COVID-19: Berichte aus unseren Partnerprojekten

Was bedeutet Corona für unsere ProjektpartnerInnen etwa in Indien, Kambodscha, Malawi und Peru? Wir sind sehr besorgt über die Situation in unseren Projektländern, wo die Gesundheitssysteme schlecht ausgebaut sind, das Alltagsleben der Menschen ohnehin schon von existenziellen Schwierigkeiten geprägt ist und die Hygienevoraussetzungen oft sehr schlecht sind.

COVID-19: Berichte aus unseren Partnerprojekten

Was bedeutet Corona für unsere ProjektpartnerInnen etwa in Indien, Kambodscha, Malawi und Peru? Wir sind sehr besorgt über die Situation in unseren Projektländern, wo die Gesundheitssysteme schlecht ausgebaut sind, das Alltagsleben der Menschen ohnehin schon von existenziellen Schwierigkeiten geprägt ist und die Hygienevoraussetzungen oft sehr schlecht sind. Wir stehen via Skype und Whatsapp in engem Kontakt mit unseren PartnerInnen vor Ort. Über die Gespräche mit ihnen informieren wir auf Facebook und an dieser Stelle.

Gerade in dieser Krisenzeit gilt es, die Unterstützung aufrecht zu erhalten. Dabei sind wir auf eure Mithilfe angewiesen:

  • Mit einer Spende unterstützt ihr unsere Partnerorganisationen dabei, ihre Projekte über die Corona-Krise hinweg zu retten, wichtige Informationsarbeit zu leisten sowie Hilfe beim Zugang zu Seife und Desinfektionsmittel für die Menschen in ihren Projekten. Online Spenden geht unkompliziert und sicher über unsere Website.
  • Teilt unsere Beiträge auf Facebook und erzählt euren Freunden und Bekannten von der Situation in den EcoSolidar-Projekten.

Wir danken euch herzlich für Eure Hilfe, die uns allen Mut macht!
Im Folgenden findet ihr unsere Facebookbeiträge der vergangenen Wochen gebündelt und chronologisch geordnet.


16. Oktober 2020

Gestern skypten wir mit FENAMAD (Federación Nativa del Río Madre de Dios y Afluentes (FENAMAD), unserer Partnerorganisation in Puerto Maldonado, Peru. Während bei uns die Coronavirus-Infektionen wieder ansteigen, hat sich die Lage hier endlich etwas beruhigt, wenn auch auf hohem Niveau. Woche für Woche kehren die indigenen Jugendlichen aus ihren Gemeinschaften im peruanischen Amazonasgebiet für ihr Studium in die Stadt zurück. Die meisten gingen aufgrund von COVID-19 in ihre jeweiligen Gemeinschaften zurück. 

In Puerto Maldonado leben sie zusammen im Wohnhaus von FENAMAD. Diese Woche sind es bereits wieder 14 StudentInnen, freut sich die Projektleiterin Katya Mallea. Da die Universitäten in Peru immer noch geschlossen sind, findet das Studium für alle weiterhin online von zuhause aus statt. Katya Mallea begleitet die Jugendlichen in ihrem Studium und im Alltag eng. Das Zusammenleben im Wohnhaus habe sich langsam wieder normalisiert, erzählt sie. Die lange Zeit während des Lockdowns sei für die Jugendlichen, die hier im Haus wohnen, sehr schwer auszuhalten. Sie sind sich ein sehr freies Leben gewohnt in ihren Gemeinschaften auf dem Land.

Katya Mallea steht in engem Kontakt mit weiteren Jugendlichen, die auch wieder in die Stadt zurückkommen wollen, um ihr Studium fortzusetzen. Auf dem Land haben sie kaum Internetempfang und vielen fehlen die technischen Mittel, um am Online-Studium teilzunehmen. Ein paar Jugendliche sahen sich deshalb auch gezwungen, das Studium zu unterbrechen. Katya Mallea erzählt, dass sie nun gemeinsam nach Lösungen suchen, damit sie ihr Studium in der Stadt sobald wie möglich wieder aufnehmen können. 

Unsere Partnerorganisation FENAMAD unterstützt indigene Jugendliche bei ihrem Studium in der Stadt Puerto Maldonado in Peru: https://bit.ly/34WTJwI


6. Oktober 2020

Gestern haben wir mit Tabita Lozano geskyped, unserer Projektpartnerin in Lima, Peru. Unsere Partnerorganisation IDEMNNA arbeitet hier in einem Aussenviertel der Hauptstadt mit einer Gruppe von Frauen, die sich „Las Pioneras“ nennen – die Pionierinnen.Durch Corona ist die Situation für viele Familien hier absolut prekär geworden. Tabita Lozano erzählt, dass es kaum mehr Arbeit gibt. Die finanziellen Sorgen der Familien seien gross und ebenso die Angst vor einer Ansteckung mit Covid-19. Die Gesundheitsversorgung ist schlecht, zuhause bleiben könne man sich nicht leisten. In der Gruppe unterstützen sich die Frauen so gut sie können gegenseitig. Sie erzählen sich von ihrem Alltag, wie es ihnen ergeht und wie sie Schwierigkeiten meistern. Sie tauschen sich aus über gesunde Ernährung und über Schutzmassnahmen zu COVID-19. Die Gruppe sei ein ganz wichtiger Halt, gerade jetzt, sagt Tabita Lozano.

Und die Gruppe bleibt im Viertel nicht unbemerkt! 💪💃Eine der Pioneras kennt Frauen aus einem anderen Quartier, die sich sehr für die Aktivitäten der Pioneras interessieren. Auf ihre Initiative hin nahm IDEMNNA Kontakt mit ihnen auf. Tabita Lozano hat uns Fotos von einem Treffen mit ihnen geschickt und erzählt: “Die Fotos stammen vom letzten Treffen mit den Frauen, die sich den Pioneras anschliessen wollen. Bei diesem Treffen haben wir uns gegenseitig vorgestellt und uns über Werte unterhalten wie zum Beispiel Solidarität und Respekt. Wir haben ihnen erzählt, dass unsere Arbeit auf Vertrauen aufbaut und auf horizontalen Beziehungen. Lorena, eine der Pioneras, berichtete über die Geschichte der Pioneras, wozu die Gruppe da ist und wie sie entstanden ist. Wir erzählten von unseren Aktivitäten: Den Workshops, die wir mit den Müttern und den Kindern und Jugendlichen durchführen sowie über den Aufbau von kleinen Unternehmen.“

In diesem Fotobericht erfahrt ihr mehr über die Pioneras: https://bit.ly/3iCogo4 Wir sind weiterhin auf eure Mithilfe angewiesen, um unsere Partnerinnen und Partner zu unterstützen. Jede Spende ist wichtig und ganz herzlich willkommen! ❤️https://ecosolidar.ch/de/spenden


25. September 2020

Anfang dieser Woche haben wir mit Neth und Than von unserer Partnerorganisation The Bunong Indigenous People Association (BIPA) in Kambodscha geskyped. Eine erfreuliche Botschaft vorab: 🐝 Diese Woche erhielt BIPA unverhofft einen Anruf von UNESCO, der Organisation der Vereinten Nationen für Bildung, Wissenschaft und Kultur. Sie lädt unsere Partnerorganisation an eine Konferenz nächstes Jahr am Hauptsitz in Paris ein, um ihr Bienenprojekt über nachhaltige traditionelle Honiggewinnung vorzustellen.🐝👏 Der Ansatz des Projektes sei bemerkenswert und habe Vorbildcharakter, weil er sich am Nutzen für die Gemeinschaft und am nachhaltigen Umgang mit der Umwelt orientiert. Die Konferenz dient auch der Vernetzung mit anderen Organisationen und Experten, die weltweit auf diesem Gebiet arbeiten und es wird Trainings für die Teilnehmenden geben. Wir freuen uns mit BIPA über diese Anerkennung für ihre Arbeit und drücken die Daumen, dass diese Reise nächstes Jahr möglich sein wird.🎊
Die Situation um COVID-19 in Kambodscha sei besser geworden, erzählt Neth. Offiziell werden weniger Ansteckungen gemeldet, doch Corona beeinflusst den Alltag vieler Menschen immer noch stark. Die Wirtschaft wurde hart getroffen. Viele Fabriken etwa mussten vorübergehend schliessen und viele Menschen verloren ihre Arbeit. Auf dem Land in Bousra, wo BIPA arbeitet, sei die Situation dagegen relativ entspannt. Die Bauern und Bäuerinnen können auf ihre Felder, haben ihren Alltag und bleiben auf ihren Farmen. Auch die Nahrungsmittelpreise seien wieder auf ein normales Niveau gesunken. Die Trainings finden nicht in grossen Gruppen statt, sondern bei den Bauern und Bäuerinnen zu Hause. Unsere Partnerorganisation BIPA arbeitet in Kambodscha mit der von Land-Grabbing betroffenen indigenen Gemeinschaft der Bunong. Im Biolandbau finden sie eine Alternative für ihre Existenzsicherung sowie Zuversicht und Hoffnung für ihre Gemeinschaft. Unsere Fotoreportage zum Projekt gibt einen spannenden Einblick in den Alltag und in die Arbeit von BIPA: https://ecosolidar.ch/…/die-bunong-kaempfen-um-ihre…/


16. September 2020

Christina und Alex von unserer Partnerorganisation Pukllasunchis Cusco erzählen uns, wie schwierig und angespannt die Situation vor Ort nach wie vor ist. In Cusco herrscht zwischen 20 Uhr und 4 Uhr morgens, genauso wie jeden Sonntag eine Ausgangssperre, tagsüber können einzelne Branchen zwar wieder arbeiten, aber die Kinder gehen weiterhin nicht zur Schule. Die Bildungssituation ist aufgrund des mangelnden Zugangs zu Internet verheerend. Mindestens ein weiteres halbes Jahr werden die Schulen geschlossen bleiben. Die Strategie des Lehrplans wurde darum angepasst, und die Lehrerinnen und Lehrer von Pukllasunchis werden speziell dafür geschult, virtuelle Workshops anzubieten. Obwohl dies den Nachteil bringt, dass der Kontakt zu den Kindern fehlt, sind sie sehr motiviert, den Kindern auf diese Weise Inhalte zu vermitteln. 🙏🌿

