Radio und Bildung aus der Lebenswelt der Kinder

Während Jahrhunderten wurde in Peru die indigene Kultur unterdrückt. Diese Unterdrückung dauert bis heute an, insbesondere im Bildungssystem und in den Medien. Hier setzt das Radioprojekt von Pukllasunchis an.

Projektpartner Lateinamerika – Das zweisprachige Radio

Radio und Bildung aus der Lebenswelt der Kinder

Unsere Partnerorganisation Pukllasunchis arbeitet in ländlichen Regionen der südperuanischen Anden mit Kindern, Lehrpersonen und Familien zusammen. Das Projekt verbindet Bildung und Radioarbeit, damit Kinder ihre Sprache, ihr kulturelles Wissen und ihre Erfahrungen aktiv einbringen können. So werden sprachliche Fähigkeiten, kulturelle Identität und selbstbestimmtes Lernen gestärkt.

Unsere Partnerorganisation Pukllasunchis arbeitet in ländlichen Regionen der Anden im Süden Perus mit Kindern, Lehrpersonen und Familien zusammen. Ziel des Projekts ist es, eine Bildung zu fördern, die an den Erfahrungen, dem Wissen und der Sprache der Menschen vor Ort anknüpft.

Viele Kinder wachsen in quechuasprachigen Gemeinschaften auf. Im Schulalltag finden ihre Sprache und ihr kulturelles Wissen jedoch oft wenig Platz – ein Ausdruck der strukturellen Diskriminierung der indigenen Bevölkerung in Peru. Standardisierte und urban geprägte Bildungsansätze erschweren zudem die Verbindung zwischen schulischem Lernen und der Lebenswelt der Kinder.

Das Projekt verbindet pädagogische Begleitung, kreative Lernmethoden und partizipative Radioarbeit. Kinder gestalten eigene Radiosendungen, erzählen Geschichten aus ihrem Alltag, dokumentieren Wissen ihrer Gemeinschaften und setzen sich mit Themen aus ihrem Lebensumfeld auseinander. Dadurch stärken sie ihre sprachlichen Fähigkeiten, ihr kritisches Denken und ihr Selbstvertrauen.

Gleichzeitig begleitet Pukllasunchis Lehrpersonen durch Workshops und Schulungen bei der Entwicklung von Unterrichtsmethoden, die lokale Erfahrungen, Sprache und kulturelles Wissen in den Unterricht einbeziehen. Familien und lokale Akteur:innen werden ebenfalls aktiv beteiligt.

Die Radiosendungen werden über lokale Sender und digitale Kanäle verbreitet und schaffen Räume, in denen Kinder, Familien und Gemeinschaften ihre Perspektiven sichtbar machen und kulturelles Wissen weitergeben.

Das Projekt trägt dazu bei, eine Bildung zu stärken, die kulturelle Vielfalt anerkennt und Kinder in ihrer persönlichen und kulturellen Entwicklung unterstützt.

Raúl Chiappe Tafur

Geschäftsleiter von PUKLLASUNCHIS, Peru

Pukllasunchis ist ein Begriff aus der Quechua-Sprache. Er bedeutet „Lasst uns spielen“ und drückt aus, was unsere Institution von Anfang an geleitet hat: Dem Spielen kommt in Lernprozessen, in der Sozialisation und in der persönlichen Entwicklung eine wichtige Bedeutung zu. Es fordert uns auf präsent zu sein und uns körperlich, geistig und emotional auf die Menschen einzulassen, mit denen und für die wir arbeiten. Wir assoziieren das Spielen mit Freude, Bindung und Glück. Wir streben persönlich und in der Gemeinschaft ein bewusstes und engagiertes Zusammenleben mit der Vielfalt an, welche die Menschenwürde und unsere Beziehung zur Natur unterstreicht.“

Fotoreportagen

Stärkung durch Theater und Gemeinschaft

Unsere Partnerorganisation Iniciativa Colibrí bietet Kindern und Jugendlichen aus dem Quartier eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Im Vordergrund stehen die angebotenen Theaterkurse, mittels derer die Kinder und Jugendlichen ihr Selbstbewusstsein und ihre Kompetenzen stärken.

Jugendliche des Theaterprojekts Inciativa Colibrí in Nicaragua

Stärkung durch Theater und Gemeinschaft

Unsere Partnerorganisation Iniciativa Colibrí in Estelí bietet Kindern und Jugendlichen aus dem Quartier eine sinnvolle Freizeitbeschäftigung. Im Vordergrund stehen die angebotenen Theaterkurse, mittels derer die Kinder und Jugendlichen ihr Selbstbewusstsein und ihre Kompetenzen stärken. 

