Bildung für Kinder und 
Jugendliche in Not

Kambodscha ist eines der ärmsten Länder der Welt. Rund ein Drittel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Ein Weg, um dieser Armutsspirale zu entkommen, führt über Schulbildung und berufliche Ausbildung. Unser lokaler Projektpartner BSDA vergibt und betreut Stipendien an die ärmsten Familien, damit deren Kinder die Schule besuchen können. Die Organisation bietet Kurse in Englisch, Nachhilfe, sowie Unterricht in traditionellem Tanz und Musik an.

BSDA – Eine bessere Zukunft dank Berufslehren

Bildung für Kinder und Jugendliche in Not

Kambodscha ist eines der ärmsten Länder der Welt. Rund ein Drittel der Bevölkerung lebt unter der Armutsgrenze. Ein Weg, um dieser Armutsspirale zu entkommen, führt über Schulbildung und berufliche Ausbildung. Unser lokaler Projektpartner BSDA vergibt und betreut Stipendien an die ärmsten Familien, damit deren Kinder die Schule besuchen können. Die Organisation bietet Kurse in Englisch, Nachhilfe, sowie Unterricht in traditionellem Tanz und Musik an. Jugendlichen, die aufgrund ihrer Not die Schule abgebrochen haben, ermöglicht BSDA, Schulstoff nachzuholen und eine Berufslehre zu absolvieren. Unser Projektpartner in Kampong Cham betreut mehr als 900 Kinder und Jugendliche aus extrem armen Verhältnissen. Unter anderem auch Lae und Srey.Photos Christian Jaeggi

Fotoreportage aus dem Projekt in Kambodscha

Lae ist 15 und lebt unter einfachsten Bedingungen mit ihren Eltern und Geschwistern in einem Vorort von Kampong Cham, Kambodscha.

Ihre Mutter hat seit Geburt eine Gehbehinderung. Aufgrund der Behinderung kann sie lediglich einer unregelmässigen Arbeit nachgehen. Die Prothesen und die medizinische Versorgung sind für die Familie eine grosse finanzielle Herausforderung.

Lae hat eine Schwester und einen Bruder. Der Vater von Lae ist Taxifahrer. Er arbeitet hart. Aber mit dem Einkommen kommt die Familie nur sehr schlecht über die Runden.

Lae geht mit dem Fahrrad zur Schule. Sie ist nicht die Einzige… Auf dem Weg trifft sie viele ihrer Schulkameradinnen an. Ihr Fahrrad wird ihr von BSDA zur Verfügung gestellt, damit sie kein Geld für den Bus oder das Tuk-Tuk ausgeben muss.

Nach der Schule geht Lae Apsara tanzen. Bei BSDA hat sie diesen traditionellen kambodschanischen Tanz gelernt.

Lae gehört zu den ersten Apsara-Tänzerinnen bei BSDA. Inzwischen gibt sie ihre Faszination fürs Tanzen an jüngere Teilnehmerinnen weiter.

Bei öffentlichen Auftritten verdient Lae und die gesamte Tanz- und Musikgruppe etwas dazu. Die Aufführungen sind sehr erfolgreich und beliebt.

Srey ist 15 Jahre alt. Der Vater von Srey hat die Familie vor vielen Jahren verlassen. Seine Mutter ist alleinerziehend und arbeitet als Bauarbeiterin für 3 USD pro Tag.

Als einziger Mann in der Familie übernahm Srey bereits jung viel Verantwortung im Haushalt. Mit 11 Jahren begann Srey in einem Restaurant zu arbeiten, um die Familie finanziell zu unterstützen. Srey arbeitete jeweils von 5:00 Uhr morgens bis 21:30 Uhr in der Nacht.

Mit diesen strengen Arbeitszeiten konnte Srey die Schule nicht mehr besuchen. Als Srey vom BSDA-Programm hörte, entschied er sich, den verpassten Schulstoff nachzuholen.

Schlussendlich entschied er sich für eine Kochlehre. Srey hilft seither regelmässig bei der Vorbereitung der Mahlzeiten im „Smile Institute“ mit.

Im „Smile Institute“ fand Srey neben einer Berufslehre auch eine neue Familie. Er lebt hier im Rahmen des betreuten Wohnens während eineinhalb Jahren mit anderen Jugendlichen zusammen. Da viele Jugendliche aus zerrütteten Familienverhältnissen kommen, werden sie auch psychologisch begleitet und gestützt.