Das bilinguale Radioprogramm ist seit der Krise aber besonders gefragt und die Bedeutung des Ansatzes wird noch deutlicher: Lokal, bikulturell und partizipativ – die Kinder können anhand von Alltagserfahrungen lernen und das Radioprogramm erreicht auch Haushalte ohne Internetgeräte. Auch weiterhin können diejenigen Kinder, die Zugang zur Technik haben, das Programm so gut es geht mitgestalten: Sie können ihre Stimmen oder Videos schicken, die dann wiederum anderen Kindern zur Verfügung gestellt werden. So zirkuliert das Wissen und das Material. ✨🌺

Die grosse Frage für unsere Partnerorganisation bleibt: Wie kann man das Unterrichtsmaterial so aufbereiten, dass es für möglichst viele Kinder zugänglich wird?Der sogenannte „Digital Gap“ wird beim virtuellen Schulunterricht extrem deutlich. Pukllasunchis versucht mit allen Mitteln und kreativen Lösungen, diesen ein wenig zu mindern. Es wird beispielsweise zusätzlich versucht, gedruckte Lernkarten und Unterrichtsmaterialien zu verteilen, da viele Kinder gar keinen Zugang zu Internet oder auch Radio haben. Diese werden den Kindern jeweils bei der Übergabe von Nahrungsmittelpaketen überreicht.Das Engagement unserer ProjektparterInnen berührt und motiviert uns: Mit einer Spende helft ihr mit, dass sie auch während dieser Krise ihre Arbeit fortsetzen können: https://bit.ly/3bWCjDq Vielen Dank!🙏✨


4 September 2020

Katya von unserer Partnerorganisation Federación Nativa del Río Madre de Dios y Afluentes (FENAMAD) erzählt uns im Skypegespräch, dass der lokale Lockdown in der Region Madre de Dios nochmals verlängert wurde. Die vier indigenen Jugendlichen im Studierendenhaus, die positiv auf Corona getestet wurden, sind mittlerweile wieder gesund und es gibt keine weiteren Personen mit Symptomen im Haus.

Letzten Samstag startete in der Casa Miraflores der Kurs zur integralen Persönlichkeitsentwicklung. Bis Ende Jahr sollen noch acht weitere Workshops durchgeführt werden, in denen die indigenen Jugendlichen ihre persönlichen Lebensprojekte entwickeln, Zielsetzungen erarbeiten, ihre Identität und sozialen Fähigkeiten stärken und sich in konstruktiver Konfliktlösung üben. Das Bild oben zeigt einen virtuellen Workshop der Studierenden mit Katya von FENAMAD. 🌿

Die schlechte Internetverbindung in den Gemeinschaften hatte leider einige Studienabbrüche zur Folge, da die Jugendlichen dadurch dem Online-Unterricht nicht folgen konnten. Die Kommunikation ist insgesamt erschwert, weshalb teilweise die Prüfungstermine nicht wahrgenommen werden konnten. FENAMAD ist im Moment dabei, mit der technischen Hochschule eine Vereinbarung zu finden, sodass zusätzliche Prüfungstermine für diese Jugendlichen erlaubt werden. Da die Schule den Jugendlichen nicht glaubt, ist Katyas Vermittlung gefragt. Und sie zeigt Erfolg: Einer von ihnen konnte den Wiederholungstest nun bereits nachholen und hat bestanden! 🙏✨

Durch den Lockdown können die geplanten Ausflüge aufs Land erneut nicht durchgeführt werden. Katya und die Jugendlichen hoffen sehr, dass sie in naher Zukunft wieder auf das Feld können, das sie im Projekt gemeinsam bepflanzen. Dort steht bald die Bananenernte an, und danach muss der Acker neu bestellt werden.

EcoSolidar unterstützte FENAMAD auch mit Nothilfepaketen für die abgelegensten und besonders gefährdeten Gemeinschaften. Diese konnten letzten Monat erfolgreich überreicht werden, wie ihr auf den Fotos sehen könnt! 💚


27. August 2020

Peru Lima Pioneras

Eine starke Gruppe! Neuigkeiten von den Pioneras in Lima 👉Die „Pioneras“ sind 32 Frauen, Mütter, die in den Hügeln von Jicamarca leben, am Rande der peruanischen Hauptstadt Lima. Sie haben sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen und sich den Namen „Las Pioneras – die Pionierinnen“ gegeben. Denn zusammen wollen sie neue Wege gehen und die Lebenssituationen ihrer Familien verbessern.💪😍

Das Leben hier war schon vor Corona nicht einfach und durch den Lockdown ist die Situation für die Familien absolut prekär geworden. Doch die Pioneras wären nicht die Pioneras, würden sie nicht auch jetzt zusammenhalten und ihre Ideen weiterverfolgen.

Unsere Partnerorganisation IDEMNNA arbeitet in Peru in einem Aussenviertel der Hauptstadt Lima, wo Migrantenfamilien aus verschiedenen Teilen des Landes leben.


14. August 2020

Unsere Partnerorganisation KODO in Malawi will weitere 800 Stoffmasken nähen, 100 Händewaschstationen aufbauen sowie 4 Infrarot-Thermometer kaufen. Dazu brauchen wir eure Unterstützung! Jeder Betrag zählt! Schon mit 30 Franken kann KODO z.Bsp. 50 Schutzmasken nähen! Mit 20 Franken ist eine Händewasch-Station finanziert! Wir freuen uns über jede Unterstützung und danken für euer Vertrauen.

Bild: KODO besucht ehemalige ProjektteilnehmerInnen der Ausbildung in Biolandbau und Schneiderei regelmässig zuhause. Auch Kiney Fason näht zurzeit Schutzmasken. Sie pflanzt zudem Gemüse an und erntet genug, um etwas davon verkaufen zu können. Sie hat mittlerweile 6 Ziegen, 12 Hühner und ein paar Fruchtbäume.

KODO arbeitet mit gehbehinderten Bauern und Bäuerinnen in den Dörfern um Salima. Die Gesundheitsversorgung in den Dörfern ist prekär und zu den nächsten Spitälern ist der Weg weit. Die Menschen seien sehr verunsichert und es gibt eine steigende Nachfrage nach Masken, Schutzmassnahmen wie Masken, Händewasch-Stationen, Seife und Thermometer. In einem ersten Schritt haben ehemalige Projektteilnehmer begonnen, Stoffmasken zu nähen. Bisher konnten 950 an die Familien verteilt werden. Dank den Masken sind kleinere Treffen wieder möglich und die Bauern und Bäuerinnen können ihre Ausbildung in Biolandbau fortsetzen, wie auf den Fotos zu sehen ist, die uns George Chimpiko geschickt hat. In einem zweiten Schritt sollen weitere Familien 800 Stoffmasken und 100 Händewasch-Stationen erhalten!

Bild: Teresa zeigt die Ernte aus ihrem Gemüsegarten. Durch einen diversifizierten Anbau kann sie nicht nur genug ernten, sondern auch eine ausgewogene Ernährung für ihre Familie sicherstellen. Denn nicht nur Hunger, sondern auch Mangelernährung hat fatale Folgen.


10. August 2020

Indien ist nach den USA und Brasilien das Land mit den meisten Covid-19 Fällen: Diese haben die Millionengrenze bereits gesprengt. Wir haben erneut mit unserem Partnerkollektiv SIEDS in Bangalore geskyped. Sie sind alle zusammengekommen, um darüber zu diskutieren, wie ihre Arbeit in Zukunft gestaltet werden kann.
Bisher wurde versucht, so viel wie möglich ins Internet zu verlegen. Doch wie man die communities online erreichen kann, muss sich erst noch herauskristallisieren. Während des Lockdowns wurden Zoommeetings abgehalten, SIEDS entwickelte verschiedene Onlineprogramme und verfolgt nun die Idee, auch Webinare anzubieten. 🙏

Covid-19 Berichte

Neben den grossen finanziellen Unsicherheiten sowie der Nahrungsmittelunsicherheit durch die Lockdowns, ist nun die extreme Verbreitung des Virus zur Hauptsorge der Menschen geworden. Die Situation wird immer schlimmer. Auch viele Bekannte des Kollektivs haben sich angesteckt, berichten sie uns.

Da die staatlichen Gesundheitsinstitutionen völlig überfüllt sind, versucht SIEDS, die Gesundheitsversorgung auf lokaler Ebene zu fördern. Man versucht, kleinere Gruppen zu motivieren, sich mit lokalen ÄrtzInnen und Gesundheitspersonal zusammenzuschliessen und so die Versorgung zu dezentralisieren. Ausserdem versucht SIEDS, die Angst vor der Stigmatisierung zu mindern. Zusätzlich hat das Kollektiv in Zusammenarbeit mit der lokalen Gesundheitsbehörde zwei „Health Check up Camps“ eingerichtet, wo über den Coronavirus aufgeklärt wird und wo sich unter anderem auch Bauarbeiter und WanderarbeiterInnen untersuchen lassen können. 💚

SIEDS corona Indien

Angesichts der äusserst prekären Situation hat sich SIEDS seit Beginn der Coronakrise der Unterstützung der WanderarbeiterInnen angenommen. Viele von ihnen haben ihre Jobs und ihr Zuhause verloren, leben in grosser Unsicherheit und haben keinen Zugang zu Nahrungsmitteln. Sie steckten unter dem Lockdown in Bangalore fest und konnten nicht weiterreisen. SIEDS organisierte Transporte und Nahrungsmittel für die Betroffenen.

Im Rahmen eines breiten Netzwerkes konnte SIEDS sehr stark mobilisieren, und das Resultat war grossartig! Es kam extrem viel Solidarität und Unterstützung aus der Bevölkerung. Die Leute spendeten Geld und Essen für die WanderarbeiterInnen. „There is no other choice but work together.”, sagt Madhu.

Dank dem Protest dieses Netzwerkes konnte ausserdem erreicht werden, dass die Transporte für die ArbeiterInnen von der Regierung unentgeltlich durchgeführt wurden. ✨🙏

Wir sind beeindruckt vom Engagement unserer ProjektpartnerInnen! Unterstützen könnt ihr SIEDS ganz einfach hier: https://bit.ly/39Bkqc2
Danke! 🌷


28. Juli 2020

Normalerweise können wir auf unseren Projektbesuchen die Jugendlichen persönlich treffen, die bei Buddhism for Social Development Action (BSDA) eine Ausbildung machen oder ein Schulstipendium erhalten. Diese Gespräche geben einen Einblick in ihren Lebensalltag und zeigen anders als jeder formelle Projektbericht, welche Wirkung die Projekte haben. Besuche sind leider zurzeit nicht möglich. Umso mehr freuen wir uns über die beiden Portraits, die uns BSDA geschickt hat.