Unsere Partnerorganisation Iniciativa Colibrí arbeitet in einem Quartierzentrum in Estelí, einer Stadt im Norden von Nicaragua. Kinder und Jugendliche können hier Theaterkurse besuchen und es gibt eine kleine Bibliothek mit Büchern und Spielen. Für Frauen gibt es Kurse in Nähen und in Motorräder reparieren. Ziel ist es, die Kinder und Frauen in ihren Kompetenzen und in ihrem Selbstbewusstsein zu stärken und einen Ort zu schaffen, an dem sie sich entfalten können. 

Die Kinder und Jugendlichen besuchen das Quartierzentrum der Iniciativa Colibrí in ihrer Freizeit in Ergänzung zur Schule. Der Schulunterricht findet jeweils nur am Vormittag oder am Nachmittag statt. Viele Kinder sind den halben Tag auf sich alleine gestellt, da die Eltern arbeiten. Auf den Quartierstrassen sind die Kinder jedoch mit der Drogenproblematik und anderen Gefahren konfrontiert. Die Situation der Familien ist nicht einfach. Nicaragua hat massive wirtschaftliche Probleme und eine hohe Auswanderung, die zu einem Problem geworden ist und aufgrund der sozio-politischen Situation in den letzten Jahren stark zugenommen hat. 

In dieser Situation arbeitet das Projekt mit der transformativen Kraft des Theaters: Beim Theaterspielen lernen sich die Kinder und Jugendlichen selbst kennen und sie lernen den konstruktiven Umgang mit ihren Emotionen und mit den Herausforderungen in ihrem Leben. Durch das Theater arbeiten sie an ihrer Vorstellungskraft, was ihren Blick für verschiedene Perspektiven und Möglichkeiten im Leben eröffnet. Durch Auftritte in der Stadt und an verschiedenen Orten im ganzen Land eröffnen sich den jungen Menschen neue Realitäten und ihr Glaube an sich selbst wächst.

María Jesús Centeno hat die Iniciativa Colibrí vor zehn Jahren zusammen mit ihrer damals jugendlichen Nichte gegründet. Sie leitet es bis heute mit einem kleinen Team und viel freiwilligem Engagement. Die starke Verwurzelung im Quartier und das grosse freiwillige Engagement der Jugendlichen, Eltern und Nachbarn prägen dieses kleine und starke Projekt. 

María Jesús Centeno Tercero

Gründerin und Projektkoordinatorin, Nicaragua

„Ich habe das Projekt Iniciativa Colibrí im Januar 2012 gegründet, um den Kindern und Jugendlichen meines Viertels Monseñor Oscar Arnulfo Romero die Möglichkeit zu geben, ihre Rechte auf Partizipation, Meinungsäusserung, Erholung und Erforschung ihrer kreativen Ideen auszuüben. Hauptmethode dabei ist das Theater, durch welches sie ihre eigenen Emotionen kennen lernen. Im Laufe der Zeit boten wir auch Kurse in Nähen und Motorrad reparieren für erwachsene Frauen an. Dabei sind die Sitzungen zur persönlichen Entwicklung unser Markenzeichen geworden. Später entstand die Idee einer Gemeindebibliothek für Kinder, die gerne hierherkommen und auf spielerische Weise lernen. Das ist Colibrí, ein Zufluchtsort, an dem wir neue Energie tanken können, wenn draussen die Tage grau und hoffnungslos werden.“

Ernährungssicherheit durch nachhaltige Landwirtschaft

Im Norden Malawis unterstützt unsere Partnerorganisation ASUD Primarschulen beim Aufbau von Permakultur-Schulgärten. Durch die Förderung einer nachhaltigen Landwirtschaft bekämpft ASUD zusammen mit den Schulgemeinden Hunger und Mangelernährung.

Permakultur-Schulgarten Unterricht

Ernährungssicherheit durch nachhaltige Landwirtschaft

Im Norden Malawis arbeitet unsere Partnerorganisation ASUD mit Primarschulen und Dorfgemeinschaften zusammen, um Ernährungssicherheit und nachhaltige Lebensgrundlagen zu stärken. Durch die Förderung nachhaltiger und klimaresilienter Landwirtschaft bekämpft ASUD gemeinsam mit den Gemeinden Hunger und Mangelernährung.

Ernährungssicherheit durch nachhaltige Landwirtschaft in Malawi

Im Distrikt Mzimba im Norden Malawis arbeitet unsere Partnerorganisation ASUD (Action for Sustainable Development) mit Primarschulen und Dorfgemeinschaften zusammen, um die Ernährungssicherheit und Lebensgrundlagen von Kleinbauernfamilien nachhaltig zu verbessern.