Mittagszeit im Restaurant „Smile“ in Kampong Cham. Ein Teil der Kochlehre absolviert Srey in diesem internen Restaurant von BSDA. Das Restaurant funktioniert als Sozialunternehmen.

Dank den sympathischen Mitarbeitenden, den leckeren Menus und der ausgezeichneten Lage am Ufer des Mekongs zieht das Sozialunternehmen viele Touristen und Einheimische an. Das Restaurant ist selbsttragend.

In Zukunft sollen in einem Retraitenzentrum ausserhalb von Kampong Cham mehr benachteiligte Jugendliche wie Srey und Lae einen betreuten Ausbildungsplatz finden. Der Bau ist in vollem Gange: Das entstehende Restaurant, der Meditationsraum und die Bungalows werden alle aus Bambus und lokalen Materialien gebaut. Die Bauarbeiter sind Leute aus den umliegenden Gemeinden. Der Ertrag aus diesem Zentrum für in- und ausländische Gäste wird für die Sozialprogramme verwendet werden.

Auch Vin Dina kommt aus einer armen Familie und hatte die Schule abgebrochen, um Geld zu verdienen. Ihr Vater erfuhr von BSDA und vor drei Jahren absolvierte sie eine Kochlehre: „Ich habe kochen gelernt, aber auch viel über das Zusammenleben mit anderen. Und ich habe gemerkt, dass die Welt grösser ist, als ich gedacht hatte.“

Nach der Ausbildung sammelte sie in verschiedenen Hotels weitere Erfahrung. Heute ist sie stolze Besitzerin einer kleinen Gaststube: „Ich bin sehr zufrieden, ich habe zwar viel Arbeit, aber ich bin meine eigene Chefin. Und ich bin stolz, wenn meine Kunden zufrieden sind.“

Arbeitende Kinder fordern ihre Rechte ein

Arbeitende Kinder in Peru

Arbeitende Kinder fordern ihre Rechte ein

In Peru arbeitet jedes vierte Kind unter 14 Jahren, um sein Leben und die Schule zu finanzieren – oft unter unwürdigen Verhältnissen. Anstatt die Augen vor dieser Realität zu verschliessen, unterstützt die peruanische Organisation IFEJANT arbeitende Kinder dabei, sich zu organisieren und ihre Rechte einzufordern. Die Förderung der Schulbildung und der Erhalt und die Wiederherstellung der Würde arbeitender Kinder stehen für IFEJANT im Zentrum. Rund 120 Kinder werden jährlich in Lima, Sullana und Piura durch IFEJANT unterstützt. José, Natalia und Christhian sind drei davon.
Wir haben sie zusammen mit dem Fotografen Christian Jaeggi in ihrem Alltag in Lima begleitet. Photos Christian Jaeggi

Fotoreportage aus dem Projekt in Peru

ARBEITENDE KINDER IN PERU
José verkauft jeden Tag nach der Schule Eis auf dem Markt. Ohne dieses Zusatzeinkommen könnte seine Familie nicht über die Runden kommen und sein Schulbesuch wäre gefährdet

José ist nicht der Einzige. Etwa ein Drittel der Kinder in Peru arbeitet, um zu überleben. Anstatt die Augen vor dieser Realität zu verschliessen, setzt sich IFEJANT für würdevolle Arbeitsbedingungen dieser Kinder ein.

Im Falle von José wurden zusammen mit den Eltern klare Arbeitszeiten, eine klare Aufgabenteilung und Zeiträume für die Freizeit festgelegt. José arbeitet nicht mehr spät abends.

DAS PROGRAMM VON IFEJANT
Natalia und Christhian nehmen zweimal in der Woche nach der Schule am Programm von IFEJANT teil. In der Backstube eignen sie sich praxisbezogen Schulstoff an und lernen mehr über ihre Rechte. Sie sollen sich gegen Ausbeutung zu wehren wissen und ihrer Arbeit in Würde nachgehen können.

In den Kursen von IFEJANT erfahren die Kinder und Jugendlichen mehr über ihre Rechte. Die Kinder sollen sich gegen Ausbeutung zu wehren wissen und einer Arbeit in Würde nachgehen können.