Sarann Khena ist 15 Jahre alt und geht in die High School. Von BSDA wird sie mit einem Stipendium unterstützt, denn ihre Familie kann sich ihren Schulbesuch nicht leisten. Aufgrund des Lockdown verloren ihr Vater und ihre Brüder die Arbeit. Als die Schule Mitte März schliesst, entschliesst sie sich, in einem Restaurant als Kellnerin auszuhelfen, um die Familie zu unterstützen. Die Schule und das Lernen will Sarann Khena aber auf keinen Fall aufgeben: Nach der Arbeit lernt sie zuhause im Selbststudium weiter und pflegt den Kontakt zu BSDA und anderen SchülerInnen. Sie sieht das Positive darin: Durch Covid-19 habe sie eine neue Art zu lernen kennengelernt, online und im Selbststudium. Sie ist motiviert und zuversichtlich, dass sie die High School so trotz Covid-19 erfolgreich abschliessen wird.

Keo Pich ist 21 Jahre alt und absolviert bei BSDA eine Lehre als Mechaniker. Er wuchs bei seiner Grossmutter auf. Mit 12 Jahren verliess er die Schule, um ihr in der Landwirtschaft zu helfen und sie finanziell zu entlasten und um seinen Geschwistern eine Schulbildung zu ermöglichen. Seit letztem Jahr lebt er im Smile Institute, wo er als fleissiger und wissbegieriger Schüler auffällt. Er nimmt an vielen Aktivitäten im Smile Institute teil, wie z.B. Landwirtschaft, Putzen und einmal in der Woche ist er mit dem Kochen dran.

Keo Pich entschied sich für eine Mechanik-Lehre. Sein Lehrer sagt, er habe grosses Durchhaltevermögen und sei sehr motiviert und freundlich zu den KundInnen. Er will sich weiterentwickeln und für die Zukunft hat er den Plan, in seinem Heimatdorf eine eigene Autowerkstatt zu eröffnen.

Wir sind laufend auf Unterstützung von euch angewiesen! Jede Spende ist herzlich willkommen und trägt dazu bei, dass diese Projekte durchgeführt werden können https://bit.ly/3jLfo1q


23. Juli 2020

Update aus Peru: Gestern telefonierten wir mit Katya von Federación Nativa del Río Madre de Dios y Afluentes (FENAMAD), unsere Partnerorganisation im peruanischen Amazonas.

Die Situation ist dramatisch. Die Fallzahlen in Peru und in Madre de Dios sind am Steigen. Es gelten weiterhin besonders strenge Massnahmen. Laut einer offiziellen Studie sind 4 426 Personen in Madre de Dios positiv getestet worden, 220 sind hier bisher an Covid-19 gestorben. Gemäss FENAMAD sind aktuell 350 Personen aus 12 Gemeinschaften positiv getestet worden. 290 Personen in 14 Gemeinschaften weisen Symptome auf. Mittlerweile gibt es auch im Umfeld von FENAMAD immer mehr Fälle von Infizierten, auch Tote. Das schlägt auf die Moral. Die Arbeitsbelastung ist extrem hoch, aber Katya erzählt, dass sich alle so gut sie können unterstützen und einander helfen.

FENAMAD arbeitet zurzeit relativ eng mit dem Gesundheitsministerium zusammen. Die Behörden vertrauen in dieser Situation auf das Wissen, die Kontakte und die Infrastruktur von FENAMAD. FENAMAD kennt die schwierige Situation der indigenen Bevölkerung besser als jeder andere und ist quasi Türöffner für Regierungsstellen, um die Indigenen in der südperuanischen Amazonasregion mit Not- und Präventionsmassnahmen zu erreichen. FENAMAD alarmiert die Behörden frühzeitig mit Berichten, die sie auf der Grundlage ihrer Kontakte und Gespräche mit den indigenen Gemeinden zur aktuellen Situation verfassen und bieten den Behörden Service und Infrastruktur an, wie etwa Boote. Im Gegenzug reagieren die Behörden aber extrem verhalten, was für FENAMAD sehr schwierig zu verstehen ist. FENAMAD steht unter finanziellem und zeitlichem Druck und ist auf Unterstützung angewiesen, um den Gemeinschaften zu helfen.

In Puerto Maldonado leben momentan 10 Studierende im Wohnheim von FENAMAD (Casa Miraflores). Einer davon ist positiv getestet worden und vier weisen Symptome auf. Glücklicherweise geht es aber allen schon wieder besser. Zurzeit verlassen sie alle die Casa Miraflores nicht und lernen hier online.  Sie halten zusammen, haben sich untereinander organisiert und den Haushalt und die Gartenarbeit aufgeteilt. Neben dem Gemüse aus dem Garten können sich die Studierenden auch bereits vom eigenen Reis ernähren, den sie auf einem Landstück ausserhalb der Stadt angepflanzt haben.

Ein grosses Problem haben diejenigen Studierenden, die Zuhause in ihrer Gemeinschaft sind und keine Handys und/oder keinen Netzempfang haben. Es geht jetzt darum, sie alle so gut es geht im Online Unterricht zu unterstützen und zu motivieren, damit sie nicht den Mut verlieren und ihr Studium abbrechen.

EcoSolidar unterstützt FENAMAD in dieser schwierigen Situation. Ihr könnt mithelfen! Wir sind froh um jede einzelne Spende! https://bit.ly/3hukVHy  Herzlichen Dank!!


16. Juli 2020

Unsere Projekte waren und sind seit COVID-19 besonders vielen Schwierigkeiten ausgesetzt. Allesamt haben sie aber aktiv, schnell und flexibel auf die neuen Umstände reagiert und verschiedene Massnahmen ergriffen. 🙏✨

So zum Beispiel unsere Partnerorganisation FENAMAD, die sich in Puerto Maldonado, Peru, für die Bildung indigener Kinder und Jugendlicher einsetzt. Schon in normalen Zeiten sind sie im Bildungssystem diskriminiert. Während der Corona-Krise sind sie komplett ausgeschlossen, denn für Fernunterricht brauchen die Familien Internetzugang und elektronische Geräte

Dies ist in den abgelegenen indigenen Gebieten nicht vorhanden. Darum gehen nun Lehrer und Lehrerinnen direkt zu den Familien nach Hause und unterrichten die Kinder vor Ort, unter Einhaltung der Massnahmen. 💚

Unterstützt das aussergewöhnliche Engagement unserer Partnerorganisationen direkt mit einer Spende!

Herzlichen Dank! 🌻


30. Juni 2020

🔥Wir sind überwältigt! 🔥

Vor zwei Wochen haben wir den Spendenaufruf für die Nothilfepakete für die Pioneras von Idemnna Idemnna Idemnna gestartet, und bereits ist fast der gesamte Betrag gedeckt. Tausend Dank allen, die mitgemacht haben! 🙏✨🌷

Die Pioneras haben mit der Herstellung und Verteilung der Pakete begonnen. So konnten die Masken bereits produziert werden und sind schon in Benutzung. 
Leider ist es aber teilweise schwierig, die Produkte zu beschaffen. Aufgrund der riesigen Nachfrage herrscht ein Mangel und beispielsweise Desinfektionsmittel ist an manchen Orten extrem teuer. Die Pioneras bleiben aber dran und werden uns weiter auf dem Laufenden halten! ✨

Insgesamt bleibt die Situation vor Ort weiterhin sehr schwierig und belastend. In einigen Familien kommt es vermehrt zu Konflikten, und besonders auch die Kinder leiden psychisch unter dem Stress, der Angst und der Unsicherheit.
Es gibt aber auch positive Beispiele, bei denen die Familien durch die Krise mehr zusammengeschweisst wurden. Die Frauen unterstützen sich gegenseitig über die Pioneras-Chatgruppe und es konnte nun auch wieder ein Treffpunkt für die Frauen eingerichtet werden. Dort finden wieder Aktivitäten statt, die den Frauen guttun und sie auch mal auf andere Gedanken bringen. 🌻

Weiterhin könnt ihr die Pioneras mit einer Spende unterstützen: https://bit.ly/3eHSlSk 🙏 Danke!


23. Juni 2020

Am Freitag skypten wir mit unserer Projektpartnerin Bee in Kampong Cham, Kambodscha. Die Situation habe sich etwas entspannt, weitere Lockerungen im Bildungswesen wurden beschlossen. Die Erleichterung darüber ist ihr anzusehen. Freudig berichtete sie, dass 10 neue Studierende soeben ins Smile Institute von unserer Partnerorganisation Buddhism for Social Development Action gezogen sind und nach einer 10-tägigen Quarantäne ihre Ausbildungen beginnen können.👏 Eine von ihnen, die Koch-Studentin Chey Troib, schaute spontan ins Skype Treffen hinein und erzählte von ihrer ersten Zeit im Smile Institute. In ihrer Freizeit gärtnert sie besonders gern mit den anderen Studierenden am Zentrum. Bee hat während dem Lockdown zahlreiche Aktivitäten organisiert, damit es den Studierenden nicht langweilig wird und sie motiviert bleiben.🌸🌱
Bee war übrigens früher selber eine Projektteilnehmerin, leitet seit diesem Jahr das Bildungsprogramm und ist Vize-Direktorin von BSDA. Unsere Fotoreportage aus dem Projekt.


16. Juni 2020

Spendenaufruf Lima

In Peru erreicht der Corona-Notstand dramatische Ausmasse, es ist mit über 200’000 Corona-Fällen nach Brasilien das am zweitstärksten betroffene Land in Südamerika. Die Situation ist für die „Pioneras“ in Lima’s Aussenbezirk Jicamarca besonders prekär. Sie haben keinen Zugang zu Wasser und Strom, durch den Lockdown fällt ihr Einkommen komplett weg, und sie können ihr Überleben nicht mehr finanzieren.