Die Zusammenarbeit zwischen ASUD und EcoSolidar begann 2018 mit einem Pilotprojekt an der Primarschule in Ng’ongo. Seither wurde der Ansatz kontinuierlich weiterentwickelt und auf weitere Schulen und Dorfgemeinschaften ausgeweitet.

Viele Familien leben von kleinbäuerlicher Landwirtschaft. Gleichzeitig führen Bodenerosion, ausgelaugte Böden und die zunehmenden Folgen des Klimawandels immer häufiger zu Ernteausfällen und Nahrungsmittelknappheit.

Das Projekt verbindet Schulen, Gemeinden und praktische Ausbildungsangebote. Sieben Primarschulen dienen als Lernorte für nachhaltige Landwirtschaft und Ernährungsbildung. In Schulgärten lernen Kinder, Lehrpersonen und Eltern gemeinsam agrarökologische Methoden kennen – etwa Kompostierung, Mischkulturen, wassersparende Anbaumethoden und vielfältigen Gemüseanbau. Die Familien setzen dieses Wissen anschliessend in ihren Hausgärten und auf ihren Feldern um.

Ergänzend dazu bietet das Ausbildungszentrum ACIC (ASUD Centre for Innovation and Climate-friendly Agriculture) praxisnahe Schulungen zu klimaresilienter Landwirtschaft, Boden- und Wassermanagement, Agroforstsystemen und nachhaltiger Tierhaltung an.

Das Projekt unterstützt zudem die Regeneration degradierter Landschaften durch Massnahmen wie Erosionsschutz, Agroforstwirtschaft und natürliche Bodenverbesserung.

So entstehen langfristige Strukturen, die nachhaltige Landwirtschaft und Ernährungssicherheit dauerhaft in Gemeinden und Schulen verankern.

THOMAS NGWIRA

Geschäftsleiter von ASUD, Malawi

„Ich liebe es, mit ländlichen Gemeinschaften zusammenzuarbeiten und Lösungen zu suchen im Bereich Ernährungssicherheit, Ernährungsweise und Umwelt. Insbesondere die Arbeit mit Frauen und Kindern liegt mir am Herzen. Ich habe gelernt, dass von der Förderung der Frauen der gesamte Haushalt profitiert, da sie direkt für das Wohl der Familie verantwortlich sind. Ebenso profitiert die Gemeinschaft langfristig von der Förderung der Kinder. Eines der Grundprinzipien unserer Arbeit in den Gemeinden ist die Überzeugung, dass jede Frau das Recht und die Fähigkeit hat, selbst über ihr Leben zu bestimmen; unsere Rolle ist es, diesen Entscheidungsprozess zu erleichtern.“

Fotoreportagen

Stärkung von gewaltbetroffenen Frauen

Unsere Partnerorganisation SIEDS kämpft in der Region um Bangalore für eine gewaltfreie Gesellschaft und setzt sich für die Stärkung von Frauen ein. Das Kollektiv bietet Beratungen an, leistet Kriseninterventionen und wichtige Sensibilisierungsarbeit.

Stärkung von gewaltbetroffenen Frauen

Unsere Partnerorganisation SIEDS kämpft in der Region um Bangalore für eine gewaltfreie Gesellschaft und setzt sich für die Stärkung von Frauen ein. Das Kollektiv bietet Beratungen an, leistet Kriseninterventionen und wichtige Sensibilisierungsarbeit.

Für gewaltbetroffene Frauen in den Gemeinden Kolar, Anekal und Bagalur ist SIEDS eine verlässliche Anlaufstelle, von der sie eine fundierte und ganzheitliche Beratung erhalten. Die Frauen werden gestärkt und dazu befähigt, die verschiedenen Formen der Gewalt in der Gesellschaft zurückzuweisen. Ausserdem leistet das Kollektiv unmittelbare Kriseninterventionen, auch bei weiteren marginalisierten Gruppen wie Sexarbeiterinnen und Transgender-Personen.

In öffentlichen Sensibilisierungsanlässen schliesst SIEDS die Zivilbevölkerung in die Diskussion über Gewalt und Gleichberechtigung mit ein. Die Sprecherinnen haben gewichtige Stimmen und erreichen ein grosses, auch junges, Publikum. Mit der Sensibilisierungsarbeit soll die Veränderung hin zu einer Gleichberechtigung der Frauen auf gesellschaftlicher, behördlicher und juristischer Ebene angestossen werden. Um das zu erreichen, bringt SIEDS verschiedene Akteur:innen zusammen, die sich für diese Anliegen einsetzen.

