Radio und Bildung aus der Lebenswelt der Kinder

Während Jahrhunderten wurde in Peru die indigene Kultur unterdrückt. Diese Unterdrückung dauert bis heute an, insbesondere im Bildungssystem und in den Medien. Hier setzt das Radioprojekt von Pukllasunchis an.

Projektpartner Lateinamerika – Das zweisprachige Radio

Radio und Bildung aus der Lebenswelt der Kinder

Unsere Partnerorganisation Pukllasunchis arbeitet in ländlichen Regionen der südperuanischen Anden mit Kindern, Lehrpersonen und Familien zusammen. Das Projekt verbindet Bildung und Radioarbeit, damit Kinder ihre Sprache, ihr kulturelles Wissen und ihre Erfahrungen aktiv einbringen können. So werden sprachliche Fähigkeiten, kulturelle Identität und selbstbestimmtes Lernen gestärkt.

Unsere Partnerorganisation Pukllasunchis arbeitet in ländlichen Regionen der Anden im Süden Perus mit Kindern, Lehrpersonen und Familien zusammen. Ziel des Projekts ist es, eine Bildung zu fördern, die an den Erfahrungen, dem Wissen und der Sprache der Menschen vor Ort anknüpft.

Viele Kinder wachsen in quechuasprachigen Gemeinschaften auf. Im Schulalltag finden ihre Sprache und ihr kulturelles Wissen jedoch oft wenig Platz – ein Ausdruck der strukturellen Diskriminierung der indigenen Bevölkerung in Peru. Standardisierte und urban geprägte Bildungsansätze erschweren zudem die Verbindung zwischen schulischem Lernen und der Lebenswelt der Kinder.

Das Projekt verbindet pädagogische Begleitung, kreative Lernmethoden und partizipative Radioarbeit. Kinder gestalten eigene Radiosendungen, erzählen Geschichten aus ihrem Alltag, dokumentieren Wissen ihrer Gemeinschaften und setzen sich mit Themen aus ihrem Lebensumfeld auseinander. Dadurch stärken sie ihre sprachlichen Fähigkeiten, ihr kritisches Denken und ihr Selbstvertrauen.

Gleichzeitig begleitet Pukllasunchis Lehrpersonen durch Workshops und Schulungen bei der Entwicklung von Unterrichtsmethoden, die lokale Erfahrungen, Sprache und kulturelles Wissen in den Unterricht einbeziehen. Familien und lokale Akteur:innen werden ebenfalls aktiv beteiligt.

Die Radiosendungen werden über lokale Sender und digitale Kanäle verbreitet und schaffen Räume, in denen Kinder, Familien und Gemeinschaften ihre Perspektiven sichtbar machen und kulturelles Wissen weitergeben.

Das Projekt trägt dazu bei, eine Bildung zu stärken, die kulturelle Vielfalt anerkennt und Kinder in ihrer persönlichen und kulturellen Entwicklung unterstützt.

Raúl Chiappe Tafur

Geschäftsleiter von PUKLLASUNCHIS, Peru

Pukllasunchis ist ein Begriff aus der Quechua-Sprache. Er bedeutet „Lasst uns spielen“ und drückt aus, was unsere Institution von Anfang an geleitet hat: Dem Spielen kommt in Lernprozessen, in der Sozialisation und in der persönlichen Entwicklung eine wichtige Bedeutung zu. Es fordert uns auf präsent zu sein und uns körperlich, geistig und emotional auf die Menschen einzulassen, mit denen und für die wir arbeiten. Wir assoziieren das Spielen mit Freude, Bindung und Glück. Wir streben persönlich und in der Gemeinschaft ein bewusstes und engagiertes Zusammenleben mit der Vielfalt an, welche die Menschenwürde und unsere Beziehung zur Natur unterstreicht.“

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Las Pioneras – Frauen gestalten ein Leben in Würde

Unsere Partnerorganisation IDEMNNA (Instituto de Desarrollo „Maria Elena Moyano“) arbeitet in Peru in einem Aussenviertel der Hauptstadt Lima, wo Migrantenfamilien aus verschiedenen Teilen des Landes leben. Ziel des Projektes ist es, die Lebensbedingungen von Frauen und ihren Kindern ganzheitlich zu verbessern. Die persönliche Entwicklung der Frauen steht im Zentrum und ihre Selbstständigkeit soll durch den Aufbau von eigenen Kleinunternehmen gefördert werden.

Las Pioneras – Frauen gestalten ein Leben in Würde

Unsere Partnerorganisation IDEMNNA (Instituto de Desarrollo «Maria Elena Moyano») arbeitet in Jicamarca im Grossraum Lima in Peru, wo viele Familien unter schwierigen Lebensbedingungen leben. Ziel des Projekts ist es, Frauen und ihre Familien ganzheitlich zu stärken – durch persönliche Entwicklung, wirtschaftliche Perspektiven und die Förderung eines sicheren und unterstützenden Umfelds für Kinder und Jugendliche.

Im Stadtteil Jicamarca im Grossraum Lima arbeitet unsere Partnerorganisation IDEMNNA mit Frauen, Kindern und Jugendlichen in besonders prekären Lebenssituationen. Ziel ist es, Frauen in ihrer persönlichen, sozialen und wirtschaftlichen Selbstständigkeit zu stärken und Kindern und Jugendlichen bessere Zukunftsperspektiven zu eröffnen.

Die Zusammenarbeit zwischen IDEMNNA und EcoSolidar begann 2018 und unterstützt seither die Entwicklung der Selbsthilfeorganisation Las Pioneras de Jicamarca. Aus einer kleinen Gruppe ist ein starkes Netzwerk entstanden, in dem sich Frauen gegenseitig unterstützen und Verantwortung in ihrer Gemeinschaft übernehmen.

