimme, um ihre Rechte einzufordern. 

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Shantama (links) ist sehr aktiv in der Frauengruppe und hat das Treffen zusammen mit Mamtha organisiert. Falls einer Frau etwas passiert, mobilisiert die Gruppe Unterstützung für sie und vermittelt in der Familie, im Dorf und mit der Polizei. So können sie Druck ausüben auf die Behörden und Fälle von Gewalt öffentlich machen und Recht einfordern.

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Mamtha will ihr Wissen an die nächste Generation weitergeben. Manu (Mitte) arbeitet seit Anfang Jahr mit Mamtha zusammen. Sie studiert Recht an der Universität und kann von Mamtha viel lernen, etwa wie eine Beschwerde auf dem Polizeirevier eingereicht wird. Mit Christine spricht sie über die Herausforderungen ihrer Arbeit.

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Mit Shanta Bai (rechts) fuhren wir nach Kolar, einem Vorort von Bangalore, wo sie seit 26 Jahren mit Frauen arbeitet, die Gewalt in der Familie oder in der Beziehung erlebt haben. Die Frauen suchen mit Shanta’s Unterstützung einen Weg hinaus aus der Gewalt. Dabei ist die Zusammenarbeit mit der Polizei und der lokalen Regierung sehr wichtig. Dank Shanta’s langjährigem Engagement und ihrer Bekanntheit gelingt es immer häufiger, die Rechte der Frauen durchzusetzen.

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Seit diesem Jahr steht Lakshmi an ihrer Seite, die neue Ideen einbringt und der Shanta ihr grosses Wissen weitergeben kann. Lakshmi sagt, dass Shanta eine Mentorin für sie sei und sie viel von ihr lernen kann.

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Auf unserem Besuch konnten Shanta und Lakshmi ihr neues Büro einweihen und haben nun auch einen eigenen Ort, an dem sie die Frauen empfangen und beraten können. Hier stehen sie mit zwei weiteren Mitarbeiterinnen von SIEDS vor ihrem neuen Büro.

Jasmin bei den Pioneras

«Heute waren wir in den staubigen Hügeln von Jicamarca unterwegs. Läuft man durch diese karge Gegend, glaubt man kaum, auf eine so energievolle & positive Gruppe zu treffen, wie wir sie mit den «Pioneras» kennengelernt haben. Die Umgebung verschwindet und es entsteht ein Raum, wo Solidarität und Freundschaft stark spürbar werden.»

Jasmin bei den Pioneras

«Heute waren wir in den staubigen Hügeln von Jicamarca unterwegs. Läuft man durch diese karge Gegend, glaubt man kaum, auf eine so energievolle & positive Gruppe zu treffen, wie wir sie mit den «Pioneras» kennengelernt haben. Die Umgebung verschwindet und es entsteht ein Raum, wo Solidarität und Freundschaft stark spürbar werden.»

Als Praktikantin bei EcoSolidar hat Jasmin Schraner im letzten Jahr viel über unsere Projekte erfahren. Wir freuen uns sehr, dass sie in ihren Semesterferien eines besuchen konnte! Diese Fotos hat sie uns aus Peru geschickt und kommentiert. «Las Pioneras» ist ein neues Projekt von EcoSolidar in Peru.

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Jicamarca ist eine karge Gegend am Rande von Lima. Grundlegende Infrastruktur wie Wasserversorgung ist hier kaum vorhanden, was das Leben schwierig macht. In den letzten zwei Jahren hat sich hier eine Frauengruppe gebildet, die den stolzen Namen „Las Pioneras“ – die Pionierinnen – trägt.

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Gemeinsam mit Tabita, Mitinitiantin der Partnerorganisation INDEMNNA, fahren wir mit Zug und Bus nach Jicamarca.

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In Jicamarca werden wir von den Compañeras, wie sich die Frauen untereinander nennen, und ihren Kindern erwartet. In der Vorstellungsrunde kommen alle zu Wort, auch die Kinder. Dass sie ebenso einbezogen und in ihrem Selbstwertgefühl gestärkt werden, ist zentral für das Projekt, erklärt uns Tabita, die Projektleiterin. Wir spüren das starke Gemeinschaftsgefühl in der Gruppe – und den Stolz, Teil von etwas besonderem zu sein. Nein, etwas wie die Pioneras gebe es weit und breit nicht, sagt Gloria, die mit ihrer Tochter am Treffen teilnimmt.

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Wir besuchten die Kleinunternehmen von zwei Compañeras. Das ist Vicky, die ein Recycling-Kleinunternehmen aufbaut. INDEMNNA unterstützt sie bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsideen und leistete finanzielle Starthilfe. Ein Ziel von Vicky ist, dass sie schon bald andere Compañeras bei sich anstellen kann.

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Vicky kauft Plastiksäcke ein, die sie dann säubert, zum Beispiel von Bostitch. Die sauberen Plastiksäcke kann sie an ein Recyclingunternehmen verkaufen. In Jicamarca ist es extrem schwierig Arbeit zu finden. Für Vicky ist das ein Schritt in die Unabhängigkeit.

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Wir besuchten auch Eulalia (rechts) in ihrer kleinen Schneiderei. INDEMNNA unterstützte auch sie bei der Weiterentwicklung ihrer Geschäftsidee und leistete finanzielle Starthilfe.

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Hier sind wir im Schneiderei-Atelier von Eulalia.

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Eulalia pflanzt vor ihrem Haus Blumen und Kräuter. Tabita freut sich über die Begrünung, welche in dieser kargen Gegend besonders auffällt. Es ist so beeindruckend zu sehen, wie viel entstehen kann trotz der schwierigen Bedingungen in Jicamarca und den vielen weiteren Hürden, welche die Frauen überwinden müssen. Dass sie das hierfür nötige Vertrauen in sich und ihre Fähigkeiten gewinnen, ist ein wichtiges Ziel des Projekts.