SIEDS unterstützt zudem die Selbstorganisation von Frauengruppen in den Gemeinden und engagiert sich in verschiedenen Solidaritätsnetzwerken. Durch den Anstoss jüngerer Teammitglieder wurde die Arbeit um neue Themen erweitert: Menschenhandel und die durch Armut hervorgerufene Gewalt unter jungen Menschen.

Mamatha Yajamman

Beraterin des SIEDS Kollektivs, Indien

„Eines der Grundprinzipien unserer Arbeit in den Gemeinden ist die Überzeugung, dass jede Frau das Recht und die Fähigkeit hat, selbst über ihr Leben zu bestimmen; unsere Rolle ist es, diesen Entscheidungsprozess zu erleichtern.“

Fotoreportagen

Bildung und Zukunftsperspektiven für benachteiligte Kinder und Jugendliche

Unsere Partnerorganisation BSDA arbeitet in Kampong Cham mit Kindern und Jugendlichen aus extrem armen und zerrütteten Familien. Die verschiedenen Bildungsprogramme ermöglichen den jungen Menschen Chancen und positive Zukunftsperspektiven.

BSDA – Partnerprojekt in Kambodscha

Bildung und Zukunftsperspektiven für benachteiligte Kinder und Jugendliche

Unsere Partnerorganisation BSDA arbeitet mit Kindern und Jugendlichen aus benachteiligten und von Armut betroffenen Familien. Das Projekt begleitet junge Menschen von der frühkindlichen Förderung bis zum Berufseinstieg und stärkt Bildung, persönliche Entwicklung und Zukunftsperspektiven. Durch schulische Unterstützung, Berufsbildung und psychosoziale Begleitung erhalten Kinder und Jugendliche die Möglichkeit, ein selbstbestimmtes Leben aufzubauen.

Unsere Partnerorganisation BSDA (Buddhism for Social Development Action) in Kampong Cham arbeitet mit Kindern, Jugendlichen und jungen Erwachsenen aus benachteiligten Familien. Ziel der Organisation ist es, den Zugang zu Bildung zu verbessern und jungen Menschen Perspektiven für ein selbstbestimmtes Leben zu eröffnen.

Viele Familien leben unter schwierigen wirtschaftlichen Bedingungen. Armut, fehlende Bildungsangebote und familiäre Belastungen führen dazu, dass Kinder und Jugendliche ihre Ausbildung früh abbrechen oder nur eingeschränkte Zukunftsperspektiven haben.

Das Projekt begleitet Kinder und Jugendliche in verschiedenen Lebensphasen. Jüngere Kinder erhalten frühkindliche Förderung und Unterstützung beim Schuleintritt. Informelle Lernangebote und Förderzentren stärken schulische Fähigkeiten, Kreativität und kulturelle Kompetenzen. Stipendien für Familien in besonders prekären Lebenslagen verhindern einen vorzeitigen Schulabbruch.

Für Jugendliche und junge Erwachsene bietet BSDA praxisnahe Berufsbildung im Smile School Ausbildungszentrum an. Die Ausbildungsprogramme umfassen unter anderem Gastronomie und Hotellerie, Mechanik und Elektronik sowie Schönheitspflege-Berufe. Ergänzend erwerben die Jugendlichen wichtige Kompetenzen wie Kommunikation, Teamarbeit, Selbstvertrauen und berufliche Orientierung.

Ein wichtiger Bestandteil des Projekts sind die Sozialunternehmen Smile Restaurant und Hanchey Bamboo Resort. Dort sammeln die Jugendlichen praktische Arbeitserfahrungen, absolvieren Praktika und wenden ihre Fähigkeiten direkt im Berufsalltag an. Die Verbindung von Ausbildung und realen Arbeitsumfeldern stärkt ihre beruflichen Kompetenzen und erleichtert den Übergang in eine langfristige Erwerbstätigkeit.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Projekts sind psychosoziale Begleitung, Gesundheitsförderung und die langfristige Unterstützung nach Abschluss der Ausbildung. Durch Mentoring und Begleitung beim Einstieg ins Berufsleben werden die Jugendlichen auf ihrem Weg in eine eigenständige Zukunft unterstützt.

Das Projekt verbindet Bildung, persönliche Entwicklung und konkrete Berufsperspektiven und trägt dazu bei, langfristig Armut zu reduzieren und nachhaltige Lebensgrundlagen zu schaffen.