Tabita von unserer Partnerorganisation IDEMNNA hat nun einen Plan ausgearbeitet, um die Frauen und deren Familien ganz konkret mit einer Nothilfe zu unterstützen. Dazu brauchen wir euch alle!
Hier seht ihr, was ihr mit eurer Spende genau erreichen könnt:

Masken:
✨ 30.- 👉 Anfertigung von 12 Masken.
✨ 250.- 👉 gesamte Produktion von 100 Masken.
Hygieneset mit Desinfektionsmittel, Seifen, Waschmittel, Spül- und Reinigungsmittel usw.
✨ 60.- 👉 komplettes Hygieneset für eine Familie.
Handtücher: Damit die Familienmitglieder persönliche Handtücher verwenden können, müssen 90 Handtücher angefertigt werden.
✨ 30.- 👉 10 Tücher
Grundnahrungsmittel: 15 Familien benötigen Unterstützung bei der Beschaffung von Grundnahrungsmitteln.
✨ 100.- 👉 Nahrungsmittel-Nothilfe für eine Familie
✨ 180.- 👉 Nahrungsmittel-Nothilfe für drei Monate

Zusammen können wir viel bewegen und zur Sicherheit der „Pioneras“ beitragen. Jetzt mitmachen und spenden! Wichtig: Im Spendenformular unter „Bemerkung“ bitte „Nothilfe für Pioneras“ vermerken. 🙏🌿✨
Danke für eure Unterstützung! 💜


9. Juni 2020

Update aus Indien von unserer Partnerorganisation SIEDS in Bangalore: Obwohl sich das Virus im ganzen Land weiterhin stark ausbreitet, wurde die Ausgangssperre am 8. Juni aufgehoben. Eine Entspannung der Situation im Land wird jedoch erst ab September erwartet. Die Menschen bewegen sich sehr vorsichtig. Social Distancing sei zwar vorgeschrieben, werde aber nicht mit der nötigen Disziplin eingehalten.

SIEDS engagierte sich bisher insbesondere für die WanderarbeiterInnen. Shanthama und ihre KollegInnen verteilten unzählige Essenspakete und unterstützten die Menschen dabei, in ihre Heimatdörfer zurückzukehren. Millionen von WanderarbeiterInnen in Indien waren durch den Lockdown in eine absolut fatale Lage geraten. Nur vier Stunden nach Ankündigung war der Lockdown in Kraft getreten. Wer gerade unterwegs war, kam nicht mehr vorwärts und wurde seinem Schicksal überlassen.

SIEDS schreibt, dass die meisten von ihnen wohl zurückkommen werden, da sie in den Dörfern keine Arbeit haben. Diese massiven Migrationsbewegungen zwischen Stadt und Land werden Indien noch lange beschäftigen, ebenso die enorme Arbeitslosigkeit und Armut. Wir müssen abwarten, wie sich die Dinge entwickeln, schreibt SIEDS. Es wird Zeit brauchen, bis wir uns an die neuen Realitäten angepasst haben.

Für ihren schnellen und existentiellen Einsatz hat SIEDS übrigens kürzlich einen Rotary-Preis enthalten.

Mehr zum Projekt: https://bit.ly/3dOiEFE

Es bewegt uns sehr, wie engagiert sich unsere PartnerInnen in ihren Projekten einsetzen! Wir sind weiterhin auf eure Mithilfe angewiesen und freuen uns über jede Spende von euch 🙏🌿✨https://bit.ly/2ZzHC7H


2. Juni 2020

Die Lage in Peru bleibt heikel, die Covid-19-Infektionszahlen steigen nach wie vor an und der Lockdown dauert ebenfalls noch länger. Alle Schulen sind weiterhin geschlossen und der Unterricht findet online statt. Dies ist aber nicht für alle gleich einfach zu bewerkstelligen: Im peruanischen Hochland gibt es kein Internet, und Smartphones sind ebenso wenig verbreitet. Die SchülerInnen sind daher angewiesen auf das Radio, und einige BewohnerInnen der Region müssen dafür weit gehen. 📻

Dieser kurze Beitrag von ntv macht deutlich, wie wichtig die Arbeit unserer Partnerorganisation Pukllasunchis Cusco ist. Sie produziert zusammen mit indigenen Frauengruppen und Schulen zweisprachige Radioprogramme, mittels denen auf interaktive und kreative Weise unterrichtet wird und eine Auseinandersetzung mit indigenen Weltanschauungen stattfinden kann. So können die Kinder kontextbezogen lernen, und ihre Sprache und Kultur bekommen Raum im Bildungssystem und in den Medien. ✨🌿 Mit einer Spende könnt ihr dieses Projekt direkt unterstützen https://bit.ly/2XWc6OA 💙

Herzlichen Dank! 🙏
Mehr Informationen zum Projekt: https://bit.ly/2Xr5qJn

Biolandbau: Von der Schule in die Dorfgemeinschaften

Malawi-Permakultur-Schulgarten

Biolandbau: Von der Schule in die Dorfgemeinschaften

In Ng’ongo, einem abgelegenen Dorf im Norden Malawis, hat die Dorfgemeinde, unterstützt von ASUD (Action for Sustainable Development), vor vier Jahren begonnen, bei der Schule einen Permakulturgarten aufzubauen. Die Schulabstinenz hat dank ihm stark ab- und die Leistungsfähigkeit der SchülerInnen zugenommen. Mit dem Dung von Schweinen produziert die Schule den benötigten Kompost selbst. Auch die Mütter der Schulkinder wurden einbezogen, sie organisieren sich in Clubs und erlernen durch ihre Mitarbeit im Schulgarten ebenfalls die Biolandbautechniken. Heute haben diese Frauen auch einen Permakulturgarten bei sich zu Hause, aus dem sie Gemüse für eine ausgeglichene Ernährung ernten können. Sie unterstützen sich gegenseitig und geben ihr Wissen an andere Familien in ihren Dörfern weiter. In weniger als drei Jahren entstand ein ganzheitliches Projekt, das nun Modellcharakter für andere Gemeinden hat.

Fotoreportage aus dem Projekt in Malawi

Malawi Permakultur Schulgarten

Ellen Magawa, Lehrerin an der Primarschule in Ng’ongo im Norden Malawis, unterrichtet ihre SchülerInnen in der Kompostherstellung. Dafür werden Gruben ausgehoben, die mit dem Kompostmaterial befüllt, zugedeckt und ruhen gelassen werden. Den Kompost werden sie später im Schulgarten einsetzen und die biologischen Produkte daraus für das gemeinsame Mittagessen verwenden.

Malawi Permakultur Schulgarten

Dieses Projekt nahm mit einem kleinen Schulgarten seinen Anfang, der zum Ziel hatte, dass die SchülerInnen in der Schule eine ausgewogene Mahlzeit erhalten und so besser lernen können. Heute ist der Garten mit Gemüse, Medizinalpflanzen und schädlingsabweisenden Pflanzen gleichzeitig Nahrungsquelle und Schulungsort.

Malawi Permakultur Schulgarten

Auf dem Schulgelände werden Schweine gehalten, deren Dung für die Herstellung von Kompost ein wichtiger Bestandteil ist. Diese Stallungen sind Teil der Demonstrationsfarm bei der Schule in Ng’ongo und werden hier gerade vom Landwirtschaftsministerium und Rektoren anderer Schulen besichtigt wird. Sie tauschen Wissen über die Schweinehaltung aus.

Malawi Permakultur Schulgarten Schweine

Die Mütter der Schulkinder kümmern sich auch um die Schweine und lernen so alles Wichtige für die eigene Schweinehaltung. Zurück in ihren Gemeinschaften setzen sie das Erlernte selbstständig  um. Dies ist nicht einfach, der Stall muss gut gebaut und unterhalten sein und die Schweine gepflegt werden. In Ng’ongo gab es schon mehrmals gab es Nachwuchs!

Malawi Permakultur Schulgarten

Ellen Magawa war von Anfang an dabei und betont: „Dieses Projekt war von Anfang an unser Projekt. Wir wurden danach gefragt, was wir umsetzen wollten und wie wir das tun möchten. Es wurde uns eine Weiterbildung in Permakultur ermöglicht, sodass wir das nötige Wissen erlangen konnten. So wurde der Schulgarten zum Herzen des Projektgeschehens und alle Beteiligten erkannten, dass sie mit ihrem Einsatz ganz konkret etwas für ihre Familie und für die ganze Gemeinschaft bewirken können.“

Malawi Permakultur Schulgarten

Etwa 400 Kinder aus der Umgebung besuchen die Grundschule von Ng’ongo. Am Tag der offenen Tür herrscht Betrieb auf dem Areal: Alles soll gezeigt werden, die Schule und der Schulgarten genauso wie die Schweinestallungen.

Malawi Permakultur Schulgarten

Die Schule hatte lange Zeit keinen Brunnen und die Kinder mussten Wasser von weit herholen. Das Wasser mussten sie zum Trinken, Händewaschen und für die Pflanzen nutzen. 2018 hat EcoSolidar den Bau eines Schulbrunnens unterstützt, so dass die Wasserbeschaffung für die Schule und Gemeinde nun um einiges einfacher geworden ist. Gerade in der aktuellen Corona-Krise ist es sehr wichtig, dass genügend sauberes Wasser zum Trinken und für die Hygiene vorhanden ist.

Malawi Permakultur Schulgarten

Im Schulgarten wird Gemüse angepflanzt, um den Kindern täglich eine ausgewogene Mahlzeit zu ermöglichen. Dies soll Mangelernährung bekämpfen und Schulabsenz vorbeugen, denn hungrige Kinder kommen oft gar nicht zur Schule oder können sich kaum konzentrieren. Das Wissen über Techniken im Biolandbau steigert auch die Kenntnisse der Kinder und ihrer Mütter über gesunde Ernährung. Da die Frauen nun auch zu Hause solche Gärten haben, können sie ihre Familien besser ernähren und das gewonnen Wissen untereinander austauschen.

Malawi Permakultur Schulgarten

Beim Besuch der Clubs aus Lead- und FollowfarmerInnen, welche in den Dörfern rund um Ng’ongo ihre eigenen, biologischen Permakulturgärten bewirtschaften, wird man stets mit Tanz und Gesang empfangen. Auch Thomas Ngwira, unser Projektpartner und Geschäftsleiter bei ASUD sowie der Projectofficer tanzen mit!

Malawi Permakultur Schulgarten

Die Mütter, die regelmässig im Schulgarten mitarbeiten und dort auch Kurse zu Biolandbautechniken und Permakultur besuchen, nehmen das neue Wissen mit nach Hause und geben es dort an andere Bäuerinnen weiter. Towera Chawula, Leadfarmerin, unterstützt in ihrer Dorfgemeinschaft eine Gruppe Bäuerinnen beim Aufbau eines eigenen Permakulturgartens. Sie unterstützt die anderen, hier Witness Ngwira, bei Fragen und Problemen in deren Gärten. 