Die Muffins sind bereit für den Verkauf am Schulkiosk und in der Gemeinde. Die Erträge werden den Kindern und deren Familien einmal jährlich ausbezahlt. Dies ist für viele Familien eine wichtige zusätzliche Einnahme, mit der sie die Kosten für die Schulhefte, den Transport und die obligatorische Schuluniform decken können.

CHRISTHIAN LEBT UNTER PREKÄREN VERHÄLTNISSEN
Christhians Schulweg. In Villa Maria del Triunfo (Lima) gibt es keine Wasserleitungen, die meisten Dächer sind aus Asbest, die Wege schlecht und der Elektrizitätsanschluss fehlt in vielen Haushalten.

Christhian holt täglich Wasser für seine Familie. In Villa Maria del Triunfo gibt es keine Wasserleitungen, die meisten Dächer sind aus Asbest, die Wege sind dürftig und der Elektrizitätsanschluss fehlt in vielen Haushalten.

Der Vater von Christhian ist Taxifahrer. Christhian ist oft alleine zu Hause.

REGELMÄSSIGER SCHULBESUCH ALS BEDINGUNG DER PROGRAMMTEILNAHME
Die zwölfjährige Natalia geht in die sechste Klasse. Der regelmässige Schulbesuch ist Bedingung, um an den Kursen von IFEJANT teilzunehmen, und Voraussetzung für eine bessere Zukunft.

Natalia nimmt täglich einen einstündigen Fussmarsch auf sich, um den Schulunterricht und die Kurse von IFEJANT zu besuchen. Besonders am Abend ist ihr dieser unbeleuchtete Weg unheimlich.

Natalias Zuhause. Das besetzte Grundstück liegt weit abgelegen von Villa Maria del Triunfo. Licht und Elektrizität gibt es hier nicht.

STÄRKUNG DER SELBSTBESTIMMUNG UND DER RECHTE DER KINDER
José weiss sich in der Welt der Erwachsenen durchzusetzen. Ein Ziel des IFEJANT-Projektes ist mehr Mitsprache und Selbstbestimmung der Kinder.

Neben der Schule und der Arbeit muss für die Kinder ebenso Zeit für Freizeit verbleiben. Zusammen mit IFEJANT, den Kindern und den Familien werden solche Zeiträume ausgehandelt.

Frauen finden ihren Weg aus der Gewalt

SIEDS setzt sich in Bangalore, Indien, für die Stärkung von Frauen und gegen die Gewalt an ihnen ein. Die Frauen erhalten in Krisensituationen direkte Unterstützung und Beratung und werden langfristig in ihren Handlungsmöglichkeiten gestärkt. SIEDS fördert die Selbstorganisation von Frauengruppen und bezieht die Zivilbevölkerung durch Kampagnen in die Diskussion über Gewalt und Gleichberechtigung ein.

Frauen finden ihren Weg aus der Gewalt

SIEDS setzt sich in Bangalore, Indien, für die Stärkung von Frauen und gegen die Gewalt an ihnen ein. Die Frauen erhalten in Krisensituationen direkte Unterstützung und Beratung und werden langfristig in ihren Handlungsmöglichkeiten gestärkt. SIEDS fördert die Selbstorganisation von Frauengruppen und bezieht die Zivilbevölkerung durch Kampagnen in die Diskussion über Gewalt und Gleichberechtigung ein. Ziel von SIEDS ist auch, die Regierung und entsprechende Institutionen für geschlechterdiskriminierende Gesetze und Praxen in die Verantwortung zu nehmen. Folgende Fotoreportage gibt Einblick in die tägliche Arbeit von SIEDS. Photos Christian Jaeggi

Fotoreportage aus dem Projekt in Indien

BANGALORE: STADT DER KONTRASTE
SIEDS arbeitet in Bangalore: Eine acht-Millionen-Stadt geprägt von Kontrasten, einem rasanten ökonomischen Wachstum, einer boomenden IT-City und einer stets zunehmenden sozialen Ungleichheit.

Obwohl Bangalore seit der Jahrtausendwende international als Silicon Valley von Indien bezeichnet wird, hat diese rasante Entwicklung auch ihre Schattenseiten. Eine Mehrheit profitiert vom rapiden Wachstum. Gleichzeitig schüren die allgegenwärtigen medialen Werbungen die Hoffnung auf Wohlstand auch in den ärmsten Bevölkerungsschichten.