Bee Chhon Sros

Geschäftsleiterin BSDA, Kambodscha

„BSDA hat in den Gemeinden, in welchen wir arbeiten, starke und positive Partnerschaften entwickelt. Unsere Mission ist es, benachteiligte Menschen zu stärken, Mitgefühl zu fördern und insbesondere für Frauen, Kinder und Jugendliche die Lebensqualität durch Bildung, Gesundheit und durch die Entwicklung der Lebensgrundlagen zu erhöhen.“

Fotoreportage

Eine neue Perspektive für indigene durch Methoden der Agrarökologie

Die Gemeinschaft der Bunong in Mondulkiri ist betroffen von Land-Grabbing durch internationale Kautschukfirmen. Der Verlust des Landes verbreitet Hoffnungslosigkeit und entfacht soziale Probleme. Im Biolandbau finden die Indigenen eine Alternative für ihre Existenzsicherung und Zuversicht und Hoffnung für ihre Gemeinschaft.

EINE NEUE PERSPEKTIVE FÜR INDIGENE DURCH METHODEN DER AGRARÖKOLOGIE

Die Gemeinschaft der Bunong in Mondulkiri ist betroffen von Land Grabbing durch internationale Kautschukfirmen. Der Verlust ihres Landes verbreitet Hoffnungslosigkeit und entfacht soziale Probleme. In der Agrarökologie finden die indigenen Familien eine Alternative für ihre Existenzsicherung und Zuversicht und Hoffnung für ihre Gemeinschaft.

Die Bunong sind seit 2008 stark betroffen von Land Grabbing (Landwegnahme). Der Verlust ihres Landes zwingt sie seither sesshaft zu werden und ihre bisherige Anbauweise (Wanderfeldbau) aufzugeben. Eine Selbstversorgung wie früher ist nicht mehr möglich. Durch Ansätze der Agrarökologie lernen die Bunong, wie sie das wenige Land, das ihnen noch bleibt, ertragreich bewirtschaften können und finden darin eine Perspektive in ihrem Existenzkampf und als Gemeinschaft. 

Unsere Partnerorganisation Cambodia Indigenous Friendship Association (CIFA) ist aus der Gemeinschaft entstanden und unterstützt die Bunong Familien im Umstieg auf eine nachhaltige Landwirtschaft. CIFA lehrt und berät die Familien in Techniken des nachhaltigen Landbaus und bei der Produktion und der Vermarktung von Cash Crops wie Pfeffer, Kaffee und Gemüse. Die Herstellung von Kompost und natürlichen Pestiziden wird gelehrt, damit die Familien unabhängig von teuren, chemischen Produkten ihren Boden bepflanzen können. Die Familien lernen, wie sie das Land, das ihnen bleibt, erfolgreich und langfristig bewirtschaften können. Nicht zuletzt schützen sie es dadurch vor der Landwegnahme. Durch den Verkauf ihrer Produkte verbessern sie ihr Einkommen. 

Auf der Demonstrationsfarm von CIFA in Bousra werden die Resultate und Vorteile des Biolandbaus sichtbar. Hier werden praktische Trainings durchgeführt und Schweine, Hühner und Fische gehalten. Daneben bewirtschaftet CIFA in Bousra ein kleines Lokal, welches als Restaurant und Verkaufsstandort für die Produkte der Bauern und Bäuerinnen dient. Die Mitarbeitenden von CIFA sind alle Bunong. Durch ihre Arbeit wollen sie die Gemeinschaft der Bunong stärken und neue Zukunftsaussichten für die Familien und die kommenden Generationen schaffen.  

Maeing Chouy

Geschäftsleiter von CIFA, Kambodscha

„Ich sehe die indigene Bevölkerung als die am meisten gefährdete Minderheit in der Provinz Mondulkiri. Der Verlust des Landes bringt viele Probleme mit sich. Landwirtschaftlicher Anbau ist nicht mehr wie früher möglich. Ich befürchte, dass sich die Situation der indigenen Bevölkerung in Zukunft verschlechtern wird und unsere Kultur und Identität verloren gehen. CIFA wurde von Bunong gegründet, die sich Sorgen um die Zukunft machen. Wir bilden die indigene Gemeinschaft in Biolandbau aus. Dadurch können die Menschen ein Einkommen erwirtschaften und junge Indigene gewinnen eine Zukunftsperspektive hier. Es ist wichtig, dass die indigene Gemeinschaft sich zusammenschliesst, um gemeinsam neue Wege zu finden und Verantwortung für die eigene Zukunft zu übernehmen.“

Fotoreportage Vorgängerprojekt

Das zweisprachige Radio

Während Jahrhunderten wurde in Peru die indigene Kultur unterdrückt. Diese Unterdrückung dauert bis heute an, insbesondere im Bildungssystem und in den Medien. Hier setzt das Radioprojekt von Pukllasunchis an.