Malawi Permakultur Schulgarten

In den Dörfern stellen die Familien nun auch ihren eigenen Biokompost her und haben damit gute Erfolge. Sie sind zudem weniger abhängig von Kunstdünger, der teuer ist und langfristig dem Boden schadet. Die Permakulturtechniken helfen ihnen auch dabei, Wasser zu sparen. Die verschiedenen Methoden sind für die Bauernfamilien ausschlaggebend für den guten Ertrag bei der Ernte und die Unabhängigkeit in der Nahrungssicherung.

Malawi Permakultur Schulgarten

Diese Frauen haben sich zu einem Club zusammengeschlossen, in dem die Leadfarmerinnen ihr erlerntes Wissen zu Ernährung, Schweinehaltung, Kompostherstellung und biologischem Anbau jeweils an die Followfarmerinnen weitergeben. Neben den zahlreichen Vorteilen für die Ernährungssituation und die wirtschaftliche Unabhängigkeit der Familien sowie für die schulische Leistung der Kinder, bereitet das gemeinsame Lernen in den Gemeinschaften auch Freude!

Malawi Permakultur Schulgarten

Die beiden Followfarmerinnen mahlen in ihrem Familienweiler den selbstangebauten, biologischen Mais. Der weisse Mais wird nach der Mahlung zu N’sima, einer Art dickeren Polenta, verarbeitet. Diese wird jeweils mit einer Sosse verspiesen und bildet das wichtigste Grundnahrungsmittel der Familien.

Artikel von Madhu Bhushan aus Bangalore

Wir haben schon viel über das Engagement unseres Partnerkollektivs SIEDS berichtet: Seit der Corona Pandemie haben sie sich in Bangalore der Unterstützung von WanderarbeiterInnen angenommen, die von dieser Krise ganz besonders betroffen waren.

Artikel von Madhu Bhushan aus Bangalore

Wir haben schon viel über das Engagement unseres Partnerkollektivs SIEDS berichtet: Seit der Corona Pandemie haben sie sich in Bangalore der Unterstützung von WanderarbeiterInnen angenommen, die von dieser Krise ganz besonders betroffen waren. 

Madhu Bhushan von SIEDS hat einen sehr lesenswerten Artikel für das Journal „Seminar“ verfasst, den wir hier gerne mit euch teilen. Darin beschreibt sie poetisch und präzise die verschiedenen Auswirkungen der Krise. Einerseits erklärt sie, wie die unzähligen WanderarbeiterInnen, die zuvor unsichtbar und ungehört im Schatten der Bevölkerung lebten und arbeiten durch die Pandemie erst ein Gesicht bekamen, und dadurch auch erst das Ausmass dieser Realitäten zu Tage trat. Madhu beschreibt weiter, wie die Corona Pandemie trotz aller Widersprüchlichkeiten zu neuen Formen der Solidarität innerhalb der Gesellschaft führte: „It was a humanitarian response to a humanitarian crisis, both equally of epic proportions“.

Der Artikel ist ein spannendes Portrait dieser aussergewöhnlichen und komplexen Zeit in Indien, das einen hoffnungsvollen Grundgedanken transportiert. Unbedingt lesen! Der Artikel ist auf Englisch verfasst.

Eine starke Gruppe: Neuigkeiten von den Pioneras in Lima

Die „Pioneras“ sind 32 Frauen, Mütter, die in den Hügeln von Jicamarca leben, am Rande der peruanischen Hauptstadt Lima. Sie haben sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen und sich den Namen „Las Pioneras – die Pionierinnen“ gegeben. Denn zusammen wollen sie neue Wege gehen und die Lebenssituationen ihrer Familien verbessern.

Eine starke Gruppe: Neuigkeiten von den Pioneras in Lima

Die „Pioneras“ sind 32 Frauen, Mütter, die in den Hügeln von Jicamarca leben, am Rande der peruanischen Hauptstadt Lima. Sie haben sich zu einer Gruppe zusammengeschlossen und sich den Namen „Las Pioneras – die Pionierinnen“ gegeben. Denn zusammen wollen sie neue Wege gehen und die Lebenssituationen ihrer Familien verbessern.

Peru Lima Pioneras

Das Leben hier war schon vor Corona nicht einfach – es gibt kaum fliessendes Wasser, es fehlen Elektrizität und Grünflächen und die Gesundheitsversorgung ist sehr schlecht. Viele von ihnen sind alleinerziehend. Durch den Lockdown ist die Situation für die Familien absolut prekär geworden. Doch die Pioneras wären nicht die Pioneras, würden sie nicht auch jetzt zusammenhalten und ihre Ideen weiterverfolgen.

Vor Corona bauten einige der Frauen mit Unterstützung unserer Projektpartnerinnen Tabita Lozano und Carmen Velasquez von IDEMNNA kleine Geschäfte auf. Durch den Lockdown wurden die meisten Geschäfte unterbrochen und Ideen mussten vorerst auf Eis gelegt werden. Die Pioneras mussten schnell reagieren und sich alternative Geschäftspläne ausdenken. Besonders auch welche, die sich gut übers Internet abwickeln lassen.

Peru Lima Pioneras

Virginia musste ihr Recycling-Geschäft aufgrund des Lockdwons unterbrechen. Da auch ihre erwachsenen Kinder arbeitslos geworden sind, musste sie schnell reagieren. Sie stellte einen Geschäftsplan für den An- und Verkauf von Plastiktüten auf und bedient nun die Märkte in ihrem Quartier.

Peru Lima Pioneras

In den meisten Geschäften werden die Produkte in Plastiktüten verkauft. Virginia bietet in verschiedensten Geschäften ihre Plastiktüten an.

Auf diesem Bild ist Virginia mit zwei ihrer Kinder und einer Freundin zu sehen, bevor sie zur Arbeit geht. Vor ihnen viele Pakete mit Plastiksäcken. Virginia hat die Freundin bei sich zuhause aufgenommen, als diese im Zuge des Lockdowns ihre Stelle verlor. Die junge Frau hilft ihr im Verkauf von Plastiktüten.

Peru Lima Pioneras

In Peru ist es Winter geworden und es fehlt an warmen Kinderkleidern. Gloria kauft Stoffe und organisiert die Herstellung von Winterkleidern.

Peru Lima Pioneras

Auch Eulalia, die mit Hilfe von IDEMNNA ein Nähatelier aufbaute, hat nun begonnen, Winterkleidung für die Kinder herzustellen. Ausserdem näht sie weiter Stoffmasken für die Pioneras und ihre Familien sowie große Handtücher.

EcoSolidar finanzierte die Herstellung der ersten 150 Schutzmasken aus Stoff sowie 80 Handtücher mit einem Spendenaufruf, den unsere Spender und Spenderinnen grossartig unterstützten! Dieser Aufruf finanzierte zudem Nahrungsmittel und Hygieneartikel für die Familien der Pioneras. An dieser Stelle noch einmal ein riesiges Danke an alle, die uns unterstützt haben! Danke für euer Vertrauen!

Peru Lima Pioneras

Fiorella begann mit dem Verkauf von Mobiltelefonen. Viele Familien mussten sich aufgrund des Online-Schulunterrichts ein Handy kaufen. Gleichzeitig begann sie mit dem Verkauf von Kindermöbeln über Facebook, was sich ebenfalls als rentabel erweist. Hier steht sie mit ihrem Sohn vor einem der Kinderschränke. Die Möbel werden in der Schreinerei eines Verwandten ihres Partners hergestellt. Dank dieser Geschäfte ist es ihr gelungen, ein Einkommen für ihre Familie zu erzielen.

Peru Lima Pioneras

Seit Juli können sich die Pioneras wieder in kleinen Gruppen und unter Einhaltung der Schutzmassnahmen in ihrem Treffpunkt, der «Casa de las Pioneras» treffen. Die Casa ist ein wichtiger Ort der Begegnung und Reflexion, wo die Frauen mit ihren Kindern herkommen und sich austauschen können. Die Casa wurde im Juni von drei Pioneras eingeweiht.

Zusammen richten sie die „Casa de las Pioneras“ ein. Die Pioneras stehen zudem in engem Kontakt über ihre Whatsapp-Chatgruppe, unterstützen und motivieren sich gegenseitig. Hier werden Ratschläge, Hygienemassnahmen und Gedanken zur Situation ausgetauscht. Auch Tipps zu Gartenarbeit und Backstunden wurden schon online abgehalten.

Auf Initiative einer Pionierin nahm IDEMNNA Kontakt mit 12 weiteren Frauen aus einem anderen Quartier auf. Sie haben Interesse daran, sich nach dem Vorbild der Pioneras als Selbsthilfe-Gruppe zu organisieren. Tabita und Carmen lernen diese Frauen nun kennen, das Bild zeigt ein Treffen mit ihnen in ihrem Quartier.

Wir haben unsere Projektpartnerin Tabita Lozano nach ihren liebsten Fotos gefragt. Sie hat uns diese beiden geschickt und erklärt, weshalb sie diese so mag.

„Auf diesem Bild sind wir in der «Casa de Las Pioneras». An diesem Tag hatte Carmen Geburtstag und wir haben ihn mit Kuchen und Joghurt zusammen gefeiert. An der Wand des Hauses hängen die Zeichnungen der Kinder, auch sie sind begeistert von der «Casa de Las Pioneras»“. Auf dem Bild sind: Lorena, ihre Tochter und ihr Sohn, Virginia, Carmen, ich und Eulalia. Gloria, hat das Foto gemacht.

„Dieses Bild zeigt die Vorstandssitzung nach dem Lockdown. Dieses Bild steht dafür, dass wir ein Team sind, dass wir uns gegenseitig dabei unterstützen, die Probleme zu bewältigen, als Menschen zu wachsen und bessere Bürger zu werden.”

Pilotprojekt: Solarpumpe für Chioneone

Die Bewohner und Bewohnerinnen des Dorfes Chioneone haben eine Lösung für ihr Wasser-Problem gefunden: ein solarbetriebenes Wasser-Pumpsystem. Sie haben uns von ihrer Idee überzeugt und wir haben das Pumpsystem sowie eine ausführliche Schulung zur Nutzung und Wartung des Pumpsystems finanziert.