Viele Frauen in Jicamarca sind von Armut, fehlenden Einkommensmöglichkeiten, psychischer Belastung und häuslicher Gewalt betroffen. Gleichzeitig fehlen vielen Kindern und Jugendlichen sichere Entwicklungsräume und Zukunftsperspektiven.

Das Projekt stärkt Frauen durch psychosoziale Begleitung, Workshops zu Selbstwert und Frauenrechten sowie berufliche Qualifizierungen. Ein Schwerpunkt liegt auf der Ausbildung im Bereich Schneiderei, die neu mit einer offiziellen Zertifizierung verbunden wird und den Frauen bessere Einkommensmöglichkeiten eröffnet.

Die aktuelle Projektphase stärkt zudem die Arbeit mit den Familien. Partner werden in Workshops zu gemeinsamer Elternschaft und gewaltfreien Rollenbildern einbezogen. Kinder und Jugendliche erhalten altersgerechte Begleitung, kreative Lernangebote und Unterstützung bei ihrer persönlichen Entwicklung und Berufsorientierung.

Das Projekt verfolgt einen konsequenten Bottom-up-Ansatz: Die Frauen selbst gestalten die Entwicklung ihrer Organisation aktiv mit und schaffen langfristige Perspektiven für ihre Gemeinschaft.

Carmen

Carmen Susana Velásquez López

Projektkoordinatorin, IDEMNNA, Peru

„Unser Ziel ist es, dass Frauen, Kinder und Jugendliche ihre menschlichen und unternehmerischen Fähigkeiten unter würdigen Bedingungen stärken und entwickeln können. Dazu schaffen und fördern wir Raum zur Selbsthilfe. Wir wollen zum Aufbau einer gerechten, solidarischen, gewaltfreien und gesunden Gesellschaft in Koexistenz mit ihrer Umwelt beitragen“.

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Indigene Jugendliche stärken – Bildung und Identität fördern

Immer mehr Jugendliche aus indigenen Dorfgemeinschaften im peruanischen Amazonasgebiet ziehen für eine Ausbildung nach Puerto Maldonado. In der Stadt angekommen, stehen viele vor existenziellen Problemen. Unsere Partnerorganisation FENAMAD unterstützt die Jugendlichen in ihrem Lebensalltag so, dass sie ihr Studium abschliessen können.

Unterstützung für indigene Studierende in der Stadt

Indigene Jugendliche stärken – Bildung und Identität fördern

Immer mehr Jugendliche aus indigenen Gemeinschaften im peruanischen Amazonasgebiet ziehen für eine Ausbildung nach Puerto Maldonado. Viele stehen dabei vor sozialen, kulturellen und wirtschaftlichen Herausforderungen. Unsere Partnerorganisation FENAMAD begleitet die Jugendlichen in ihrer persönlichen Entwicklung, stärkt ihre kulturelle Identität und unterstützt sie auf ihrem Bildungsweg.

Unsere Partnerorganisation FENAMAD (Federación Nativa del Río Madre de Dios y Afluentes) unterstützt indigene Jugendliche aus der Amazonasregion Madre de Dios in Peru, die ihre Gemeinschaften verlassen, um eine weiterführende Schule oder eine Ausbildung in der Stadt zu besuchen. Ziel des Projekts ist es, diese jungen Menschen in ihrer persönlichen Entwicklung zu stärken und ihnen bessere Bildungs- und Zukunftsperspektiven zu eröffnen.

Viele Jugendliche stehen beim Wechsel aus ihren indigenen Gemeinschaften in die Stadt vor grossen Herausforderungen: Sie müssen sich an ein neues Umfeld anpassen, erfahren Diskriminierung und verfügen oft über begrenzte finanzielle und soziale Unterstützung.

Das Projekt begleitet die Jugendlichen auf verschiedenen Ebenen. Neben akademischer Unterstützung und Lernbegleitung erhalten sie psychosoziale Betreuung und Unterstützung bei ihrer Berufs- und Lebensplanung. Gleichzeitig werden ihre kulturelle Identität und ihr Wissen gestärkt – etwa durch kulturelle Begegnungen, handwerkliche Aktivitäten und den Austausch zwischen Gemeinschaften.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Förderung junger indigener Führungspersönlichkeiten und auf der Stärkung einer interkulturellen und zweisprachigen Bildung in den Herkunftsgemeinden. So sollen junge Menschen ihre Zukunftsperspektiven erweitern und gleichzeitig ihre kulturellen Wurzeln bewahren.

Das Projekt verbindet Bildung, persönliche Entwicklung und kulturelle Identität und trägt dazu bei, dass indigene Jugendliche ihr Leben selbstbestimmt gestalten können.

Alfredo Vargas Pio

Geschäftsleiter von FENAMAD, Peru

„Die FENAMAD setzt sich für Rechts- und Chancengleichheit ein und respektiert dabei immer die Autonomie der indigenen Gemeinschaften, die sie vertritt. Wir stärken indigene Frauen in Führungspositionen und setzen uns für bessere Bildungs- und Ausbildungsmöglichkeiten indigener Jugendlichen ein. Es ist wichtig, unseren Gebieten und Gemeinschaften Rechtssicherheit zu geben. Die Verwaltungskapazitäten, die dafür nötig sind, haben wir. Die isolierten indigenen Gemeinschaften sind in Gefahr, da ihre Gebiete vom Bergbau in Mitleidenschaft gezogen werden. Als Vertreter dieser Gemeinschaften wollen wir uns für einen Staat einsetzen, der unsere Rechte respektiert. “

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