Projektpartner Lateinamerika – Das zweisprachige Radio

Das zweisprachige Radio

Während Jahrhunderten wurde in Peru die indigene Kultur unterdrückt. Diese Unterdrückung dauert bis heute an, insbesondere im Bildungssystem und in den Medien. Hier setzt das Radioprojekt von Pukllasunchis an.

Kinder produzieren in der Schule bilinguale und interkulturelle Radioprogramme. Sie werden somit aktiv in den Schulunterricht einbezogen und setzen sich mit indigenen Weltanschauungen und Wissen auseinander. Das Radioprojekt erleichtert den Lehrpersonen den Zugang zum interkulturellen und bilingualen Unterrichten. Die Kinder stärken ihr Selbstbewusstsein, festigen ihre Muttersprache und setzen sich mit ihrem kulturellen Hintergrund auseinander. Im Teilprojekt „Kommunikationsleaderinnen“ werden indigene Frauen zu kommunalen Kommunikatorinnen ausgebildet und produzieren ebenfalls mehrsprachige und interkulturelle Radioprogramme.

Die Radioprogramme werden in lokalen und regionalen Radiosendern ausgestrahlt und geben den Kindern, den Frauen und den indigenen Gemeinschaften in den Medien eine hörbare Stimme. Das Projekt liefert den Schlüssel zu Gleichheit und Gerechtigkeit im Bildungssystem, gibt den Frauen in den Medien eine hörbare Stimme und indigenem Wissen einen Platz. Die Radioprogramme werden von Pukllasunchis gesammelt und von Bildungseinrichtungen als interkulturelles Lehrmaterial eingesetzt. Das Projekt unterstützt den dringend notwendigen Demokratisierungsprozess in der peruanischen Gesellschaft.

Raúl Chiappe Tafur

Geschäftsleiter von PUKLLASUNCHIS, Peru

Pukllasunchis ist ein Begriff aus der Quechua-Sprache. Er bedeutet „Lasst uns spielen“ und drückt aus, was unsere Institution von Anfang an geleitet hat: Dem Spielen kommt in Lernprozessen, in der Sozialisation und in der persönlichen Entwicklung eine wichtige Bedeutung zu. Es fordert uns auf präsent zu sein und uns körperlich, geistig und emotional auf die Menschen einzulassen, mit denen und für die wir arbeiten. Wir assoziieren das Spielen mit Freude, Bindung und Glück. Wir streben persönlich und in der Gemeinschaft ein bewusstes und engagiertes Zusammenleben mit der Vielfalt an, welche die Menschenwürde und unsere Beziehung zur Natur unterstreicht.“

Fotoreportagen

Las Pioneras – Frauen gestalten ein Leben in Würde

Unsere Partnerorganisation IDEMNNA (Instituto de Desarrollo „Maria Elena Moyano“) arbeitet in Peru in einem Aussenviertel der Hauptstadt Lima, wo Migrantenfamilien aus verschiedenen Teilen des Landes leben. Ziel des Projektes ist es, die Lebensbedingungen von Frauen und ihren Kindern ganzheitlich zu verbessern. Die persönliche Entwicklung der Frauen steht im Zentrum und ihre Selbstständigkeit soll durch den Aufbau von eigenen Kleinunternehmen gefördert werden.

Las Pioneras – Frauen gestalten ein Leben in Würde

Unsere Partnerorganisation IDEMNNA (Instituto de Desarrollo «Maria Elena Moyano») arbeitet in Jicamarca im Grossraum Lima in Peru, wo viele Familien unter schwierigen Lebensbedingungen leben. Ziel des Projekts ist es, Frauen und ihre Familien ganzheitlich zu stärken – durch persönliche Entwicklung, wirtschaftliche Perspektiven und die Förderung eines sicheren und unterstützenden Umfelds für Kinder und Jugendliche.

Im Stadtteil Jicamarca im Grossraum Lima arbeitet unsere Partnerorganisation IDEMNNA mit Frauen, Kindern und Jugendlichen in besonders prekären Lebenssituationen. Ziel ist es, Frauen in ihrer persönlichen, sozialen und wirtschaftlichen Selbstständigkeit zu stärken und Kindern und Jugendlichen bessere Zukunftsperspektiven zu eröffnen.