ASUD Brunnen

Pilotprojekt: Solarpumpe für Chioneone

Die Bewohner und Bewohnerinnen des Dorfes Chioneone haben eine Lösung für ihr Wasser-Problem gefunden: ein solarbetriebenes Wasser-Pumpsystem. Sie haben uns von ihrer Idee überzeugt und wir haben das Pumpsystem sowie eine ausführliche Schulung zur Nutzung und Wartung des Pumpsystems finanziert.

Immer mehr Bauernfamilien rund um Ng’ongo, einem abgelegenen Dorf  im Norden Malawis begeistern sich für Permakultur, so wie sie im Garten der Primarschule betrieben wird. Amaranth, Kürbisse, Süsskartoffeln, Senfblätter und Bohnen: Durch den Permakultur-Anbau können sie mit weniger Geld und mit lokal verfügbaren Mitteln mehr anpflanzen. Es gibt weniger Hunger und weniger Mangelernährung durch eine ausgewogenere Ernährung. Damit sich die Familien aber das ganze Jahr hindurch von ihren Gärten ernähren können, brauchen sie Wasser zur Bewässerung und Wasser ist in dieser Gegend immer wieder ein grosses Problem.

Mehrere Familien des Dorfes Chioneone haben sich zusammengeschlossen und mit unserer Partnerorganisation ASUD nach einer Lösung gesucht – und gefunden: Ein solarbetriebenes Wasser-Pumpsystem. In der Nähe ihrer Felder ausserhalb des Dorfes gibt es nämlich einen kleinen Fluss. Es gibt jedoch ein Gefälle von den Feldern zum Fluss hinab, weshalb keine Kanäle gelegt werden können.

Die Bewässerung der Felder war bisher eine schwere und zeitaufwändige Aufgabe. Durch das solarbetriebene Pumpsystem jedoch kann das ganze Jahr hindurch Flusswasser auf alle Felder gepumpt werden. Das erspart grosse Anstrengung und Zeit, etwa für die Gartenarbeit zuhause und die Betreuung des Viehs. Vor allem aber wird es möglich, grossflächiger anzupflanzen und mehr zu ernten. In dieser Gegend sind Hunger und Mangelernährung weit verbreitet, was sich nicht zuletzt auch auf die Schulbildung auswirkt. Die Gärten sorgen dafür, dass die Kinder regelmässige und ausgewogene Mahlzeiten erhalten, regelmässig die Schule besuchen und besser lernen können.

Durch den erhöhten Anbau kann sogar ein Überschuss produziert und auf dem Markt verkauft werden. Durch die zusätzlichen Einnahmen aus dem Gemüseverkauf können die Familien ihren Grundbedarf besser decken, etwa einen Arztbesuch zahlen oder alltägliche Dinge kaufen wie Seife. Sie sind nicht wie bisher gezwungen, etwas von ihrem Mais-Vorrat zu verkaufen, den sie selber als Nahrung benötigen. Für den Unterhalt der Pumpe legt das Dorf einen kleinen Mitgliederbeitrag fest. 22 Familien profitieren nun vom Wasser und können der Trockenzeit zuversichtlicher entgegenblicken.

EcoSolidar hat diese Idee überzeugt und dieses Pilotprojekt finanziert. Das Pumpsystem ist eine unkomplizierte und relativ günstige Möglichkeit, das Wasserproblem anzugehen und die lokale Gemeinschaft zu stärken. Es gibt weitere Dörfer, die in Flussnähe liegen und die sich sehr für eine solche Solarpumpe interessieren. Unser Projektpartner Thomas Ngwira steht mit diesen Dörfern in Kontakt und EcoSolidar wird abklären ob und wie die Multiplizierung dieses Systems im Rahmen des Projektes möglich ist.

Die Wasserpumpe wird von einem Solarpanel angetrieben. Auf einfache Weise gelangt das Wasser zu den Feldern. Insbesondere für ältere oder schwächere Menschen ist die Pumpe eine grosse Erleichterung.

Dalitso Matupi ist Field Officer bei unserer Partnerorganisation ASUD. Regelmässig bespricht sie mit den Bauernfamilien von Chioneone das gemeinsame Vorgehen. Die Familien unterstützen sich in der Bewirtschaftung der Felder wie etwa im Unkrautjäten, der Verteilung von Kompost, bei der Ernte und im Verkauf des Gemüses.

Eine Familie ist in der Lage, ihre Parzellen in kürzester Zeit zu bewässern und hat daneben Zeit für andere Arbeiten zu Hause. „Das Bewässerungssystem hat dem Dorf Wohlstand gebracht und gleichzeitig für ihre Gesundheit gesorgt“, freut sich Thomas Ngwira, Geschäftsleiter unserer Partnerorganisation ASUD.

Ein Schulgarten mit Strahlkraft

An der Primarschule in Ng’ongo im Norden Malawis hat unsere Partnerorganisation ASUD einen Permakutlurgarten aufgebaut. Die kleine Initiative ist eine Erfolgsgeschichte: Der Garten versorgt heute rund 450 SchülerInnen mit ausgewogenen Mahlzeiten. Die lokale Bevölkerung kommt hierher um zu lernen und wird bei der Umsetzung von ASUD begleitet. Das wertvolle Wissen wird verbreitet. In immer mehr Haushalten in Ng’ongo entstehen kleine Gärten nach dem Vorbild des Schulgartens. Für die Familien ist das neue Wissen von enormer Bedeutung. Sie wissen dadurch, wie sie mit lokal verfügbaren Mitteln und mit wenig Geld mehr und gesündere Nahrung anpflanzen können.

Fallstudie aus dem Projekt in Eswatini

Für ihre Masterarbeit hat Alisa Autenried eines unserer Partnerprojekte in Eswatini (ehem. Swasiland) besucht. Dass der Klimawandel vulnerable Regionen und Bevölkerungsgruppen besonders hart trifft, ist bekannt. Im Fokusartikel der aktuellen „SAG gentechfrei“ zeigt sie anhand unserer Partnerorganisation ACAT auf, wie wichtig naturnahe agrarökologische Methoden wie Permakultur in der Bewältigung der unmittelbaren Konsequenzen für die Lebensmittelproduktion und die Ernährungssicherheit sind. Sie verbessern und diversifizieren ausserdem den Lebensunterhalt der KleinbäuerInnen bedeutend.

Eswatini ACAT Studie

Fallstudie aus dem Projekt in Eswatini

Für ihre Masterarbeit hat Alisa Autenried eines unserer Partnerprojekte in Eswatini (ehem. Swasiland) besucht. Dass der Klimawandel vulnerable Regionen und Bevölkerungsgruppen besonders hart trifft, ist bekannt. Im Fokusartikel der aktuellen „SAG gentechfrei“ zeigt sie anhand unserer Partnerorganisation ACAT auf, wie wichtig naturnahe agrarökologische Methoden wie Permakultur in der Bewältigung der unmittelbaren Konsequenzen für die Lebensmittelproduktion und die Ernährungssicherheit sind. Sie verbessern und diversifizieren ausserdem den Lebensunterhalt der KleinbäuerInnen bedeutend.

Eswatini ACAT Studie

Den ganzen Artikel als pdf gibt es hier lesen.

Spendenaufruf: Nothilfe für die Pioneras in Peru!

In Peru erreicht der Corona-Notstand dramatische Ausmasse. Trotz der Maßnahmen ist die Zahl der Corona-Fälle auf über 200’000 gestiegen und das Gesundheitssystem kollabiert. Damit ist Peru nach Brasilien das von der Pandemie am zweitstärksten betroffene Land in Südamerika. Der Notstand wurde vorerst bis zum 30. Juni verlängert.

Spendenaufruf Lima

Spendenaufruf: Nothilfe für die Pioneras in Peru!

In Peru erreicht der Corona-Notstand dramatische Ausmasse. Trotz der Maßnahmen ist die Zahl der Corona-Fälle auf über 200’000 gestiegen und das Gesundheitssystem kollabiert. Damit ist Peru nach Brasilien das von der Pandemie am zweitstärksten betroffene Land in Südamerika. Der Notstand wurde vorerst bis zum 30. Juni verlängert.

Die Situation ist für die „Pioneras“ in Lima’s Aussenbezirk Jicamarca besonders prekär. Sie haben keinen Zugang zu Wasser und Strom, durch den Lockdown fällt ihr Einkommen komplett weg, und sie können ihr Überleben nicht mehr finanzieren. Die Frauen versuchen, sich mit Aktionen in der Gemeinschaft untereinander zu organisieren, z.B. indem sie eine öffentliche Suppenküche einrichten.

Tabita von unserer Partnerorganisation IDEMNNA hat nun einen Plan ausgearbeitet, um die Frauen und deren Familien ganz konkret mit einer Nothilfe zu unterstützen. Dazu brauchen wir euch alle!
Insgesamt sollen 30 Familien mit Hygieneartikeln unterstütz werden, 15 Familien brauchen auch bei der Grundversorgung mit Nahrungsmitteln eine Nothilfe.

Hier seht ihr aufgelistet, was ihr mit eurer Spende genau erreichen könnt:

Spendenaufruf Lima Maskenset

Masken: Peru hat die Maskentragepflicht verordnet. Damit sich die Frauen wieder auf der Strasse bewegen können und so wieder minimale Einkünfte erzielen können, sind sie auf die Masken angewiesen.
• Mit einer Spende von 30.- ermöglicht ihr die Anfertigung von 12 Masken.
• Mit 250.- kann die gesamte Produktion von 100 Masken finanziert werden.


Spendenaufruf Lima Hygieneset

Hygieneset: Hygienemassnahmen sind grundlegend im Kampf gegen das Virus.
• Mit 60.- kann IDEMNNA ein komplettes Hygieneset für eine Familie kaufen. Dieses besteht aus Desinfektionsmittel, Seifen, Waschmittel, Spül- und Reinigungsmittel usw. Gemeinsam schaffen wir es, allen Familien ein solches Set zu schenken!


Spendenaufruf Lima Handtücherset

Handtücher: Damit die Familienmitglieder persönliche Handtücher verwenden können, müssen 90 Handtücher angefertigt werden. Mit einer Spende von 30.- sind bereits 10 Tücher finanziert!
Eine der Pioneras fertigt die Masken und Handtücher selber an!