Eine geplante Einkaufsmall. 6’000 vertriebene Familien. Die Stadt kann mit ihrem Boom nicht mithalten. Zwar hat sich ein elitärer Mittelstand herausgebildet, aber gleichzeitig überbordet die Armut in den Slums und soziale Spannungen nehmen stetig zu. Unter dieser Form von struktureller Gewalt leiden die Frauen am stärksten.

DIE KOSTSPIELIGE HOCHZEIT
Hochzeitshalle in Bangalore. Gerade in Städten wird im Zuge des rasanten ökonomischen Wachstums der Druck auf Frauen immer grösser eine möglichst hohe Mitgift in die Ehe einzubringen. Auch Männer leiden unter diesem wachsenden Druck.

Beim Sari darf bei der Hochzeit nicht gespart werden. Gefördert werden die hohen Ansprüche durch die Medien, welche das Bild einer perfekten Braut prägen und den Traum vom wohlhabenden Lebensstil damit verbinden.

Werbung für pompöse Hochzeiten ist in den Einkaufsmeilen von Bangalore omnipräsent. Nur die wenigsten Familien können sich solch hohe Ausgaben für die Hochzeit ihrer Tochter leisten. Die Erwartungen der Familie des Ehemannes sind meist gross.

„HAUSHALTSUNFÄLLE“
Eine zu geringe Mitgift, eine zu schlichte Hochzeit, unkontrollierter Alkoholkonsum, hoher gesellschaftlicher Druck, Frustration: Verschiedenste Gründe führen zu physischer und psychischer Gewalt an Frauen. Gewaltexzesse wie Verbrennungen werden meist als Haushaltsunfälle deklariert.

Ein weiterer „Haushaltsunfall“. 2015 wurden auf der Verbennungsstation im Victoria Spital in Bangalore 542 Verbrennungsopfer eingewiesen. SIEDS dokumentiert und untersucht die Fälle, begleitet die Frauen und setzt sich für bessere hygienische Zustände im Spital ein.

Viele Frauen erliegen ihren Verbrennungen bevor sie das Victoria Spital erreichen. Einige Frauen zünden sich auch selber an. Sie sehen in der Selbstverbrennung den einzigen Ausweg aus ihrer täglichen Gewaltspirale.

DIE BERATUNGSARBEIT VON SIEDS
Die Beraterin von SIEDS zeigt mögliche Strategien auf, um aus der Gewaltspirale auszubrechen. Im Kriseninterventionszentrum beraten Sozialarbeiterinnen gewaltbetroffene Frauen und suchen, wenn möglich, mit den Familien zusammen nach Lösungen.

Eines der Grundprinzipien der Beratungsarbeit von SIEDS ist, dass jede Frau das Recht und die Fähigkeit hat, selbst über ihr Leben zu bestimmen. SIEDS sieht ihre Rolle darin, den Entscheidungsprozess während den Beratungen zu erleichtern.

Die Beraterinnen von SIEDS ziehen wenn immer möglich Ehemänner und Familien der Klientinnen in die Beratung mit ein. Wenn keine Lösung oder Abmachung gefunden wird, unterstützt SIEDS die Frauen bei allfälligen rechtlichen Schritten.

Die Mitarbeiterinnen von SIEDS setzen sich tagtäglich direkt in den Familien und Gemeinden der gewaltbetroffenen Frauen ein und bestärken sie in ihrer Selbstbestimmung. Wenn nötig verhandelt SIEDS direkt mit den Behörden.

OHNE SENSIBILISIERUNG GEHT NICHTS
Die Schülerinnen hängen an den Lippen der Mitarbeiterin von SIEDS. Gewalt kann nicht nur kurzfristig behoben werden. Geschlechterrollen müssen von jung an neu überdacht, diskutiert und ausgehandelt werden. SIEDS sensibilisiert in Schulen, Quartieren und bei Behörden.

Immer wieder kommt es in Bangalore im öffentlichen Verkehr zu Belästigungen von und Gewalt an Frauen. Zusammen mit anderen Organisationen bietet SIEDS für Busfahrerinnen und Busfahrer Trainings zum Thema Gewaltprävention in Bussen und an Bushaltestellen an.

SIEDS führt regelmässig Marmaras „Gespräche unter den Bäumen“ durch, um die Öffentlichkeit zu Themen miteinzubeziehen wie beispielsweise Mitgiftgewalt, selektive Abtreibung von weiblichen Föten, Alkohol, Demokratie, Stärkung von Frauen.