Die Zusammenarbeit zwischen IDEMNNA und EcoSolidar begann 2018 und unterstützt seither die Entwicklung der Selbsthilfeorganisation Las Pioneras de Jicamarca. Aus einer kleinen Gruppe ist ein starkes Netzwerk entstanden, in dem sich Frauen gegenseitig unterstützen und Verantwortung in ihrer Gemeinschaft übernehmen.

Viele Frauen in Jicamarca sind von Armut, fehlenden Einkommensmöglichkeiten, psychischer Belastung und häuslicher Gewalt betroffen. Gleichzeitig fehlen vielen Kindern und Jugendlichen sichere Entwicklungsräume und Zukunftsperspektiven.

Das Projekt stärkt Frauen durch psychosoziale Begleitung, Workshops zu Selbstwert und Frauenrechten sowie berufliche Qualifizierungen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung im Bereich Schneiderei, die neu mit einer offiziellen Zertifizierung verbunden wird und den Frauen bessere Einkommensmöglichkeiten eröffnet.

Die aktuelle Projektphase stärkt zudem die Arbeit mit den Familien. Partner werden in Workshops zu gemeinsamer Elternschaft und gewaltfreien Rollenbildern einbezogen. Kinder und Jugendliche erhalten altersgerechte Begleitung, kreative Lernangebote und Unterstützung bei ihrer persönlichen Entwicklung und Berufsorientierung.

Das Projekt verfolgt einen konsequenten Bottom-up-Ansatz: Die Frauen selbst gestalten die Entwicklung ihrer Organisation aktiv mit und schaffen langfristige Perspektiven für ihre Gemeinschaft.

Carmen

Carmen Susana Velásquez López

Projektkoordinatorin, IDEMNNA, Peru

„Unser Ziel ist es, dass Frauen, Kinder und Jugendliche ihre menschlichen und unternehmerischen Fähigkeiten unter würdigen Bedingungen stärken und entwickeln können. Dazu schaffen und fördern wir Raum zur Selbsthilfe. Wir wollen zum Aufbau einer gerechten, solidarischen, gewaltfreien und gesunden Gesellschaft in Koexistenz mit ihrer Umwelt beitragen“.

Fotoreportagen

Indigene Jugendliche stärken – Bildung und Identität fördern

Immer mehr Jugendliche aus indigenen Dorfgemeinschaften im peruanischen Amazonasgebiet ziehen für eine Ausbildung nach Puerto Maldonado. In der Stadt angekommen, stehen viele vor existenziellen Problemen. Unsere Partnerorganisation FENAMAD unterstützt die Jugendlichen in ihrem Lebensalltag so, dass sie ihr Studium abschliessen können.

Unterstützung für indigene Studierende in der Stadt

Indigene Jugendliche stärken – Bildung und Identität fördern

Immer mehr Jugendliche aus indigenen Gemeinschaften im peruanischen Amazonasgebiet ziehen für eine Ausbildung nach Puerto Maldonado. Viele stehen dabei vor sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Unsere Partnerorganisation FENAMAD begleitet die Jugendlichen in ihrer persönlichen Entwicklung, stärkt ihre kulturelle Identität und unterstützt sie auf ihrem Bildungsweg.

Unsere Partnerorganisation FENAMAD (Federación Nativa del Río Madre de Dios y Afluentes) unterstützt indigene Jugendliche aus der Amazonasregion Madre de Dios in Peru, die ihre Gemeinschaften verlassen, um eine weiterführende Schule oder eine Ausbildung in der Stadt zu besuchen. Ziel des Projekts ist es, diese jungen Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung zu stärken und ihnen bessere Bildungs- und Zukunftsperspektiven zu eröffnen.

Viele Jugendliche stehen beim Wechsel aus ihren indigenen Gemeinschaften in die Stadt vor grossen Herausforderungen: Sie müssen sich an ein neues Umfeld anpassen, erfahren Diskriminierung und verfügen oft über begrenzte finanzielle und soziale Unterstützung.

Das Projekt begleitet die Jugendlichen auf verschiedenen Ebenen. Neben akademischer Unterstützung und Lernbegleitung erhalten sie psychosoziale Betreuung und Unterstützung bei ihrer Berufs- und Lebensplanung. Gleichzeitig werden ihre kulturelle Identität und ihr Wissen gestärkt – etwa durch kulturelle Begegnungen, handwerkliche Aktivitäten und den Austausch zwischen Gemeinschaften.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung junger indigener Führungspersönlichkeiten und auf der Stärkung einer interkulturellen und zweisprachigen Bildung in den Herkunftsgemeinden. So sollen junge Menschen ihre Zukunftsperspektiven erweitern und gleichzeitig ihre kulturellen Wurzeln bewahren.