Spendenaufruf Lima Lebensittel

Grundnahrungsmittel: Ausserdem benötigen 15 der Familien Unterstützung bei der Beschaffung von Grundnahrungsmittel, vorerst geplant ist eine Nothilfe für die nächsten drei Monate.
• Mit 100.- unterstützt ihr eine Familie mit der Nothilfe an Nahrungsmitteln
• Mit 180.- sichert ihr diese für eine Familie die kompletten drei Monate lang

Zusammen können wir viel bewegen und zur Sicherheit der „Pioneras“ beitragen. Jetzt mitmachen und spenden! Natürlich können auch freie Beträge gewählt werden. Wichtig: Im Spendenformular unter „Bemerkung“ bitte „Nothilfe für Pioneras“ vermerken. Danke für eure Unterstützung!


Jetzt die Pioneras unterstützen!

GV per Videokonferenz: 25. Mai, 20 Uhr

Die Mitglieder und SpenderInnen von EcoSolidar wurden Ende März zur GV eingeladen. Aufgrund der Corona-Massnahmen ist die Durchführung der GV leider nicht wie geplant im „Zentrum Karl der Grosse“ möglich, sie wird aber am selben Termin – am 25. Mai um 20 Uhr – per Zoom-Videokonferenz durchgeführt.

GV per Videokonferenz: 25. Mai, 20 Uhr

Die Mitglieder und SpenderInnen von EcoSolidar wurden Ende März zur GV eingeladen. Aufgrund der Corona-Massnahmen ist die Durchführung der GV leider nicht wie geplant im „Zentrum Karl der Grosse“ möglich, sie wird aber am selben Termin – am 25. Mai um 20 Uhr – per Zoom-Videokonferenz durchgeführt.

Anleitung

Zugang zur Videokonferenz:
1) Die GV wird per «Zoom» abgehalten. Registrieren Sie sich per folgendem Link bei Zoom: https://zoom.us/signup.
Wenn der Registrierungsprozess abgeschlossen ist, werden Sie aufgefordert, an einem Meeting teilzunehmen. Beim Anklicken wird der Installationsprozesses der Zoom-App auf Ihrem Computer gestartet. Bestätigen Sie, dass Sie die Installation ausführen möchten.
Sollten Sie sich registriert haben, ohne direkt anschliessend die Zoom-App runterzuladen, können Sie das später über folgenden Link immer noch tun: https://zoom.us/download#client_4meeting. Wählen Sie „Zoom-Client für Meetings“.
Wichtig: Bitte frühzeitig installieren! Bei Schwierigkeiten können Sie uns gerne kontaktieren.
2) Schicken Sie uns bis spätestens eine halbe Stunde vor der Versammlung eine e-mail mit folgenden Angaben an info@ecosolidar.ch: Vorname, Nachname, Strasse, Hausnummer und Wohnort. Sie erhalten von uns ca. 10 Minuten vor der GV ein Passwort per e-mail.
3) Starten Sie die Zoom-App und wählen Sie «Einem Meeting beitreten». Geben Sie nun die Meeting-ID 981-6435-0199 ein sowie ihren Vor- und Nachnamen, den Sie in der e-mail an uns angegeben haben. Klicken Sie auf «Teilnehmen» und geben Sie im nächsten Fenster das Passwort ein, das wir Ihnen geschickt haben. Damit erhalten Sie Zugang zum «Warteraum». Haben Sie bitte einen Moment Geduld und warten Sie, bis wir Ihnen definitiv den Zutritt zur GV geben.

Während der Konferenz:
• Um allfällige Störgeräusche zu vermeiden, bitten wir Sie darum, Ihr Mikrophon stummzuschalten, wenn Sie nicht sprechen.
• Mitglieder haben an der GV Stimmrecht. Öffnen Sie das Chatfenster für die Abstimmungen. Wir werden die betreffenden Traktanden jeweils mündlich besprechen und für die Abstimmungen schriftlich im Chatfenster kommunizieren. Sie können dort ihre Stimme mit „Ja“, „Nein“ oder «Enthaltung» abgeben. So können wir die Ergebnisse korrekt protokollieren und auszählen.

Traktanden und Unterlagen:
Wie in der „Einladung GV“ erwähnt, müssen Anträge und Kandidaturen bis 4 Wochen vor der GV eingereicht worden sein. In der Einladung finden Sie die Traktanden, die unverändert bleiben.
Die Dokumente, die den Mitgliedern und SpenderInnen für die GV zur Verfügung stehen müssen, werden per e-mail zusammen mit dem Passwort für den Zugang zur Videokonferenz zugestellt. Dazu gehören das Protokoll der GV 2019, der Leistungsbericht und die Jahresrechnung 2019 (INFO Nr. 137) sowie der Revisionsbericht 2019.

Spendenaufruf Masken und Händewasch-Stationen

Unsere Partnerorganisation KODO arbeitet mit gehbehinderten Bauern und Bäuerinnen in der Region Salima in Malawi. Weil sich die Menschen keine Masken leisten können, hat KODO begonnen, Masken selber zu nähen. Und weil es in den Dörfern kaum die Möglichkeit gibt, sich die Hände zu waschen, stellt KODO Händewasch-Stationen auf. Wir sind auf eure Unterstützung angewiesen!

Spendenaufruf Masken Malawi

Spendenaufruf Masken und Händewasch-Stationen

Unsere Partnerorganisation KODO arbeitet mit gehbehinderten Bauern und Bäuerinnen in der Region Salima in Malawi. Weil sich die Menschen keine Masken leisten können, hat KODO begonnen, Masken selber zu nähen. Und weil es in den Dörfern kaum die Möglichkeit gibt, sich die Hände zu waschen, stellt KODO Händewasch-Stationen auf. Wir sind auf eure Unterstützung angewiesen!

*** Update August 2020 ***

Dank der grossartigen Unterstützung unserer Spender und Spenderinnen konnten die Projektteilnehmenden von KODO bis Ende Juli bereits 950 Stoffmasken nähen. Diese wurden an Bauernfamilien in der Umgebung von Salima, Malawi, verteilt. In den Dörfern baute KODO 81 einfache Händewasch-Stationen auf. Die Zusammenarbeit mit den gehbehinderten Bauern und Bäuerinnen des Projektes wird zurzeit so gut es geht weitergeführt. Gleichzeitig herrscht grosse Sorge über die nun täglich steigende Anzahl von bestätigten COVID-19 Infektionen in Malawi. Wir stehen in engem Austausch mit George Chimpiko und wollen das proaktive Handeln von ihm und seinem Team weiterhin unterstützen.

👉KODO will weitere 800 Masken nähen, 100 Händewaschstationen aufbauen sowie 4 Infrarot-Thermometer kaufen. Dazu brauchen wir nochmals eure Unterstützung!
Jeder Betrag hilft! Schon mit 30 Franken kann KODO z.Bsp. 50 Schutzmasken nähen.

***

 Das Trainingszentrum von KODO musste wegen Corona vorübergehend schliessen. George Chimpiko, Gründer und Geschäftsleiter, steht in engem Kontakt mit den Bauern und Bäuerinnen. Nach einem Besuch in den Dörfern erzählt er uns auf Whatsapp:

«Die Menschen wissen zu wenig über Corona und wie sie sich davor schützen können. Sie haben keine Möglichkeit, sich die Hände zu waschen und für die meisten Menschen in Malawi sind Schutzmasken viel zu teuer. Ausserdem können sie nicht zu Hause bleiben, sie müssen jeden Tag Geld verdienen, damit sie etwas zu essen kaufen können.»

Was will George Chimpiko erreichen?

Mit seinem kleinen Team überlegte George Chimpiko, wie KODO die Bauernfamilien in dieser Situation unterstützen kann. Die Idee war naheliegend: Warum nicht selber Masken nähen? Bauern und Bäuerinnen, die früher bei KODO neben Biolandbau auch in Schneiderei ausgebildet worden waren, können die Schutzmasken nähen. Diese Masken sind eine ganz entscheidende Möglichkeit für die Menschen, sich vor dem Virus zu schützen! Weil es in den Dörfern kaum die Möglichkeit gibt zum Händewaschen, sollen zudem einfache Wasch-Stationen aufgebaut werden.

Spendenaufruf Masken Malawi
Spendenaufruf Masken Malawi
Spendenaufruf Masken Malawi

Wir brauchen eure Mithilfe!

Helft mit und spendet Masken und Händewasch-Stationen für die Dörfer um Salima! Schon mit 30 Franken finanziert KODO die Herstellung von 5 Masken und einer Händewasch-Station!

Das erste Etappenziel sind 500 Masken und 100 Plastikeimer mit Seife zum Händewaschen. Wenn mehr Geld zusammenkommt, kann KODO auch noch mehr Masken produzieren. Diese sind zwar nicht perfekt, aber sie sind – zusammen mit den Händewasch-Stationen – eine ganz entscheidende Möglichkeit für die Menschen, sich vor dem Virus zu schützen!

Eure Spende für KODO könnt ihr einfach und sicher über unsere Website machen! Gebt im Feld „Bemerkungen“ das Stichwort „Masken Malawi“ an.

EcoSolidar und die Menschen in Malawi danken euch herzlich für eure Hilfe! 💚

Spendenaufruf Masken Malawi

Video: Kaikeni Labasi ist ein ehemaliger Trainee von KODO, der jetzt Schutzmasken näht. 

Wie ist die Situation in Malawi?

Die Menschen in Malawi sind sehr besorgt um ihre Gesundheit. Ebenso besorgt sind sie aber auch über die Auswirkungen eines möglichen Lockdowns. George Chimpiko erklärte am Telefon:

„Es ist wichtig, die Verbreitung des Virus zu kontrollieren. Gleichzeitig machen sich die Menschen grosse Sorgen um einen möglichen Lockdown. In Malawi leben unzählige Menschen quasi von der Hand in den Mund. Sie können nicht zu Hause bleiben, sie müssen jeden Tag Geld verdienen, damit sie etwas zu essen kaufen können.»

Worum geht es bei KODO?

Hunger und Mangelernährung sind in Malawi weit verbreitet und für gehbehinderte Kleinbauern und -bäuerinnen ist die Situation besonders schwierig. Hier setzt unsere Partnerorganisation KODO an: Menschen mit einer Gehbehinderung erhalten während 6 Monaten eine Ausbildung in Biolandbau. Sie lernen, wie sie mit einfachen Mitteln und wenig Geld Nahrungsmittel produzieren können. Ein wichtiger Aspekt ist die Herstellung von organischem Kompost, der den teuren chemischen Dünger ersetzt. Daneben werden Techniken für Bewässerung und Anpflanzung vermittelt. Nach der Ausbildung geben sie als „Leadfarmer“ ihr Wissen an andere weiter. So vervielfacht sich die Wirkung des Gelernten. Die gehbehinderten Bauern und Bäuerinnen stärken ihre soziale Stellung in der Gemeinschaft und werden unabhängiger.