Das Projekt verbindet Bildung, persönliche Entwicklung und kulturelle Identität und trägt dazu bei, dass indigene Jugendliche ihr Leben selbstbestimmt gestalten können.

Alfredo Vargas Pio

Geschäftsleiter von FENAMAD, Peru

„Die FENAMAD setzt sich für Rechts- und Chancengleichheit ein und respektiert dabei immer die Autonomie der indigenen Gemeinschaften, die sie vertritt. Wir stärken indigene Frauen in Führungspositionen und setzen uns für bessere Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten indigener Jugendlichen ein. Es ist wichtig, unseren Gebieten und Gemeinschaften Rechtssicherheit zu geben. Die Verwaltungskapazitäten, die dafür nötig sind, haben wir. Die isolierten indigenen Gemeinschaften sind in Gefahr, da ihre Gebiete vom Bergbau in Mitleidenschaft gezogen werden. Als Vertreter dieser Gemeinschaften wollen wir uns für einen Staat einsetzen, der unsere Rechte respektiert. “

Fotoreportagen

Zirkus als Alternative für sozial gefährdete Kinder

Das Zirkusprojekt CIRCO FANTAZZTICO der Partnerorganisation VIDA NUEVA bietet Kindern und Jugendlichen aus sozialen Randzonen in San Isidro, Costa Rica, eine Alternative zur Kriminalisierung in Banden und zur Perspektivlosigkeit in ihrem schwierigen sozialen Umfeld.

Sozialer Zirkus Costa Rica – Parade durch die Stadt

Zirkus als Alternative für sozial gefährdete Kinder

Das Zirkusprojekt Circo Fantazztico der Partnerorganisation Vida Nueva bietet Kindern und Jugendlichen aus sozialen Randzonen in San Isidro, Costa Rica, eine Alternative zur Kriminalisierung in Banden und zur Perspektivlosigkeit in ihrem schwierigen sozialen Umfeld.

Neben Zirkustrainings in verschiedenen Vierteln werden auch immer wieder öffentliche Vorführungen organisiert, um die Kinder und Jugendlichen für die regelmässige Teilnahme zu begeistern. Eine Bedingung für die Teilnahme am Zirkusprojekt ist der regelmässige Schulbesuch. Damit leistet das Projekt auch Bildungsarbeit und die Kinder und Jugendlichen erhalten eine Perspektive: Mit dem Zirkus wird eine soziale Gemeinschaft und ein sicherer Ort geschaffen, an dem sie ihre Freizeit sinnvoll, positiv und gesund verbringen können.

Die Erfahrungen der letzten Jahre haben gezeigt, dass das künstlerische Projekt von Vida Nueva den Kindern und Jugendlichen eine hervorragende Möglichkeit bietet, ihre körperlichen Fähigkeiten zu verbessern und ihre sozialen Kompetenzen zu fördern. Dadurch gewinnen sie Selbstbewusstsein und entwickeln gleichzeitig Eigenständigkeit und Teamfähigkeit.

Mit seinen sozialpräventiven und künstlerischen Leistungen hat der Zirkus nationalen und internationalen Bekanntheitsgrad erreicht und die Artistinnen und Artisten erhalten immer wieder die Möglichkeit, ihr Können auch ausserhalb Costa Ricas auf Festivals und Tourneen zu zeigen. So war der Zirkus auch schon fünfmal mit einem Stück in der Schweiz zu Gast. Dieser Erfolg wirkt als Motivation für alle Kinder und Jugendlichen, die im Circo Fantazztico eine Alternative zur Kriminalisierung gefunden haben.

Carolina Gil

Leiterin Circo Fantazztico, Costa Rica

„Der Circo Fantazztico ist ein dynamisches soziales Projekt. Es fördert das Lernen und die Selbsterkenntnis der Teilnehmenden und gibt ihnen die Möglichkeit, mit ihren eigenen Fähigkeiten zu experimentieren und sich in verschiedenen Lebensbereichen zu entwickeln. Der Zirkus ist auch ein sicherer und freier Raum. Ein Zufluchtsort vor den Widrigkeiten des Lebens und ein Ort der Freude, der Widerstandsfähigkeit und der Nahrung für die Seele. Jede Zirkuserfahrung ist ein Schatz für jeden Menschen, ob als Teilnehmer:in, Trainer:in oder Zuschauer:in. Sozialer Zirkus ist für mich eine Pädagogik und ein Mittel zur soziokulturellen Intervention, innovativ und revolutionär.“

Fotoreportagen