Erste Masken und Händewasch-Stationen konnten an Familien der Trainees von KODO verteilt werden. Diese Fotos aus den Dörfern schickte uns George Chimpiko per Whatsapp.

George Chimpiko mit seinem Team an der Corona-Sitzung, an welcher sich KODO entschied, Masken zu nähen und Händewasch-Stationen aufzubauen. George Chimpiko mit selbstgenähter Maske. Die rote Farbe symbolisiere, dass das Corona Virus tödlich ist.

Las „Pioneras“ kämpfen für ein besseres Leben

Tausende Menschen aus allen Landesteilen Perus ziehen in der Hoffnung auf ein besseres Leben in die Hauptstadt. Durch die massive Zuwanderung und den unkontrollierten Siedlungsbau ist rund um Lima in den letzten Jahrzehnten eine zweite Stadt entstanden.

Las “Pioneras“ kämpfen für ein besseres Leben

Tausende Menschen aus allen Landesteilen Perus ziehen in der Hoffnung auf ein besseres Leben in die Hauptstadt. Durch die massive Zuwanderung und den unkontrollierten Siedlungsbau ist rund um Lima in den letzten Jahrzehnten eine zweite Stadt entstanden.

Unsere Partnerorganisation IDEMNNA (Instituto de Desarrollo „Maria Elena Moyano“) arbeitet in der Gemeinde Villa El Sol in Jicamarca. Die Lebensbedingungen sind äusserst prekär: Die Grundversorgung mit Wasser und Elektrizität fehlt. Gewalt, Alkohol, Drogen und der Landhandel verursachen massive Probleme. Die meisten Familien leben in bitterer Armut. IDEMNNA arbeitet hier mit Frauen und deren Kindern. Das Ziel ist, das Zusammenleben in den Familien zu verbessern, die Frauen in ihrer persönlichen Entwicklung und Selbstständigkeit zu fördern und die Solidarität zu stärken.

Die Reportage gibt einen Einblick, wie der Alltag der Pioneras vor Corona ausgegesehen hat. Seit dem Ausbruch der Pandemie sind alle ihre Herausforderungen noch gewachsen, und die Frauen und deren Familien benötigen besonderen Schutz.

Fotoreportage aus dem Projekt in Peru

Die Umgebung in Jicamarca ist karg und steinig, es gibt kaum Grün und die Gegend wirkt lebensfeindlich. Die Menschen bauen sich ihre kleinen Häuser an die Hügel und die meisten von ihnen sichern sich ihren Lebensunterhalt von Tag zu Tag mit Gelegenheitsarbeiten. Fliessendes Wasser gibt es nicht, die Menschen müssen Wasser bestellen und bei Lieferung bezahlen. In der aktuellen Corona-Krise haben die Bewohner und Bewohnerinnen dieser Umgebung also denkbar schwierige Voraussetzungen. IDEMNNA unterstützt sie deshalb momentan mit Informationen über Corona und Hygienemassnahmen.

Virginia Rivera Aquino ist unterwegs mit Tabita Lozano (rechts) und Carmen Velásquez (links). Diese beiden Frauen haben mit der Projektarbeit in Jicamarca, einem Aussenbezirk von Lima, vor zwei Jahren begonnen und dafür ihr eigenes Erspartes investiert. Sie sind zu je 50% angestellt und abwechselnd bei den Frauen vor Ort. Sie begleiten die Frauen sehr eng und setzen sich mit Herzblut für sie ein

Durch die Projektarbeit von IDEMNNA entstand eine Gruppe von Frauen, die sich regelmässig trifft und sich über Gewalt, Schwierigkeiten in der Kindererziehung und andere Probleme des alltäglichen Lebens austauscht. Die meisten haben Gewalt erfahren, sind früh von zu Hause weggezogen und haben viele Enttäuschungen erlebt. Sie haben selbst sehr früh Kinder bekommen, sind oft alleinerziehend und mit ihrer Lebenssituation überfordert. Die Treffen in der Gruppe sind für die Frauen ein wichtiger Halt: Sie tauschen Wissen und Überlebensstrategien aus und helfen sich gegenseitig bei Problemen. Über die Entwicklung von eigenen Geschäftsideen und mit Kleinkrediten als Starthilfe werden die Frauen gleichzeitig in ihrer finanziellen Eigenständigkeit unterstützt.

Der entstandene Zusammenhalt in der Gruppe bewirkt, dass sie sich nicht mehr alles gefallen lassen und realisieren, wie sie mit ihrem Handeln und ihren Ressourcen sich selbst und die anderen unterstützen können. Die Gruppe ist für sie eine Quelle der Stärke und des wachsenden Selbstvertrauens; so sehr, dass sie sich selbst den Namen „Las Pioneras“ gegeben haben.

Als Virginia vor zwei Jahren mit ihren vier Söhnen nach Jicamarca zog, hatte sie gar nichts. Sie nahm jede Arbeit an, die etwas Geld brachte. Schliesslich hat sie mit einem Plastikrecycling-Geschäft begonnen: Sie kauft Plastik ein und säubert ihn zu Hause. Sie trennt ihn von Bostich und Karton und verkauft ihn dann wieder weiter.

IDEMNNA unterstützt die Frauen bei der Ausarbeitung und Umsetzung von Geschäftsideen und vergibt einen Startkredit. Die nötigen Anschaffungen werden mit den Frauen gemeinsam gemacht. Virginia kaufte mit ihrem Kredit einen grösseren Plastikvorrat und vergrösserte ihr Geschäft. Heute verdient sie gegen 300 USD monatlich und überlegt sich sogar, eine Frau bei sich anzustellen.

Die Geschäfte beginnen mit Ideen der Frauen. Diese diskutieren sie mit Tabita und Carmen und tauschen sich in der Gruppe darüber aus. Dort besprechen sie auch positive und negative Erfahrungen. Am Ende erstellen die Frauen einen Businessplan. Danach erhalten sie einen Kleinkredit, mit dem sie nötige Anschaffungen für die Umsetzung der Geschäftsidee machen.

Virginia ist ein Vorbild für die anderen, auch wegen ihres erfolgreichen Geschäftsmodells. In kleinen Gruppen treffen sich die Frauen regelmässig und tauschen sich aus über Arbeit und soziale Beziehungen. Ein zentrales Thema dabei ist die Gewalt, die viele von ihnen erleben. In der Gruppe unterstützen sie sich gegenseitig und lernen, diese nicht einfach zu akzeptieren und mit ihren Kindern einen gewaltfreien Umgang zu leben.

Virginia wohnt mit drei ihrer Söhne zusammen. Die älteren beiden arbeiten in einer Fabrik und tragen zum Lebensunterhalt bei. Der jüngste Sohn geht noch zur Schule und hilft nach der Schule bei der Plastiktrennung. Virginia hat in ihrem Leben viel Ausbeutung erlebt und ist sehr stolz, dass sie jetzt ihr eigenes Geschäft hat und selbstsicherer und weniger abhängig von anderen geworden ist.

Eulalia wohnt mit ihren drei Söhnen und ihrem Mann zusammen. Das Zusammenleben ist äusserst schwierig und oft unerträglich. In der Frauengruppe findet Eulalia Halt und Rat, um mit der Situation umzugehen. Die Situation ist schon etwas besser geworden und Eulalia schöpft Hoffnung.

Eulalia hat ihren Kleinkredit in Nähmaschinen, Stoff und Faden gesteckt, um ihr Nähgeschäft auszubauen. Sie macht Reparaturen an Kleidern für Kunden und Kundinnen. Ihr Ziel ist es, vermehrt ganze Kleider herzustellen, auf Bestellung und später auch frei für den Markt.

Eulalia hat an der Aussenwand ihres Hauses einen kleinen Garten, in dem sie Tomaten, Kräuter und Salat anpflanzt. Das ist nicht einfach, denn Wasser ist in Jicamarca ein rares Gut, es muss bestellt werden und wird dann gegen Bezahlung in Wassertanks gefüllt. Dieses Wasser muss für alles reichen, zum Trinken, Kochen, Waschen und auch für den Garten.

Tabita und Carmen besuchen die Frauen regelmässig bei sich zu Hause und nehmen sich Zeit für ganz persönliche Gespräche. Die meisten Frauen sind alleinerziehend und ihr Alltag ist stark geprägt durch ihre Kinder und Schwierigkeiten in der Erziehung. Deshalb bezieht IDEMNNA auch die Kinder selbst in die Arbeit mit den Frauen mit ein.

Herlinda raspelt Eis, das sie dann mit Fruchtsirup vermischt und auf der Strasse verkauft. Mit dem Geschäftskredit von IDEMNNA hat sie sich eine Maschine zum Zerkleinern von Eis gekauft. Zusätzlich verkauft sie Honig und Algarrobina (Johannisbrot), die sie von ihrer Familie im Norden Perus bekommt.

Die Frauen treffen sich mit den Kindern bei Herlinda und geniessen das Fruchteis, das sie gemacht hat. Momentan treffen sie sich bei verschiedenen Frauen zu Hause. IDEMNNA hat vor kurzem ein Stück Land zur Miete gefunden. Hier wird nun mit einfachen Mitteln ein kleines Lokal aufgebaut und als Treffpunkt für die Frauengruppe eingerichtet.

Erlinda hat vier Söhne, von denen zwei langsam in die Pubertät kommen. Sie ist alleinerziehend und mit der Situation oft überfordert. In der Frauengruppe schöpft sie Kraft und Mut und kann sich über ihre Sorgen austauschen. Gleichzeitig erleben die Frauen gemeinsam auch schöne und lustige Momente und wissen um die Unterstützung der anderen.

Der Einbezug der Kinder ins Projekt ist ganz zentral. Tabita und Carmen haben langjährige Erfahrung in der Arbeit mit Kindern in Not. Aus Erfahrung wissen sie, dass die Mütter dabei ganz entscheidend sind. Über die Mütter kann das Zusammenleben in den Familien und die Beziehung zu den Kindern beeinflusst werden.